Fachdidaktisches Stufenmodell für das Fach Musik


Kristina Gosemärker

Inhaltsverzeichnis

  1. Abkürzungsverzeichnis
  2. Einleitung zum Fach
    2.1: Zum Bildungsbeitrag des Faches Musik
    2.2: Inklusiver Musikunterricht – Zum Umgang mit Vielfalt
    2.3: Zur Haltung und zum Setting
  3. Stufenmodelle für den inklusiven Musikunterricht
    A: Teilbereich Musik wahrnehmen
    B: Teilbereich Musik machen
    C: Musik erfinden
    D: Musik verstehen und über Musik nachdenken
  4. Exemplarische Entwürfe für das Lernen am gemeinsamen Gegenstand
  5. Entwürfe für die Arbeit an Themen und Interessen der Kinder und Jugendlichen – Mitgestaltung des Musikunterrichts
  6. Kommentierter Überblick über weitere Stufenmodelle
  7. Literaturverzeichnis

1. Abkürzungsverzeichnis

ebd. = ebenda
etc. = et cetera
evtl. = eventuell
ggf. = gegebenenfalls
i.d.R. = in der Regel
KC = Kerncurriculum
ReMi = Reckahner Modelle zur inklusiven Unterrichtsplanung
vgl. = vergleiche
z.T. = zum Teil

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2. Einleitung zum Fach

2.1 Zum Bildungsbeitrag des Faches Musik

Musik ist ein wichtiger Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Sie begegnen täglich Geräuschen und Klängen in ihrer Umwelt und der Natur. Sie lernen den Musikgeschmack der Eltern kennen, hören und singen Kinderlieder und entwickeln mit der Zeit eigene musikalische Präferenzen. Durch die Medienwelt werden sie mit aktuellen Trends und Entwicklungen konfrontiert. Musik ist für viele Kinder und Jugendliche Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung und gehört zur Identitätsentwicklung (vgl. Kaiser 2008).

Aufgabe des Musikunterrichts ist es, das Interesse und die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen für Musik zu wecken, aufzugreifen und zu stärken, musikalische Kompetenzen zu entwickeln und ihnen auch Einblicke in die musikalischen Welten zu gewähren, die nicht Teil ihrer eigenen musikalischen Erfahrungen und Lebenswelt sind.

Eine zentrale musikalische Kompetenz ist die Wahrnehmungsfähigkeit. Ziel ist es, die Wahrnehmung bewusst und auch über einen längeren Zeitraum zu fokussieren und das Gehörte immer differenzierter erfassen zu können. Darüber hinaus sollen die Lernenden ein Vokabular entwickeln, um Musik in Alltags- und Fachsprache differenziert zu beschreiben und zu analysieren. Weiterhin ist es Ziel des Musikunterrichts, die Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeit der Lernenden zu fördern. Dies geschieht durch praktische Erfahrungen mit der Stimme, dem Körper und unterschiedlichen Instrumenten.

Neben der Entwicklung musikalischer Kompetenzen kann Musikunterricht auch wesentlich zur Persönlichkeitsbildung und Identitätsentwicklung der Kinder und Jugendlichen beitragen (vgl. Gembris 2015). Die Beschäftigung mit Musik kann emotionale Kompetenzen stärken und Bewusstsein dafür schaffen, wie das Musikhören und das Musizieren zum eigenen Wohlbefinden beitragen können. Darüber hinaus vermag es Musik, Kreativität und Kompetenzen wie Durchhaltevermögen, Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit sich zu fokussieren zu fördern. Dabei ist zu bedenken, dass Musik auch auf problematische Weise eingesetzt wird. Mit Musik kann manipuliert werden und Hass kann musikalisch artikuliert und verbreitet werden. Es ist eine Herausforderung für den Musikunterricht, derartigen Tendenzen entgegenzuwirken (siehe Kapitel 5).

Musikunterricht soll Interessen und Präferenzen der Kinder und Jugendlichen einbeziehen, soll gleichzeitig aber auch an die Vielfalt musikalischer Gebrauchspraxen heranführen und eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen musikalischen Ausdrucksformen anregen. Zum einen sollen die Lernenden Epochen und Stile der Entwicklung unserer Musikkultur kennenzulernen. Auch wenn die Curricula der verschiedenen Bundesländer keinen expliziten Kanon an Werken vorgeben und es auch nicht mehr Teil der Vorgaben ist, einen Überblick über unterschiedliche Epochen zu vermitteln, so ist es dennoch wertvoll, Musik verschiedener historischer Kontexte und unterschiedliche Komponisten kennen zu lernen und einordnen zu können. Zum anderen sollen Kinder und Jugendliche Musik verschiedener Kulturen erleben und sich mit deren Musik auseinandersetzen. Die Begegnung mit ungewohnter und fremder Musik stößt nicht immer auf „Offenohrigkeit“ (vgl. Gembris 2007) sondern nicht selten auch auf Irritation oder gar Ablehnung. Musikunterricht hat hier den Auftrag, Werte wie Offenheit und Toleranz zu fördern und die Kinder und Jugendlichen anzuregen, das Unbekannte mit Neugier unter die Lupe zu nehmen und ihm mit einem gewissen Forscher- oder Entdeckergeist zu begegnen.

Nicht zuletzt kann Musikunterricht auch soziale Kompetenzen stärken (vgl. Steinbach 2018, S. 228).  Das gemeinsame Üben und Musizieren ermöglicht und erfordert, sich als Mitgestalter*in in einem gemeinsamen Prozess zu begreifen, sich einzubringen und einzufügen. Die Lernenden werden eingeladen, etwas gemeinsam zu gestalten und auszuhandeln und sie können dabei in den Genuss der Erfahrung kommen, gemeinsam zu musizieren und das Erarbeitete zu präsentieren. Auf diese Weise können die Lernenden das Schulleben aktiv mitgestalten und außerdem an eine aktive Teilhabe am kulturellen Leben herangeführt werden.

2.2 Inklusiver Musikunterricht – Zum Umgang mit Vielfalt

Kinder kommen als musikalische Wesen zur Welt. Die Entwicklung ihrer musikalischen Kompetenz beginnt noch vor ihrer Geburt und setzt sich von da an kontinuierlich fort (vgl. Hallam 2018, S. 101-106). Wenn Kinder in die Schule kommen, verfügen Sie jedoch über sehr unterschiedlich entwickelte musikalische Fähigkeiten. Die Ursache dafür liegt zum einen an verschiedenen Voraussetzungen, die die Kinder mitbringen und zum anderen an ihrer sehr unterschiedlich geprägten musikalischen Sozialisation durch ihr Elternhaus und durch die von ihnen besuchten Institutionen. Während einige Kinder beispielsweise gar nicht oder nur sehr wenig gesungen haben, haben andere bereits Angebote musikalischer Früherziehung genossen oder sogar begonnen, ein Instrument zu lernen.

Inklusiver Musikunterricht in der Schule hat zum Ziel, alle Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer unterschiedlichen Voraussetzungen so gut wie möglich in ihrer individuellen Weiterentwicklung zu unterstützen. Er basiert auf einem weiten Inklusionsbegriff. Dieser „versteht Menschen ohnehin als grundsätzlich voneinander verschieden und vertritt eine individuelle Förderung aller Kinder und Jugendlichen gemäß ihrer unterschiedlichen Stärken und Schwächen im gemeinsamen Klassenraum“ (Barth & Honnens 2022, S. 154). Es gilt, „die Gesamtheit möglicher Verschiedenheiten“ (Schilling-Sandvoß 2022, S.94) wertschätzend in den Blick zu nehmen und die Chancen wahrzunehmen, die auf Basis eines „wechselseitigen Zuerkennens von Eigensinn“ (Ott 2012, S.31) entstehen können.

Ausgangspunkt eines inklusiven Musikunterrichts ist die jedem Menschen gegebene „Musikalität als (ästhetische) Erlebens- und Ausdrucksform“ und dessen Recht auf musikalische Bildung (Laufer 2016, S. 31). Grundlage einer gelingenden individuellen (musikalischen) Förderung, deren Ziel es darstellt, jedes Kind auf seiner Stufe zu unterstützten, damit es die folgende Zone der Entwicklung erreichen kann, ist die Berücksichtigung der Breite der individuellen Lernausgangslagen (vgl. Prengel 2022). Hinzu kommt, besondere Förderschwerpunkte in den Blick zu nehmen und damit im Zusammenhang stehende Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten (vgl. Lütje-Klose 2022, S. 41ff). Neben den Schwierigkeiten, die sich ggf. im Hinblick auf das musikalische Lernen darstellen, kann der Musikunterricht allerdings insbesondere auch Ressourcen für die Entwicklung der Kinder bereithalten. „Musikalische Erfolgserlebnisse können dazu beitragen, dass das schulische Wohlbefinden gestärkt und insbesondere in den Bereichen Motivation, Selbstkonzept und lernbegleitende Emotionen positive Entwicklungen möglich werden“ (Lütje-Klose 2022, S. 43). Sie können sich positiv auf sprachliche, kognitive oder die Wahrnehmungs- und Bewegungsentwicklung auswirken (vgl. ebd. S. 43-47) und auf Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung allgemein einwirken (vgl. Fuchs 2022, S. 72). In einem inklusiven Musikunterricht ist Musik also, im Sinne des von Tischler formulierten Drei-Säulen-Modells „Gegenstand fachorientierten Lernens“, „Mittel der Entwicklungsförderung“ und außerdem „Prinzip übergreifenden Erlebens“ (Tischler 2020, S. 26-31).

Um all den genannten Zielen gerecht zu werden, erweisen sich neben den vielfältigen didaktisch-methodischen Konzepten der Musikpädagogik auch Einflüsse aus Feldern wie der „Elementaren Musikpraxis“ (Dartsch 2022), der Musiktherapie (Baer & Frick-Baer 2009, Henning 2022) oder der Community Music (Banffy-Hall 2022, Haak-Schulenburg 2020, Ziegenmeyer 2016) als hilfreich. Zusätzlich zu den bisher genannten Zielen legt insbesondere der Ansatz der „Community Music“ Wert darauf, dass die Beteiligten sich als „Teil einer Gemeinschaft erfahren“ (Kertz-Welzel 2014).

2.3 Zur Haltung und zum Setting

Grundlage einer inklusiven Pädagogik ist die Wertschätzung von Vielfalt. „In inklusiven heterogenen Lerngruppen werden pädagogische Beziehungen angestrebt, die lernförderliche motivierende Anerkennung für Schüler und Schülerinnen aller Leistungsniveaus ermöglichen“ (Prengel 2022, S. 85).

Dazu gehört eine grundsätzlich wertschätzende Haltung gegenüber den Lernenden insgesamt und im Unterrichtskontext besonders auch gegenüber ihren musikalischen und allgemein kreativen Beiträgen und Ergebnissen. Die INTAKT-Studie zeigt auf, dass ca. 1/3 der Äußerungen der untersuchten Lehrer-Schüler-Aktionen im Musikunterricht verletzend waren (Tellisch 2017). Verletzendes und beschämendes Verhalten im Musikunterricht kann nicht nur dazu führen, dass die Lernmotivation sinkt, sondern es kann weitreichende negative Folgen für das Selbstbewusstsein und für die persönliche und musikalische Entwicklung haben.

Auch wenn die Bewertung in der Regel zur schulischen Bildung gehört, so gilt es, Lern- und Leistungssituationen transparent voneinander zu trennen. Im Hinblick auf Bewertungssituationen ist es wichtig, kreativen Ausdruck als individuellen Ausdruck zu würdigen und zu bestärken und die Bewertung an klar definierten Kriterien zu orientieren. Rückmeldungen sollen dann im Sinne der Reckahner Reflexionen Erreichtes benennen und Vorschläge zur Weiterentwicklung beinhalten. Eine solche wertschätzende Haltung gegenüber kreativen Äußerungen und Ergebnissen ist nicht nur für das Feedback durch die Lehrenden eine Maßgabe, sondern sollte insgesamt Teil einer konstruktiven und wertschätzenden Feedbackkultur im Musikunterricht sein, die sich so auch für Rückmeldungen der Lernenden untereinander etablieren kann.

Aufgrund vielfältiger Ursachen wird der Unterricht im Fach Musik als besonders störungsanfällig erlebt und beschrieben (vgl. Eberhard 2025). Um eine konstruktive und produktive Lernatmosphäre zu schaffen, in der die Lernzeit sinnvoll genutzt wird, kann auf mehreren Ebenen positiv Einfluss genommen und so Störungen vorgebeugt und begegnet werden.

Um langfristiges Interesse für Musik zu wecken ist es zentral, Lernräume zu schaffen, die spielerisch zum Experimentieren und Erkunden einladen, individuellen und spontanen kreativen Ausdruck bestärken und die frei von blockierenden Bewertungsrastern sind. Hilfreiche Impulse für die Haltung und das Setting können aus dem Ansatz der „Community Music“ einfließen. Einige Grundprinzipien, Ansätze und Ziele können hier hilfreiche Orientierungspunkte für den inklusiven Musikunterricht bieten (Bánffy-Hall 2022, S. 239). Ein besonderes Prinzip und Ziel, das auch im schulischen Kontext größerer Beachtung bedarf (vgl. Haak-Schulenburg 2020) liegt darin, „sichere Räume“ für das Musizieren zu bieten. Diese Sicherheit auf physischer, sozialer und emotionaler Ebene zu schaffen, ist letztlich Voraussetzung dafür, dass alle Kinder und Jugendlichen ihr kreatives und musikalisches Potential entdecken und entwickeln können. Hierzu gehören eine klare Struktur und Ordnung des Raums, soziale Regeln sowie die Sicherheit vor Abwertung und die Sicherheit für das Akzeptiertwerden (vgl. Haak-Schulenburg 2020). Weitere Prinzipien wie Freiwilligkeit, Gastfreundschaft, Partizipation an der Entscheidungsfindung und an der Festlegung von Zielen können zwar nicht für den gesamten schulischen Unterricht gelten, sollten aber immer dann, wenn es möglich ist, Berücksichtigung finden. Auch für das Rollenverständnis der Lehrpersonen können aus dem Ansatz der „Community Music“ Anregungen entnommen werden. So kann die Lehrperson als „facilitator“ Lernprozesse initiieren, aber auch die Lernenden als Gestaltende ihres Umgangs mit Musik und ihres Lernens in den Vordergrund treten lassen (vgl. Meyer & Steinbach 2018, S. 93).

Umfangreiche Hinweise für die Auseinandersetzung mit Störungen und ihren Ursachen sowie vielfältige Methoden und Tipps zum Umgang mit diesen explizit im Musikunterricht bieten z.B. Eberhard (Eberhard 2025) und Grohé (Grohé 2011). Hilfreiche Ausführungen zu einer grundsätzlich wertschätzenden Beziehungsgestaltung und zum Umgang mit herausforderndem Verhalten in der Schule finden sich z.B. bei Baer&Koch (Baer&Koch 2020) Becker (Becker 2023), Hehn-Oldiges (Hehn-Oldiges 2021) und Prengel (Prengel 2013).

Neben der Ebene der Beziehungsgestaltung und der Schaffung eines sicheren Rahmens sind auch räumliche Aspekte für eine konstruktive und störungsarme Lernatmosphäre relevant. Vielfach findet Musikunterricht in defizitär eingerichteten Räumen oder auch in Kassenräumen statt. Ein Unterricht, der die Anforderungen der Curricula erfüllt, bedarf aber bestimmter räumlicher Voraussetzungen (vgl. Eberhard 2016). Nach Eberhard zeichnen sich inklusive Musikräume aus durch: ausreichend Platz für unterschiedliche Aktivitäten (bestenfalls unterschiedliche Bereiche, wie eine Stillarbeits- und eine Bewegungs- und/ oder Musizierzone), eine flexible Struktur des Raumes, gute Ordnungssysteme für die Instrumente, die selbständiges und zügiges Auf- und Abbauen ermöglichen, gute Akustik ohne problematische Nachhallzeiten und gute Lichtverhältnisse sowie das Vorhandensein von Hilfsmitteln und Spielhilfen für Instrumente sowie Ruhemöglichkeiten und/ oder Schallschutzkopfhörer (vgl. Eberhard 2016, S.129ff).
Für den inklusiven Musikunterricht sind unterschiedliche Settings möglich: Zum einen bedarf es eines Raumes für individuelles Lernen, das in einer Art „Lernbüro“ oder „Lernwerkstatt“ stattfinden kann. Hier können die Lernenden in eigenem Tempo an unterschiedlichen Aufgaben und mit unterschiedlichen Materialien arbeiten. Eine Ausstattung mit „Hörstationen“, an denen das eigenständige Hören von Musikstücken mit Kopfhörern möglich ist, ist wünschenswert. Für das praktische individuelle Arbeiten bieten sich kleine Räume an, in denen ungestört musiziert werden kann.

Für den Musikunterricht ist es wichtig, auch zwischen den Sozialformen zu wechseln. Insbesondere zur Musikpraxis gehört das gemeinsame Musizieren, sei es in einem Chor, einer Band oder in einem Orchester. Teil des Musikunterrichts ist somit auch das Experimentieren, Üben und Musizieren in Kleingruppen oder mit der gesamten Klasse. Hierfür bedarf es eines großen Raumes, in dem freie Bewegung möglich ist und in dem unterschiedliche Instrumente zur Verfügung stehen. Für die Schaffung eines „sicheren Raumes“ (siehe oben) ist insbesondere die Arbeit im Kreis sinnvoll (vgl. Ziegenmeyer 2016, S. 37), die sich mit Phasen der freien Bewegung abwechseln kann.

Nichtzuletzt kommt auch der zeitlichen Gestaltung und Strukturierung eine große Bedeutung zu. Besondere Beachtung sollte dabei die Gestaltung der Eingangsphase erhalten. Gemeinsame Rituale zu Beginn und/ oder bewusst gestaltete Unterrichtseinstiege können Übergänge unterstützen, motivieren und helfen, den Fokus auf die Lerninhalte auszurichten (vgl. Eberhard 2015, S. 6-8). Umfangreiche inhaltlich-methodische Anregungen zur Wahrnehmungsförderung wie auch zu den unterschiedlichen Kompetenzbereichen finden sich z.B. bei Eberhard (Eberhard 2016) und Schott (Schott 2023). Warum-ups und weitere spielerische Ideen bieten z.B. Storms (Storms 1995) und Bock (Bock 2023). Besonderen Wert auf Methoden, die zusätzlich die Förderung des sozialen Miteinanders in den Blick nehmen, legen darüber hinaus Dembowski (Dembowski 2023) und Fris-Ronsfeld & Thorning (Ronsfeld & Thorning 2024).

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3. Stufenmodelle für den inklusiven Musikunterricht

Für die tabellarischen Stufenmodelle im Vorhaben REMI-Musik werden vier grundlegende Teilbereiche ausdifferenziert: Musik wahrnehmen, Musik machen, Musik erfinden, Musik verstehen und über Musik nachdenken. Jeder dieser vier Teilbereiche kann wie folgt weiter ausdifferenziert werden:

Musik wahrnehmenMusik machenMusik erfindenMusik verstehen und über Musik nachdenken
Aufmerksames und fokussiertes Zuhören Musik wahrnehmen und ihre Wirkung/ ihren Charakter erfassen Musik wahrnehmen und musikalische Phänomene und Gestaltungsmittel erfassenMusik machen mit Instrumenten (Reproduktion) Musik machen mit der Stimme Musik in Verbindung mit Tanz und Bewegung praktizieren Improvisieren KomponierenMusik beschreiben Musik untersuchen und interpretieren Musik reflektieren und kontextualisieren Musik beurteilen

Die Tabellen im REMI-Projekt sind wie folgt aufgebaut:
Ganz links zeigen schmale farbige Spalten an, zu welchem Zugang die jeweiligen Stufen gehören. Wir unterscheiden die vier Zugänge basal, elementar, primar und sekundar. In inklusiven Klassen können alle vier Zugänge wichtig sein, weil die Lernenden individuell von sehr verschiedenen Lernausgangslagen betroffen sind. In den Tabellen sind die drei weiteren Spalten wie folgt überschrieben: Stufe in Erwachsenensprache, Stufe in Kindersprache und Lernbausteine. Diese Gestaltung der REMI-Tabellen dient dazu, dass jeder Stufe pädagogische Angebote zugeordnet werden, die zum Erreichen der nächsten Stufe beitragen sollen. Für das Verständnis der Stufenmodelle ist wichtig, dass sie den Lehr- und Fachkräften ein orientierendes Gerüst anbieten können, aber dass die Lernprozesse der Kinder nicht immer dem linearen Stufenaufbau entsprechen. Die Potentialentwicklung kann ungeordnet erscheinen und zum Beispiel Rückschritte und Sprünge aufweisen.

3.A Teilbereich Musik wahrnehmen

Die Wahrnehmung musikalischer Phänomene beginnt bereits vor der Geburt und entwickelt sich zeitlebens entsprechend der individuellen Erfahrungen eines Menschen mit dem weiter, was ihm – überwiegend, aber nicht nur – über das Ohr zugänglich wird. Eine differenzierte Wahrnehmung akustischer Phänomene im weitesten Sinne eröffnet den Zugang zum Reichtum der Welt der Geräusche und Klänge und ist ein essenzieller Bestandteil der Verbindung und Interaktion mit der Umwelt. Sie ist bedeutsam für die alltägliche Orientierung, für die Interaktion mit anderen Lebewesen, für die Entwicklung der Persönlichkeit und Identität sowie die Teilhabe an kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten.

Die Wahrnehmung musikalischer Phänomene beginnt bereits vor der Geburt und entwickelt sich zeitlebens entsprechend der individuellen Erfahrungen eines Menschen mit dem weiter, was ihm – überwiegend, aber nicht nur – über das Ohr zugänglich wird. Eine differenzierte Wahrnehmung akustischer Phänomene im weitesten Sinne eröffnet den Zugang zum Reichtum der Welt der Geräusche und Klänge und ist ein essenzieller Bestandteil der Verbindung und Interaktion mit der Umwelt. Sie ist bedeutsam für die alltägliche Orientierung, für die Interaktion mit anderen Lebewesen, für die Entwicklung der Persönlichkeit und Identität sowie die Teilhabe an kulturellen Ausdrucksmöglichkeiten.

Akustische Wahrnehmung und das Musikhören im engeren Sinne finden in unterschiedlicher Weise, mit unterschiedlichen Intentionen und in vielfältigen Kontexten statt. Sowohl das Musikhören nebenbei als auch das bewusste Musikhören zu Hause, im Konzert oder im Musikunterricht prägen die Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeit und lassen Muster entstehen, die das weitere musikalisches Erleben beeinflussen.

Für viele Kinder und Jugendliche hat das Musikhören einen hohen Stellenwert in ihrer Freizeit. Im Musikunterricht ist es die zentrale Kompetenz, da das Musikhören mit allen anderen musikbezogenen Kompetenzen und Ausdrucksformen verwoben ist. Es ist „zentrale Methode, zugleich aber ebenso Voraussetzung wie Ziel von Musikunterricht“ (Nimczik & Pabst-Krüger 2017). Während das alltägliche Musikhören oftmals eher nebenbei geschieht und häufig eigene musikalische Vorlieben präferiert, ist es Aufgabe des Musikunterrichts, vielfältige Zugänge zu einem breiten Spektrum an unterschiedlicher Musik zu schaffen und somit einen selbstbestimmten und erfüllten Umgang mit Musik zu ermöglichen (vgl. Krämer 2016, S. 221).

Unterschiedliche Systematisierungsversuche wie z.B. Ditzig-Engelhards Hörweisen (vgl. Ditzig-Engelhard 1997, 157-186) oder Adornos Hörertypen (vgl. Krämer 2016, S. 225-226) zeigen auf, welch vielfältige Möglichkeiten des Erlebens solch unterschiedliche Zugänge zum Musikhören eröffnen können. So können strukturelle, musik-immanente Aspekte genauso in den Fokus genommen werden, wie emotionale und assoziative.

In verschiedenen Epochen und Kulturen haben Menschen Musik auf sehr unterschiedliche Weise rezipiert. Auch diese unterschiedlichen Hörgewohnheiten und Regeln können aufgegriffen werden und Musik kann je nach Situation als gemeinschaftliches oder, zum Beispiel durch den Einsatz von digitalen Geräten und Kopfhörern, als individuelles Hörerlebnis gestalten werden (vgl. Thorou 2016, S. 17-19).

Der Musikunterricht kann in vielfältiger Weise die Entwicklung unterschiedlicher Aspekte musikalischen Wahrnehmungsfähigkeit im weitesten Sinne unterstützen und fördern:

3A 1.1: Aufmerksames und fokussiertes Zuhören (Tabelle 1a)

Im Gegensatz zum Musikhören nebenbei erfordert bewusstes Zuhören auch die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit zielgerichtet auf das Musikstück zu lenken und über einen gewissen Zeitraum aufrecht zu erhalten oder einzelne Aspekte der Musik in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Diese Kompetenz kann im Musikunterricht gefördert werden.

3A1.2: Musik wahrnehmen und ihre Wirkung und ihren Charakter erfassen (Tabelle 1b)

Ein weiterer Aspekt musikalischer Wahrnehmungsfähigkeit bezieht sich auf ihre emotionale Wirkung. Hier steht im Vordergrund, Musik als Ausdruck von Gefühlen und Stimmungen subjektiv zu erleben. Dies kann um den Aspekt der Assoziationen im weitesten Sinne erweitert werden. Im Musikunterricht können sowohl die Differenzierungsmöglichkeiten des Erlebens verfeinert als auch non-verbale und verbale Ausdrucksmöglichkeiten entwickelt werden.

3A1.3: Musik wahrnehmen und musikalische Phänomene und Gestaltungsmittel erfassen (Tabelle 1c)

Musikalische Phänomene sind durch unterschiedliche Klangeigenschaften, Strukturen und Parameter bestimmt. Ein Bestandteil musikalischer Wahrnehmungskompetenz ist es, diese musikalischen Gestaltungsmittel in ihrer Differenziertheit und Komplexität immer genauer zu erfassen und zunächst nonverbal und später verbal mit Hilfe musikalischer Fachsprache zu beschreiben. Basale Zugänge sind zunächst darauf ausgerichtet Stille und Klang zu unterscheiden, Klänge wiederzuerkennen und zu kategorisieren. In den weiteren Zugängen werden die Parameter dann weiter differenziert. In der Tabelle wird dabei die folgende Reihenfolge der Parameter in den verschiedenen Stufen zugrunde gelegt:

  • Klänge, Klangfarbe und Instrumente
  • Dynamik
  • Metrum, Takt, Tempo
  • Tonhöhe und Melodieverlauf
  • Zusammenklänge und Harmonik

Tabelle 3A: Musik wahrnehmen

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

bepsStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
a) Musik wahrnehmen - Aufmerksames und fokussiertes Zuhören
xDie Lernenden nehmen
Geräusche, Töne und
Klänge in ihrer Umgebung
wahr. Einzelne akustische
Phänomene treten in den
Vordergrund. Die Lernenden
halten inne, können diese
einer Richtung zuordnen
und sich ihnen zuwenden,
sofern sie diese als
bedeutsam erachten und als angenehm empfinden.
Ich kann Geräusche, Klänge und Töne in meiner Umgebung wahrnehmen und mich ihnen zuwenden oder von ihnen abwenden.Bezugspersonen können die Lernenden darin unterstützen, Klänge in der Umgebung bewusst wahrzunehmen, indem sie spielerisch und in zugewandter Weise den Fokus darauf lenken, z.B. indem sie ihre eigene Reaktion darauf zum Ausdruck bringen.
Hier ist es wichtig, unterschiedliche akustisch interessante Umgebungen anzubieten und Erfahrungen mit der großen Vielfalt der Klänge zu ermöglichen, z.B. bei einem Gang in der Natur etc.
Auch die bewusste Gestaltung der Räume, in denen die Lernenden sich aufhalten, kann ihre Erfahrungswelt erweitern. Vielfältige Möglichkeiten können hier zum Einsatz kommen, z.B.: Musik vom CD-Player o.Ä. kann abgespielt werden, die Stimme der Bezugspersonen kann vielfältig einbezogen werden, Instrumente oder auch Alltagsgegenstände können zum Klingen gebracht werden, Spielzeuge, die Geräusche machen, können zur Verfügung gestellt werden etc.
Grundsätzlich ist es dabei wichtig, dass Kinder sich von für sie als unangenehm empfundenen Geräuschen abwenden oder diese ggf. stoppen können.
Die Lernenden erfahren den stimmlichen Ausdruck als wesentlichen Teil der Kontaktauf-nahme bzw. der sozialen Interaktion.Ich merke, wenn andere Menschen mit ihrer Stimme Kontakt zu mir aufnehmen und wende mich ihnen zu. Hier sind alle denkbaren spielerischen und zugewandten Umgangsweisen mit dem Tönen von Bedeutung. Sowohl sprachliche Äußerungen, Singen, Summen und Fantasiesprache sind je nach Alter Teil der Kontaktaufnahme. In einem Dialog, der all diese stimmlichen Möglichkeiten aufgreifen kann, kann auf die Äußerungen der Lernenden feinfühlig reagiert werden. Anregung kann sein, sich nur in Fantasiesprache oder in Tiersprache zu unterhalten etc. Durch die Art der Stimmgebung vermitteln sich auch vielfältige emotionale Facetten. Wichtig ist hierbei, auch wahrzunehmen, wenn die Lernenden sich abwenden und ggf. Ruhe oder eine Pause brauchen.
Die Lernenden erleben, dass bestimmte Geräusche, Klänge und Töne ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Sie erleben diese als Anreize, sich ihnen zuzuwenden.Spannende Geräusche, Klänge und Töne ziehen mich in den Bann. Ich wende mich ihnen neugierig zu.

Eine Bandbreite von verschiedenen Geräusch- und Tonquellen ist hier relevant. Es können Gegenstände und Instrumente bereitgestellt werden. Eine Alternative ist es, auf digitale Soundbibliotheken zurückzugreifen, z.B. unter:

https://pixabay.com/de/sound-effects/ oder

https://www.epidemicsound.com/de/sound-effects/.

 

Die Bezugsperson sollte auf die individuelle Reaktion der Lernenden eingehen. Daraus kann ein spielerischer und anregender Dialog entstehen.

Die Lernenden erkennen Geräusche, Klänge und Töne wieder. Sie werden ihnen vertraut.Ich kann Geräusche, Töne und Klänge in meiner Umgebung wahrnehmen und sie werden mir vertraut. Ich kann sie wiedererkennen, wenn ich sie mehrmals gehört habe.Um Vertrautheit mit Geräuschen, Klängen und Tönen zu entwickeln, bedarf es der Wiederholung. Die Anzahl der dargebotenen Klänge kann langsam erweitert werden. Besonders reizvoll sind Ratespiele, z.B. indem die gehörten Geräusche, Töne oder Klänge jeweils in die Kategorien neu oder bekannt eingeordnet werden müssen. Auch hier können Soundbibliotheken einbezogen werden (siehe oben).
xDie Lernenden machen die Erfahrung, dass Musik ihre ganze Aufmerksamkeit einnehmen kann. Sie erfahren, dass Musikhören nicht nur nebenbei geschieht und sie können in solchen Situationen das Musikhören als positive Ressource kennenlernen.  Die Lernenden erfahren, dass das Musikhören sie unmittelbar zum Mitmachen anregt.Ich kann mir ein kurzes Musikstück anhören und meine Aufmerksamkeit darauf richten. Ich mache es mir bequem und genieße das Zuhören auf diese Weise oder ich bewege mich, tanze, klatsche oder singe spontan dazu. Um positive Erfahrungen mit dem Hören von Musik zu ermöglichen, ist es bedeutsam, für ein Setting zu sorgen, in dem sich die Lernenden wohlfühlen. Gleichzeitig ist es wichtig, das individuelle Befinden zu beachten und zu berücksichtigen, ob die Lernenden in dem Moment bereit sind, sich der Musik zu öffnen und zu widmen. Hilfreich ist es ebenfalls, gemeinsam Musik zu hören. Besonders wenn Lernende das nicht gewohnt sind, können Kinder dadurch das Musikhören als Ressource kennenlernen. Kinder reagieren häufig intuitiv auf Musik, indem sie sich dazu bewegen, mitklatschen oder Laute erzeugen. Es bestärkt sie, wenn Bezugspersonen sich davon anstecken lassen und auf ihre Weise mitmachen.
Bewusstes und fokussiertes Zuhören ist zunächst nur für sehr kurze Zeit möglich. Die Länge sollte entsprechend der Beobachtung angepasst werden. Zunächst sollten Musikstücke oder Ausschnitte nur kurz sein (also z.B. nur eine Minute). Wenn Kinder zum Mitmachen angeregt werden, kann die Musik länger aufgenommen werden. Zunächst ist es sinnvoll, Musikstücke auszuwählen, die wahrscheinliche Hörgewohnheiten aufgreift.
Die Lernenden erfahren unterschiedliche Gestaltungs- und Veränderungs-möglichkeiten, mit denen sie ihre Konzentrations-fähigkeit und Aufmerksamkeit beeinflussen können.Ich kann mir einen angenehmen Ort suchen und eine Haltung einnehmen, die mir hilft, gut zuzuhören und neugierig der Musik zu folgen. Wenn ich gerade nicht bereit bin zuzuhören, versuche ich herauszufinden, was mir helfen kann, meine Aufmerksamkeit zu fokussieren.Verschiedene Orte und Haltungen, in denen Musik gehört werden kann, sollten als Experiment ausprobiert werden, sodass die Lernenden herausfinden können, unter welchen Bedingungen sie gut zuhören können: allein oder mit anderen zusammen; sitzend/ liegend/ stehend/ sich bewegend, mit geschlossenen oder offenen Augen, mit Kopfhörer oder nicht, gemütlich mit einer Decke etc.
Die Lernenden können ihre Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf das Zuhören richten. Ich kann ein etwas längeres Musikstück anhören und meine Aufmerksamkeit darauf richten. Um die Lernenden darin zu unterstützen, einem Musikstück konzentriert zuhören zu können, kann es hilfreich sein, einen bewussten Übergang zu dieser Aktivität zu schaffen. Z.B. können die Lernenden angeregt werden, eine für sie besonders gute Position zu suchen, in der sie sich auf die Musik konzentrieren können und nicht abgelenkt werden (z.B. mit geschlossenen Augen den Kopf auf den Tisch legend etc.) Hilfreich ist es auch, in einer kurzen Einleitung Neugier zu wecken, z.B. durch die Ankündigung einer besonderen Hörreise mit dem Spaceshuttle EAR25 oder indem eine inhaltliche, an programmatische Aspekte anschließende Einbettung erfolgt, etc. Die Länge der Musikstücke oder Ausschnitte muss an die Möglichkeiten angepasst und dann schrittweise hin zu mehreren Minuten Dauer erweitert werden. Besonders gut eignen sich Musikstücke mit gut nachvollziehbarer Melodie oder auch Musikstücke mit programmatischem Charakter.
Die Lernenden können ihre Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf bestimmte musikalische Parameter richten.Ich kann meine Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Facetten (Parameter) eines etwas längeren Musikstückes richten, z.B. auf die Lautstärke oder die Instrumente, und diese in dem Stück verfolgen.Um sich auf bestimmte Aspekte zu fokussieren ist es hilfreich, entweder eine Visualisierung als Hörhilfe zu nutzen (z.B. eine Klangpartitur, in der bestimmte Parameter visualisiert sind) oder selbst eine Visualisierung zu erstellen, die bestimmte Aspekte fokussiert.
Ebenfalls möglich ist die Arbeit mit Bewegungen: die Lernenden können z.B. den Tonhöhenverlauf mit den Händen zeigen, die Lautstärke mit dirigieren, Formteile durch unterschiedliche Haltungen/ Positionen ausdrücken etc. Entsprechend der im Vordergrund stehenden Parameter sollten Musikstücke ausgewählt werden, bei denen diese Aspekte gut nachzuvollziehen und nicht zu komplex sind.
Die Lernenden machen bewusste Erfahrungen damit, wie sie eine offene Haltung gegenüber dem Fremden einnehmen können und sich auf eine Begegnung mit der Musik einlassen können, auch wenn sie erste irritierende oder abwertende Reaktionen empfinden. Wenn ein Musikstück erklingt, das mir fremd erscheint, kann ich diesem als „Hörforscher*in“ meine Aufmerksamkeit widmen und die Musik genauer entdecken. Fremd erscheinende Musik anzuhören, irritiert Lernende manchmal und verhindert manchmal, dass diese einen durch Neugier geprägten Zugang finden. Die Rolle als „Hörforscher*in“ lässt die Lernenden eine Distanz zu ihrer subjektiven Bewertung einnehmen und ermöglicht, mit einer forschenden und neugierigen Haltung neue Musik zu entdecken. 
Hier bieten sich insbesondere auch die Einbeziehung unterschiedlicher Hörmethoden an, wie z.B. assoziativ, emotional, sensomotorisch etc.
Hier können sowohl Musikstücke unterschiedlicher Epochen, z.B. Neue Musik, sowie Musik unterschiedlicher Kulturen eingesetzt werden.
xDie Lernenden können einem Musikstück aufmerksam und konzentriert zuhören.Ich kann mir ein längeres Musikstück anhören und meine Aufmerksamkeit darauf richten. Hilfreich, um sich auf bestimmte Aspekte zu fokussieren, ist auch hier, entweder eine Visualisierung als Hörhilfe zu nutzen (z.B. eine Klangpartitur, in der nun mehrere Parameter visualisiert sind) oder selbst eine Visualisierung zu erstellen, die bestimmte Aspekte fokussiert.
Ebenfalls hilfreich ist auch hier die Arbeit mit Bewegungen: die Lernenden können z.B. den Tonhöhenverlauf mit den Händen zeigen, die Lautstärke mit dirigieren etc.
Die Dauer der Musikstücke kann nun auf mehrere Minuten erweitert werden.
Die Lernenden können kriteriengeleitet zuhören.Ich kann mich mit meiner Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Facetten eines auch längeren Musikstückes konzentrieren, z.B. auf die Lautstärke, die Instrumente, die Melodie und kann Veränderungen über einen längeren Zeitraum wahrnehmen. Die Lernenden können je nach Aspekt ein Hörprotokoll anfertigen. Dazu können sie Raster mit Formteilen oder einen Zeitstrahl oder ein Zeitraster nutzen.
Auch eine kreative Darstellung anderer Art kann einzelne Aspekte aufgreifen und so die Fokussierung des Hörprozesses unterstützen. Z.B. könnte eine Partitur aus Steinen oder Farbkarten gelegt werden, sie könnten selbst die jeweilige Lautstärke anzeigen, sie könnten den Verlauf der Melodie mit einem Faden legen etc.
xDie Lernenden können Musik hören und dabei Notation als Hörhilfe nutzen.Ich kann ein längeres Musikstück hören und anhand von Notation verfolgen.

Zunächst ist es hilfreich, einzelne Stimmen mitzuverfolgen, die leicht nachvollzogen werden können, z.B. in Stücken, in denen eine klare, hervortretende Melodie vorliegt. Hier können reduzierte Partituren helfen oder Partituren, die farblich kodiert sind. (z.B. Beethovens 5. Sinfonie: https://openmusic.academy/docs/ixpWatBQMctwRbPFJHuoi9/schule-partiturlesen-mit-beethoven-op67-allegro-con-brio)

b) Musik wahrnehmen und ihre Wirkung und ihren Charakter erfassen
xDie Lernenden erleben unmittelbar, dass das Wahrnehmen von Geräuschen, Klängen, Tönen oder Musikstücken mit dem Erleben von Emotionen verknüpft ist bzw. sein kann. Sie reagieren mit Freude, Abwehr etc.Ich kann Freude zeigen, wenn ein Geräusch, ein Klang oder ein Musikstück für mich angenehm ist.
Wenn ein Geräusch oder eine Musik mir unangenehm ist, wende ich mich ab.
Unterschiedliche Geräusche und Klänge können dargeboten werden. An den Reaktionen können die Bezugspersonen wahrnehmen, ob diese als angenehm oder unangenehm wahrgenommen werden. Bezugspersonen können dies verbalisieren und im weiteren Handeln berücksichtigen.
Die Lernenden erleben unmittelbar, dass über den stimmlichen Ausdruck Gefühle vermittelt werden.Wenn andere Menschen mit ihrer Stimme Kontakt zu mir aufnehmen, hört sie sich unterschiedlich an. Sie kann freudig klingen, müde oder traurig etc.Hier sind alle denkbaren spielerischen und zugewandten Umgangsweisen mit dem Tönen von Bedeutung. Sowohl sprachliche Äußerungen, Singen, Summen und Fantasiesprache sind je nach Alter Teil der Kontaktaufnahme. Im Dialog kann dann auf die Äußerungen der Lernenden feinfühlig reagiert werden. Der Fokus liegt hier auf den emotionalen Ausdrucksweisen und Facetten, die durch die Stimmgebung vermittelt werden. Wichtig ist hierbei, auch feinfühlig wahrzunehmen, wenn die Lernenden sich abwenden und ggf. Ruhe oder eine Pause braucht.
Die Lernenden erfahren, dass Musik unterschiedliche Gefühle und Stimmungen ausdrückt und können diese erfassen und bildlich zum Ausdruck bringen.Musik klingt ganz unterschiedlich. Ich kann passende Bilder zuordnen oder selbst Bilder gestalten.Kinder erfassen Gefühle intuitiv und zunächst nicht sprachlich. Zunächst ist es hilfreich, mit bildlichen Darstellungen zu arbeiten, in denen unterschiedliche Gefühle gezeigt werden, z.B. mit Bilderbüchern wie „Heute bin ich“ oder Karten, auf denen Gefühle als Fantasiewesen dargestellt sind. Zunächst bietet es sich an, mit Gefühlen wie Freude, Angst, Wut und Trauer zu arbeiten, bzw. auch Gefühle der Kinder aufzugreifen, die diese nennen oder die die Begleitenden bei den Kindern erleben. Hier können sowohl musikalische Sequenzen von anderen improvisiert, als auch Kompositionen unterschiedlicher Komponist*innen verwendet werden.

xDie Lernenden können den emotionalen Gehalt eines Musikstücks erfassen und Begriffen zuordnen.Wenn ich ein Musikstück höre, kann ich erkennen, welches Gefühl die Musik für mich ausdrückt.Beim Aufbau eines Vokabulars zur Beschreibung eines Musikstücks kann eine Auswahl an möglichen Begriffen vorgegeben werden, aus der subjektiv passende Begriffe auswählt werden können. Eine Verknüpfung mit bildlichen oder pantomimischen Darstellungen der Gefühle ist hier hilfreich. Musikstücke unterschiedlicher Genres sollten berücksichtig werden. Dabei können auch die Lernenden selbst Stücke auswählen und anderen vorspielen.
Die Lernenden können den emotionalen Gehalt eines auch längeren Musikstücks erfassen und mit Begriffen benennen. Auch Veränderungen können dabei berücksichtigt werden.Wenn ich ein Musikstück höre, kann ich erkennen, welche Gefühle es ausdrückt, auch wenn diese sich verändern. Dafür kann ich passende Begriffe finden.Hier können auch komplexere Musikstücke mit sich veränderndem emotionalen Ausdruck ausgewählt werden, z.B. ein Satz aus einer Sinfonie, Filmmusik o.Ä.
c) Musik wahrnehmen und musikalische Phänomene und Gestaltungsmittel erfassen
xDie Lernenden können zwischen Stille und Geräusch, Klang und Musik unterscheiden und dies wahrnehmen.Ich kann den Unterschied zwischen Stille und Geräusch, Klang und Musik wahrnehmen.Stille und Geräusch können durch das An- und Ausschalten eines Musikrecorders (CD oder Ähnliches) durch die Lernenden selbst oder durch andere erzeugt werden.
Spiele, wie „Stopptanz“, auch in abgewandelter Form (z.B. indem jemand nur eine Hand bewegt) lassen die Lernenden spielerisch Erfahrungen mit Stille, Musik und Bewegung machen.
Die Lernenden können unterschiedliche Geräusche und Klänge wahrnehmen und bekannte Geräusche und Klänge wiedererkennen.Ich kann unterschiedliche Arten von Geräuschen und Klängen wahrnehmen und wiedererkennen.Unterschiedliche Klänge und Geräusche im nahen Umfeld können angeboten werden; dabei ist es sinnvoll, bekannte und neue zu mischen.
Es bieten sich Spiele an, in denen Klänge dem Hören nach in die Kategorien neu/ unbekannt und bekannt zugeordnet werden (z.B. durch ein bestimmtes Handzeichen oder durch Aufstehen, sobald etwas Bekanntes erklingt).
xDie Lernenden können Klänge und Klangfarben grob unterscheiden.Ich kann Klänge ordnen in gleiche, ähnliche und unterschiedliche.Es bieten sich Methoden an, wie z.B. mit einem Klang-Memory in Filmdosen zu spielen und gleiche Klänge zu finden oder auch dies selbst zu erstellen und damit zu spielen;
es kann eine Klang-Schatzkiste selbst gestaltet werden, Klänge können auf unterschiedliche Weise geordnet werden;
Klänge können dafür auch aufgenommen werden, z.B. in der Natur oder in der Stadt, und dann gemeinsam in Kategorien geordnet werden.
Die Lernenden können bekannte Klänge wiedererkennen und einem Instrument zuordnen.Ich kann bekannte Klänge wiedererkennen und einem bekannten Instrument zuordnen.

Hier bieten sich verschiedene Apps an, in denen Zuordnungen getroffen werden müssen, z.B. mit Learningapps (https://learningapps.org/index.php?s=Musikinstrumente+) oder musicca (https://www.musicca.com/de/uebungen/instrumente).

Die Lernenden können die Dynamik eines Musikstücks in die Stufen laut und leise differenzieren.Ich kann zwischen lauten und leisen Tönen unterscheiden und dies zeigen.Zu einem Musikstück kann die Lautstärke wie ein Dirigent angezeigt werden (große und kleine Bewegungen) oder grafisch dargestellt/ gezeichnet werden. Die Lernenden können hier angeregt werden, eigene Formen der kreativen Darstellung zu finden.
Die Lernenden können schnelle und langsame Tonfolgen unterscheiden und das Tempo eines Musikstücks erfassen.Ich kann zwischen schnellen und langsamen Tonfolgen unterscheiden und ich kann das Tempo eines Musikstücks erfassen.Metrum, Takt und Rhythmus werden vor allem zunächst gut durch die Umsetzung von Bewegung erfasst. Die Lernenden können sich entsprechend unterschiedlicher vorgegebener Tempi durch den Raum bewegen. Die individuelle Vorstellung kann hier durch visuelle Aspekte, z.B. Schritte unterschiedlicher Tiere (Elefantenschritte, Mäuseschritte etc.) unterstützt werden.


Die Lernenden können Tonhöhen in hohe und tiefe Töne differenzieren.Ich kann zwischen hohen/ hellen und tiefen/ dunklen Tönen unterscheiden und dies zeigen.Es können Partnerspiele gemacht werden, z.B.: Partner A spielt eine Tonfolge und Partner B zeigt an, ob der Ton heller oder dunkler bzw. höher oder tiefer wird. Alternativ kann Partner B auch den Verlauf der Tonfolge aufmalen.
(Anm.: Kinder benutzen für die Unterscheidung unterschiedlicher Tonhöhen häufig das Gegensatzpaar hell-dunkel. Aus diesem Grund wird in der Kindersprache diese Begrifflichkeit gewählt.)
Die Lernenden können zwischen angenehmen und unangenehmen Zusammenklängen unterscheiden.Ich kann zwischen „schrägen“ und wohlklingenden Klängen unterscheiden.Die Lernenden können Klänge z.B. ein Schild für schräge und wohlklingenden Klängen malen, z.B. mit einer Figur oder einem Smiley, der diese Qualitäten für sie ausdrückt. Beim Hören können sie ihr Schild dann entsprechend hochhalten. Ebenfalls möglich sind zwei Felder im Klassenraum, denen sie sich bei jedem Klang zuordnen.



Die Lernenden können einige Instrumente hörend erkennen.Ich kann einige Instrumente hörend erkennen.

Die Lernenden können sich gegenseitig verdeckt Instrumente vorspielen und diese gegenseitig erraten oder Instrumente aus digitalen Medien nutzen, z.B. https://www.musicca.com/de/uebungen/instrumente

Die Lernenden können Instrumente unterschiedlichen Instrumenten-familien zuordnen.Ich weiß, wie Instrumente unterschiedlicher Instrumentenfamilien klingen und kann einzelne Instrumente verschiedenen Instrumentenfamilien, wie Streich- oder Blasinstrumente, zuordnen.

Die Lernenden können sich gegenseitig Instrumente vorspielen oder Instrumente aus digitalen Medien nutzen, z.B. https://www.musicca.com/de/uebungen/instrumente

Die Lernenden kennen typische Besetzungen, wie Orchester und Band, und können diesen verschiedene Instrumente zuordnen.Ich kann einzelne Instrumente verschiedenen Besetzungen richtig zuordnen.Die Lernenden können pantomimische Darstellungen verschiedener Ensembles entwickeln.
Dafür können z.B. Instrumentenkarten ausgeschnitten werden. Jede Person erhält dann eine Instrumentenkarte. Dann werden verschiedene Ensembles genannt und alle, die Teil dieses Ensembles sind, stehen auf und/ oder bilden das Ensemble, indem sie sich in dieser Weise hinsetzen.


Die Lernenden können Grundstufen der Dynamik erfassen und beschreiben.Ich kann die Lautstärke eines Musikstücks anzeigen und beschreiben. Hier bieten sich spielerische Zugänge an, z.B. indem jemand eine Tonfolge oder ein Musikstück spielt und ein*e Partner*in die gespielte Dynamik als „Dirigent*in“ anzeigt; dann auch umgekehrt: der/ die Dirigent*in zeigt die Lautstärke, die andere Person spielt.
Eine andere Möglichkeit ist das Anhören eines kurzen Musikausschnitts, wobei die Lernenden die Lautstärke aufzeichnen.


Die Lernenden können unterschiedlich schnelle Tonfolgen unterscheiden, Betonungen und leichte und schwere Zählzeiten sowie das Tempo eines Musikstücks erfassen.Ich kann unterschiedlich schnelle Tonfolgen unterscheiden. Ich kann Betonungen erleben und den Gegensatz von schweren und leichten Zählzeiten aufnehmen. Ich kann das Tempo eines Musikstücks erfassen.Metrum, Takt und Rhythmus werden vor allem zunächst gut durch die Umsetzung von Bewegung erfasst. Die Lernenden können sich entsprechend des Tempos durch den Raum bewegen. Das Tempo können sie als „Dirigent*in“ aufnehmen.
Eine andere Zugangsweise ist das Zuordnen von Begriffen zu einer Zeichenfolge, die betonte und unbetonte Silben zeigen.

Die Lernenden können Tonhöhen-unterschiede wahrnehmen und zwischen Wiederholung, Schritt und Sprung unterscheiden.Ich kann Tonhöhenunterschiede wahrnehmen. Ich kann Tonwiederholungen, Tonschritte und Tonsprünge unterscheiden.Hier bietet sich das Spiel „1, 2 oder 3“ an: Die Lernenden hören eine Tonwiederholung, einen Tonschritt oder einen Tonsprung und müssen sich auf das entsprechende zugeordnete Feld begeben.

Die Lernenden können kurze Melodieverläufe treffend darstellen.Ich kann kurze Melodieverläufe oder Ausschnitte erfassen und skizzieren.Melodieverläufe lassen sich gut mit grafischer Notation festhalten (ggf. auch andersherum üben: aufmalen, dann spielen).
Die Lernenden können zwischen konsonanten und dissonanten Zusammenklängen unterscheiden.Ich kann zwischen spannungsreichen, „schrägen“ und spannungsarmen, wohlklingenden Klängen unterscheiden.Die Lernenden können Klänge durch Grimassen oder Standbilder ausdrücken: einen Ausdruck für spannungsreiche und einen Ausdruck für spannungsarme Klänge.
Die Lernenden können zwischen einstimmigen und mehrstimmigen Klängen unterscheiden.Ich kann hören, ob nur eine Stimme oder mehrere Stimmen gleichzeitig erklingen.

Auch hier bietet sich eine Visualisierung durch grafische Notation an (Vorschläge finden sich z.B. bei Mittelstädt, 2007, S.179 oder unter: https://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/tooltip.php?id=290). Alternativ kann auch eine Kartenabfrage gemacht werden, bei der die Lernenden eine der Anzahl der Stimmen entsprechende Anzahl an Karten hochhalten.

xDie Lernenden können Instrumente hörend erkennen und Familen zuordnen.Ich kann Instrumente erkennen und den genauen Instrumentenfamilien zuordnen.

Das Üben der Zuordnung kann mit realen Instrumente oder digitalen Medien erfolgen, z.B. mit: https://www.musicca.com/de/uebungen/instrumente oder https://klangkiste.wdr.de/#/doremix

xDie Lernenden können Spielweisen und -techniken und Klangfarben hörend erfassen.Ich kann Spielweisen und -techniken sowie Klangfarben hörend erfassen.

Hier können Lernende eigene Instrumente vorstellen oder es können digitale Medien genutzt werden, z.B.:

https://www.musicca.com/de/uebungen/instrumente

https://klangkiste.wdr.de/#/doremix

xDie Lernenden können Besetzungen unterschiedlicher Stile und kultureller Einflüsse erkennen und Instrumente zuordnen.Ich kann unterschiedliche Besetzungen und Ensembles unterschiedlicher Stile und Kulturen erkennen und benennen und einzelne Instrumente zuordnen.

Verschiedene Übungsbeispiele zu klassischen und populären Instrumenten finden sich unter: https://www.musicca.com/de/uebungen/instrumente. Verschiedene Übungsbeispiele zu Instrumenten unterschiedlicher Kulturen finden sich unter: https://www.planet-schule.de/schwerpunkt/klaenge-der-welt/index.html.

Die Lernenden können die Dynamik eines Musikstücks genau und in differenzierten Stufen wahrnehmen und darstellen.Ich kann die Dynamik eines Musikstücks und ihre Entwicklung genau wahrnehmen und darstellen.In einer grafischen Partitur kann die Dynamik inklusive der Dynamikverläufe differenziert eingezeichnet werden.



Die Lernenden können Metrum und Takt hörend erfassen und benennen. Sie können Rhythmen notieren.Ich kann unterschiedliche Metren und Taktarten hörend erfassen und richtig benennen. Ich kann einfache Rhythmen erfassen und mit Hilfe grafischer Notation oder Notenschrift aufschreiben.Für die Arbeit mit Metrum, Rhythmus und Takt ist die Einbeziehung von Bewegung zentral. So können leichte und schwere Zählzeiten erfasst werden.
Um die Hörfähigkeit zu trainieren, bietet sich die Arbeit mit Rhythmussprache an. Außerdem sollte viel mit Bodypercussion und Instrumenten gespielt werden. Rhythmusbausteine können einzeln geübt werden. In einem zweiten Schritt werden diese dann von einer Person vorgespielt und von der hörenden Person den notierten Rhythmuspattern zugeordnet.
Die Lernenden können zwischen Tonwiederholungen, Schritten sowie kleinen und großen Sprüngen unterscheiden.Ich kann Tonhöhenunterschiede genau wahrnehmen. Ich kann Tonwiederholungen, Tonschritte und kleine und große Tonsprünge unterscheiden.Die Lernenden können in Partnerarbeit üben: Partner 1 spielt entweder eine Tonwiederholung, einen Tonschritt oder einen Sprung und Partner 2 muss die Begriffe zuordnen.
Alternativ kann Partner 1 auf einer Treppe stehen und Partner 2 spielt eine Tonwiederholung, einen Schritt oder einen (kleinen) Sprung. Partner 1 muss sich entsprechend der Tonfolge auf der Treppe bewegen.
Die Lernenden können Melodieverläufe treffend darstellen.Ich kann Melodieverläufe genau erfassen. Ich kann den Tonhöhenverlauf skizzieren.Für eine differenzierte Wahrnehmung der Tonhöhen ist besonders die praktische Arbeit mit Instrumenten und mit der Stimme wichtig. Die Arbeit mit absoluter oder relativer Solmnisation kann unterstützen, ein Gefühl für Tonabstände zu entwickeln. Die Lernenden können auch in Partnerarbeit die Unterscheidung üben: Parter*in 1 spielt spontan eine Tonfolge und Partner*in 2 zeigt die Tonhöhe und deren Verlauf mit der Hand bzw. dem Arm.
Alternativ kann Partner*in 1 auf einer Treppe stehen und Partner*in 2 spielt aufsteigende oder absteigende Töne und Partner*in 1 bewegt sich parallel dazu auf und ab.
Die Lernenden können konsonante und dissonante Zusammenklänge unterscheiden.Ich kann konsonstante von dissonanten Klängen unterscheiden.Hier können vorbereitete Unterscheidungsübungen angehört oder auch in Partnerarbeit so ausgestaltet werden, dass eine Person einen Klang spielt und die andere beschreibt, ob es sich um einen konsonanten oder dissonanten Klang handelt.
Die Lernenden können zwischen Dur und Moll unterscheiden.Ich kann Dur- und Mollklänge unterscheiden.

Zur Unterscheidung hilft es, zunächst unterschiedliche individuelle Formen der Charakterisierung von Moll und Dur zu finden: Adjektive, Bilder, Farben etc., um sich die Klangfarbe einzuprägen. Ein Angebot zum Selbstlernen findet sich unter: https://www.musicca.com/de/uebungen/kreis/49

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3.B Teilbereich Musik machen

3.B1.1: Musik machen mit Instrumenten (Reproduktion) (Tabelle 2a)

Musikstücke zu üben, sie zu reproduzieren und gegebenenfalls auch zu präsentieren erfordert sowohl individuelle musikpraktische Kompetenzen am Instrument als auch die Kompetenz des Zusammenspiels. Klänge müssen bewusst erzeugt werden können, Rhythmen, Tonfolgen und/oder Harmoniefolgen müssen eingeübt und sicher und im Metrum dargeboten werden können. Für das Zusammenspiel sind ein gemeinsamer Beginn und ein gemeinsames Ende wichtig, außerdem ist das Aufnehmen und Einhalten eines gemeinsamen Pulses zentral.

Die Entwicklung der Kompetenz des (gemeinsamen) Reproduzierens von Musik beinhaltet also ein Zusammenspiel mehrerer Aspekte: Die Entwicklung differenzierter und komplexer Fähigkeiten und Spieltechniken am Instrument, die Fähigkeit, Rhythmen, Tonfolgen und Harmonien am Instrument umzusetzen, sowie die Fähigkeit, im Metrum mit anderen zusammen zu spielen. Das Material kann sowohl durch das Hören als auch durch das Lesen von traditioneller Notenschrift (ggf. erweitert durch Hilfsmittel) als auch durch das Lesen von Akkordsymbolen erfolgen.

Das Erlernen von Musikstücken beziehungsweise einer Stimme eines Arrangements erfordert einen Prozess des mehrmaligen Übens. Eine Passgenauigkeit hinsichtlich der vorhandenen Kompetenzen hilft, nicht zu überfordern. Gleichzeitig ist der Übeprozess und das Erreichen eines Erfolges wesentlicher Teil des Lernprozesses, der sich auch positiv auf andere außermusikalische Lernprozesse auswirken kann. Hilfreich für den individuellen Prozess kann auch der Einsatz von Erklärvideos sein, anhand derer Spieltechniken, Rhythmuspattern oder Tonfolgen erarbeitet und gelernt werden können. Wirksam ist ebenfalls die direkte Anleitung durch eine Lehrperson sowie „Peer Tutoring“ durch Mitschülerinnen (vgl. Huhn 2022, S. 295). Besonders motivierend ist es für Schülerinnen auch, Eingeübtes zu präsentieren – sei es zunächst im Klassenverband und dann bei schulischen oder außerschulischen Veranstaltungen.

3B1.2 Musik machen mit der Stimme (Tabelle 2b)

Singen ist die „ursprünglichste, immer verfügbare Ausdrucksmöglichkeit des Menschen“ (Busch & Müller 2016, S. 143). Die Stimme ist höchst individuell und persönlich. Zentral für das Singen im inklusiven Musikunterricht ist es, einen „weiten Singbegriff“ zugrunde zu legen, der sowohl experimentelles vokales Musikmachen als auch das Singen von unterschiedlichen Liedern und Songs beinhaltet (vgl. Arnold-Joppich 2022, S. 245).

Ziele des vokalen Musizierens bestehen neben persönlichkeitsstärkenden und gemeinschaftsfördernden Aspekten darin, die eigene Stimme kennenzulernen und ihre stimmlichen Möglichkeiten zu erweitern, im Umsetzen ein- und mehrstimmiger Werke in Gruppen (ggf. auch solistisch) sowie im Erwerb eines gewissen Repertoires von Liedern unterschiedlicher Epochen und Kulturen (ebd. 249f).

Musik und Bewegung sind untrennbar miteinander verbunden. Wenn wir Musik wahrnehmen, geschieht dies über die Wahrnehmung von Schwingungen und auch wenn wir Musik machen, ist Bewegung der Ausgangspunkt. Insbesondere Kinder in den ersten Lebensjahren bewegen sich spontan mit ihrem ganzen Körper, wenn sie Musik hören (vgl. Kugler 1995, S. 228). Darüber hinaus ist musikalisches Lernen insgesamt eng mit körperlichen Erfahrungen verknüpft (vgl. Gruhn 2018, S. 27).

Hinsichtlich des Musikunterrichts kann unterschieden werden zwischen Bewegungen bei der Produktion von Musik (Bewegungen zur Klangerzeugung und den Ausdruck verstärkende „Mitbewegungen“ sowie Bewegungen beim Dirigieren) und Bewegungen bei der Rezeption der Musik (sichtbare Außenbewegungen und eher nicht sichtbare innere Bewegungen), (vgl. Kugler 1995, S. 224). Der Kompetenzbereich Bewegung und Tanz bezieht sich auf die Bewegungen, die als Reaktion auf das Wahrnehmen von Musik entstehen. Musikbezogene Bewegungen können zum einen zum Mitvollzug musikalischer Parameter gezielt eingesetzt werden und dienen somit eher der Analyse. Außerdem können sie als ästhetisch-künstlerische Tätigkeit verstanden werden. Zum Tanz werden Bewegungen „durch die bewusste Gestaltung oder durch einen bewusst gewählten Ausdruck der Bewegung oder durch eine Kombination von beidem“ (Vogel 2022, S. 336).

Tanz spielt in der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen eine sehr unterschiedliche Rolle. Während viele Kinder im Kindergartenalter noch sehr gern tanzen, sinkt die Begeisterung im Schulalter (vgl. Minkenberg 1991, nach Kugler 1995, S. 228). Während einige Kinder mit spontaner Begeisterung reagieren, wenn sie die Gelegenheit bekommen, sich zur Musik zu bewegen, sind andere eher ängstlich und befangen. In den Medien wird ihnen in Musikvideos ein perfektionistisches Bild von Körper und Bewegung vermittelt, das für einige einen starken Vorbildcharakter einnimmt. Um Bewegung und Tanz im inklusiven Musikunterricht zu einer positiven Erfahrung für die Lernenden zu machen, bedarf es einer spielerisch-experimentellen Herangehensweise, die anregt, individuelle Bewegungen zu entwickeln, anstatt Normen von „richtig“ und „falsch“ vorzugeben und die Bewegung als selbstverständlichen Aspekt des Musikunterrichts von Anfang an einschließt. Reagieren Kinder und Jugendliche ängstlich oder skeptisch, kann es hilfreich sein, den Begriff „Tanz“ zunächst durch „Performance“ oder „Szenen zur Musik“ zu ersetzen und so mögliche Hemmschwellen abzubauen (vg. Vogel 2022, S. 339).

Tabelle 3B: Musik machen

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

bepsILZStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
a) Musik machen mit Instrumenten (Reproduktion)
allgemein
xDie Lernenden können unterschiedliche Klänge erzeugen und imitieren.Ich kann Instrumenten unterschiedliche Klänge entlocken. Ich mache Klänge nach, die ich vorher gehört habe oder andere machen Klänge nach, die ich gespielt habe.Musikalische Reproduktion ist hier zunächst vorbereitet durch den spielerischen Dialog, der das Imitieren von Klängen, zunächst durch den/ die Dialogpartner*in, einfließen lässt. Spontane Imitationen der Lernenden können durch die Reaktionen der Bezugsperson besonders hervorgehoben werden bzw. es kann mit Worten beschrieben werden, inwieweit Klänge gleich, ähnlich oder ganz unterschiedlich klingen.
Zusammenspiel
xDie Lernenden können gemeinsam beginnen und aufhören. Sie können auf Zeichen eines/r Dirigent*in reagieren.Ich kann mit anderen gemeinsam Musik machen. Wir fangen gemeinsam an und hören gemeinsam auf. Ich höre mich selbst und ich höre die anderen.Hier kann der Fokus auf gemeinsames Anfangen und Aufhören gelegt werden. Unterschiedliche Spiele sind möglich, in denen eine anleitende Person als Dirigent*in ein Zeichen für das Beginnen und Beenden des gemeinsamen Spiels gibt und/ oder auch laut einzählt. Auch die Kinder können die Rolle der/des Dirigent*in übernehmen und Zeichen geben oder einzählen.
xDie Lernenden können ein Lied mit dem Grundschlag (Klatschen oder einfache Rhythmusinstrumente) oder durch die Wiederholung eines Tons begleiten.Ich kann ein Lied begleiten, indem ich im Rhythmus mitklatsche, auf einem Rhythmusinstrument spiele oder auf einem einzelnen Tonbaustein begleite. Dabei orientiere ich mich am Klatschen der leitenden Person.Hilfreich ist hier das gemeinsame Mitmachen, wie z.B. das gemeinsame Klatschen, so dass eine Orientierung möglich wird. Bei der Begleitung auf einem Ton muss ein zum Lied passender Ton vorgegeben werden.
allgemein
xDie Lernenden können erste Spieltechniken von einfachen Instrumenten (z.B. Orff-Instrumentarium) richtig umsetzen.Ich weiß, wie ausgewählte Instrumente gespielt werden. Ich halte die Schlägel richtig, schlage Instrumente richtig an etc. Ich gehe achtsam mit den Instrumenten um.Die Lernenden lernen verschiedene Basics für das Spielen einfacher Instrumente, z.B. aus dem Orff-Instrumentarium. Eigenes Experimentieren ist hier wichtig, gleichzeitig sollten traditionelle Spieltechniken gezeigt und geübt werden. Die Techniken sollten vorgemacht werden, dabei helfen auch Fotos einzelner Schritte oder Videos, die die Abläufe zeigen; wichtig ist aber auch die individuelle Rückmeldung zur Umsetzung.
xDie Lernenden können einfache Rhythmen mit einfachen Notenwerten nachmachen. Sie lernen erste unterschiedliche Formen der Visualisierung und Umsetzung mit Hilfe von Rhythmussprache, Wörtern und Bewegungen.Ich kann einen kurzen einfachen Rhythmus nachspielen und mit Hilfe von Rhythmussprache und/ oder Worten lernen.Das Lernen von Rhythmen geschieht zunächst vor allem durch gemeinsames Tun und durch Imitation. Besonders hilfreich ist der Einsatz von Rhythmussprache oder auch das Lernen der Rhythmen durch das Sprechen von Wörtern, die den Rhythmus umsetzen. Hilfreich ist grundsätzlich das Einbeziehen von Bewegung.
Zunächst sollten kurze, sehr einfache Rhythmen mit einfachen Notenwerten (z.B. Halbe-Viertel oder Viertel-Achtel) umgesetzt werden.
Beim Lernen helfen unterschiedliche Visualisierungen, z.B. dicke und dünne Punkte; das Laufen eines Rhythmus-Weges (z.B. große Flächen für Viertel, kleine Flächen für Achtel, etc.) mit unterschiedlich schnellen Schritten oder auch die Einbettung in spielerische Kontexte, z.B. das Umsetzen von Elefantenschritten bis hin zu Mäuseschritten o.Ä.)
Die Lernenden können zusätzlich versuchen, Rhythmen selbst zu erschließen, z.B. durch vorgegebene Wörter und das Sprechen der Silben oder durch die Visualisierung.
xDie Lernenden können einfache Tonfolgen mit Instrumenten umsetzen. Sie lernen, sowohl Gehörtes nachzuahmen als auch visuelle Vorgaben, wie z.B. Symbole, zu nutzen. Ich kann eine kurze einfache Tonfolge z.B. auf einem Orff-Instrument nachspielen und mit Hilfe von Farbnoten lernen.Zunächst sollte mit unterschiedlichen Instrumenten gearbeitet werden, die nur wenige Tonhöhen zur Verfügung haben. Anfangs bieten sich Klangstäbe oder Glockenspiele an. Möglich sind auch die weißen Tasten am Klavier und vieles mehr. Die Tonfolgen (auch verbunden mit einem Rhythmus) können zunächst gemeinsam durch Imitation geübt werden.
Gleichzeitig kann mit Farbcodes gearbeitet werden, so dass sowohl das auditive Üben als auch die Umsetzung von visuell vorgegebenen Symbolen angesprochen wird.
Die Lernenden können einen einfachen Rhythmus oder eine einfache kurze Tonfolge zum Grundschlag spielen.Ich kann einen kurzen einfachen Rhythmus oder eine kurze Tonfolge zum Grundschlag spielen.Zunächst ist es hilfreich, nur Rhythmen und Melodien zu verwenden, die stark mit dem Grundschlag synchron laufen (z.B. Viertel und Achtel). Das Spektrum der Notenwerte kann dann langsam erweitert werden.
Der Grunschlag kann gut durch Bewegung verinnerlicht und umgesetzt werden, z.B. durch Laufen oder Wippen.
Wenn Tonfolgen mit unterschiedlichen Notenwerten umgesetzt werden, ist es hilfreich, ggf. den Rhythmus separat zu üben.
Zusammenspiel
xDie Lernenden erfahren das Zusammenspiel im gleichen Grundschlag. Ich kann mit anderen zusammenspielen. Wenn ich mit anderen zusammenspiele, höre ich genau hin und achte darauf, dass wir gleich schnell sind.Zunächst bieten sich hier sehr einfache Rhythmen und Tonfolgen an. Ein gemeinsamer Grundschlag ist die Basis für das Zusammenspiel. Dieser kann gut durch gemeinsame Bewegungen und z.B. Bodypercussion oder auch durch das gemeinsame Sprechen des Rhythmus geübt werden. Auch das gemeinsame Dirigieren im Takt ist hilfreich.
Die Lernenden können ein einfaches Lied begleiten. Dabei können sie sich auf das Tempo einstellen.Ich kann zu einem kurzen Lied einen einfachen Rhythmus mit Bodypercussion oder auf Rhythmusinstrumenten spielen. Dabei achte ich darauf, dass ich im gleichen Tempo spiele.Zunächst können hier unterschiedliche Rhythmus-Pattern erarbeitet werden, am besten werden dazu eine Rhythmussprache oder Wörter benutzt. Diese können dann auf unterschiedliche Instrumente übertragen oder auch als Bodypercussion zu einem Lied ausführt werden.
xDie Lernenden können ein einfaches Lied mit einer reduzierten Anzahl von sich wiederholenden Tönen begleiten. Dabei können sie sich auf das Tempo einstellen.Ich kann ein Lied mit einer Tonfolge begleiten.Hier ist es hilfreich, einzelne Klangbausteine zu verwenden, die in die richtige Reihenfolge gestellt werden, sodass diese nur als Loop gespielt werden müssen.
Alternativ können auch mehrere Lernende zusammenarbeiten und z.B. Boomwhackers zur Begleitung verwenden.
allgemein
xDie Lernenden können individuelle Spieltechniken unterschiedlicher einfacher Instrumente richtig umsetzen.Ich kenne einfache Spieltechniken unterschiedlicher Instrumente und wende sie beim Spielen an. Ich gehe achtsam mit den Instrumenten um.Das Spektrum der Instrumente kann nun erweitert werden und auch die Spieltechniken können erweitert werden. Dabei benötigen die Lernenden sowohl konkretes und schrittweise erklärendes Anschauungsmaterial als auch konkrete individuelle Rückmeldungen.
xDie Lernenden können einfache Rhythmen einüben und umsetzen.Ich kann einen kurzen einfachen Rhythmus oder ein Rhythmuspattern durch Nachspielen oder nach Noten selbst lernen. Diesen Rhythmus kann ich zum Grundschlag spielen.

Hier können nun die Noten- und Pausenwerte erweitert werden (vor allem Ganze, Halbe, Viertel, Achtel). Diese sollten gleichzeitig mit Rhythmussprache gelernt und umgesetzt werden.

Alternativ können kurze Sätze helfen, die Rhythmen zu üben. Die Rhythmen sollten auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden: durch Sprechen, durch Bewegung, durch Klatschen oder andere Bodypercussion etc. Sowohl das Nachspielen ohne Noten als auch das Erarbeiten von Noten sollte geübt werden. Frei zugängliche Übungen zum eigenständigen Üben finden sich unter: https://www.musicca.com/de/uebungen/rhythmus

xDie Lernenden können einfache Melodien mit Stammtönen üben und zum Grundschlag umsetzen.Ich kann eine einfache Melodie aus Stammtönen nach Noten selbst lernen und kann sie zum Grundschlag spielen.

Für die Einführung und das Üben der Noten ist die schrittweise Einführung der Noten gekoppelt an das konkrete Umsetzen am Instrument wichtig. Zunächst sollte hier die Umsetzung an einem Instrument im Fokus stehen, an dem die Stammtonreihe klar visualisiert ist, z.B. Glockenspiel oder Keyboard. Frei zugängliche Übungen zum eigenständigen Üben finden sich im Internet unter: https://www.musicca.com/de/uebungen/toene

Zusammenspiel
xDie Lernenden können eine eingeübte Rhythmus- oder Melodiestimme mit anderen zusammen musizieren.Ich kann einen einfachen Rhythmus oder eine einfache Melodie- oder Begleitstimme in einer Gruppe mit anderen Instrumenten spielen. Dabei achte ich auf den gemeinsamen Grundschlag. Hier sollte zunächst mit ganz einfachen Stimmen bzw. sich wiederholenden Bausteinen gearbeitet werden (z.B. mit
einem einfachen Rhythmuspattern, das sich wiederholt). Möglich ist auch, eine einfache Stimme mit Klangbausteinen spielen zu lassen.
Wenn mehrstimmig gearbeitet wird, bietet sich zunächst an, Stimmen im gleichen Rhythmus spielen zu lassen.
Der Fokus liegt auf dem gemeinsamen Spiel, einem postiven Spielgefühl und darauf, aufeinander zu achten.
xDie Lernenden können mit einfachen rhythmischen oder melodischen Mitteln ein Lied begleiten.Ich kann ein kurzes Lied oder Musikstück mit einem einfachen Rhythmus oder einer Tonfolge auf einem Instrument begleiten. Dabei achte ich auf den gemeinsamen Grundschlag.Bei der Liedbegleitung sollte zunächst mit ganz einfachen Mitteln gearbeitet werden,
z.B. mit einer einfachen Rhythmusbegleitung, mit Bodypercussion oder einem einfachen Rhythmusinstrument. Umgesetzt werden kann beispielsweise ein Rhythmuspattern, das sich wiederholt. Dabei können einfache kurze Lieder gesungen werden.
Ansonsten bietet sich an: eine einfache Bassbegleitung mit Klangbausteinen oder ein Bordun in einem ganz einfachen konstanten Rhythmus.
Der Fokus liegt auf dem gemeinsamen Spiel, einem postiven Spielgefühl und darauf, aufeinander zu achten.
allgemein
xDie Lernenden erweitern das Repertoire ihrer Spieltechniken und können auf Feinheiten der Techniken bei der Umsetzung achten.Ich achte beim Spielen verschiedener Instrumente auf typische Spielweisen und -techniken und wende diese genau an. Ich gehe angemessen mit den Instrumenten um.Das Spektrum der Instrumente kann erweitert und die Spieltechnik verfeinert werden. Es bietet sich an, auch die Interessen der Lernenden zu berücksichtigen und z.B. entsprechend des Alters mit Bandinstrumenten zu arbeiten (z.B. E-Bass - dabei vor allem leere Saiten und einzelne Griffe, E-Gitarre - dabei Power-Chords, Keyboard - Akkorde in Grundstellung, Schlagzeug - einfache Schlagzeugrhythmen etc.)
Dabei benötigen die Lernenden vor allem konkretes Anschauungsmaterial sowie konkrete individuelle Rückmeldung.
Besonders bietet es sich an, mit Videodemonstrationen und Tutorials zu arbeiten, die die Lernenden zur Orientierung nutzen können.
Die Lernenden können auch komplexere Rhythmen selbständig üben und umsetzen.Ich kann ein anspruchsvolles Rhythmuspattern oder einen mehrtaktigen Rhythmus nach Noten selbst lernen und ich kann diesen sicher zum Grundschlag spielen.

Die Kenntnis der Noten und die Anwendung sollten stets in Kombination gelernt und geübt werden. Nun sollten auch etwas komplexere Noten und Pausenwerte einbezogen werden (z.B. Punktierte, Sechzehntel) sowie komplexere Rhythmen mit Synkopen. Dabei helfen weiterhin Rhythmussprache und Texte als Merkhilfen. Notierte Rhythmen sollen gelernt und geübt werden; gleichzeitig hilft es auch, einfache Rhythmen einem Notenbeispiel zuzordnen oder ganz einfache Rhythmen selbst aufzuschreiben. Frei zugängliche Übungen zum eigenständigen Üben finden sich unter: https://www.musicca.com/de/uebungen/rhythmus. Neben dem Einsatz von Musikinstrumenten sind nach Verfügbarkeit auch digitale Anwendungen, z.B. Garage Band, hilfreich und attraktiv.

Die Lernenden können Melodien auch mit Vor- und Versetzungszeichen selbständig üben und umsetzen.Ich kann eine Melodie nach Noten selbst lernen und sicher spielen. Ich kann Noten im Violinschlüssel mit Versetzungszeichen sicher lesen und am Instrument umsetzen.

Die Kenntnis der Noten und ihre Anwendung sollten stets in Kombination gelernt und geübt werden. Nun sollen auch Noten mit Versetzungszeichen eingeführt und integriert werden. Auch hier ist es zunächst hilfreich, Instrumente zu wählen, die das Notensystem anschaulich visualisieren (z.B. Keyboard). Frei zugängliche Übungen zum eigenständigen Üben finden sich unter: https://www.musicca.com/de/uebungen/toene. Neben dem Einsatz von Musikinstrumenten sind nach Verfügbarkeit auch digitale Anwendungen, z.B. Garage Band, hilfreich und attraktiv.

xDie Lernenden können eine Begleitstimme anhand von Noten oder Akkordsymbolen üben und umsetzen.Ich kann eine Begleitstimme nach Noten oder einfachen Akkordsymbolen lernen und sicher spielen.

Es eignen sich zunächst vor allem einfache Songs, die auch den Interessen der Lernenden entsprechen, wie z.B. 4-Chord-Songs in Tonarten wie C-Dur, G-Dur, D-Dur. Frei zugängliche Übungen zum eigenständigen Üben finden sich unter: https://www.musicca.com/de/uebungen/akkorde.

Zusammenspiel
xDie Lernenden können zusammen in einer Band oder einem Orchester eine eigene Stimme spielen. Sie können ihr eigenes Spiel mit dem Gesamtklang abgleichen und sich anpassen.Ich kann in einer Band oder in einem Klassenorchester eine Stimme allein oder mit einer anderen Person spielen. Dabei achte ich auf den gemeinsamen Grundschlag und darauf, dass ich mich mit meiner Art des Spielens und der Lautstärke anpasse.Es eignen sich vor allem Stücke, in denen sich einzelne Bausteine wiederholen.
Für die Arbeit als Band eignen sich vor allem Songs, in denen sich eine Akkordfolge häufig wiederholt (z.B. 4-Chord-Songs). Geeignet für die Umsetzung mit Gitarren wären vor allem Stücke in Tonarten wie C-Dur (Power Chords), G-Dur oder D-Dur (Power Chords oder einfache Akkorde).
xDie Lernenden können ein Lied begleiten. Ich kann ein Lied mit einem anspruchsvolleren Rhythmuspattern, einer Tonfolge oder mit Akkorden begleiten. Ich kann dabei Noten und Akkordsymbole nutzen und umsetzen.Es eignen sich vor allem Songs, in denen sich eine geringe Anzahl von Akkorden wiederholt, z.B. 4-Chord-Songs in Tonarten wie C-Dur, G-Dur, D-Dur.
Hier können unterschiedliche Instrumente eingesetzt werden, vor allem Instrumente, die für die individuellen Lernenden ansprechend sind. (Orff-Instrumente, Band-Instrumente, ggf. außerhalb der Schule erlernte Instrumente).

b) Musik machen mit der Stimme
xDie Lernenden entdecken ihre Stimme und können damit kommunizieren.Ich entdecke, dass ich mich mit meiner Stimme ausdrücken kann. Wenn ich Laute von mir gebe, reagieren andere. Manchmal machen wir abwechselnd Laute.Die Lernenden bedürfen hier in erster Linie feinfühliger Interaktion mit einer Bezugsperson, mit der sie in einen stimmlichen Dialog von Lauten treten können. Die Bezugsperson kann sowohl Laute aufgreifen und spiegeln als auch spielerisch neue Laute einbringen.
xDie Lernenden entdecken ihre Stimme und ihre vielfältigen AusdrucksmöglichkeitenIch entdecke, dass ich mit meiner Stimme viele unterschiedliche Laute und Töne von mir geben kann.Zentral sind hier ebenfalls die Begleitung durch eine Bezugsperson und der vielfältige Dialog sowie weitere positiv-zugewandte Reaktionen.
Um neue Laute und Töne zu entdecken, eignen sich Fantasiegeschichten, in denen viele Ereignisse (Tierlaute, Geräusche aus unterschiedlichen Kontexten, wie der Natur) stimmlich umgesetzt werden. Beispiele finden sich in Laufer & Vogel 2022, S.120ff.
xDie Lernenden imitieren Laute, Geräusche und Töne.Ich kann mit meiner Stimme unterschiedliche Geräusche und Töne nachmachen.Die Bezugspersonen können die Entwicklung dieser Kompetenzstufe fördern, indem sie Geräusche und Töne imitieren. Hier eignen sich z.B. Ratespiele, in denen eine Person einen Klang/ ein Geräusch imitiert und eine andere Person dies erraten muss.
Für die lautmalerische Imitation eignen sich außerdem Einsing- und Mitmachgeschichten.
xDie Lernenden können altersgerechte Sprechverse und Lieder zu verschiedenen Anlässen mitsingen.Ich kann kurze Sprechverse mitmachen und Lieder mitsingen. Ich kenne Lieder zur Begrüßung, Lieder zum Abschied und Lieder für viele andere Situationen.Passende Lieder für unterschiedliche Anlässe finden sich z.B. in: Frommelt & Pühringer (Hallo du!; Schnirkel, das schneckenkind; Ein kleiner Luftballon etc.), Kermann (Schubidua Tanz, Farben Quiz, Wochentage-Swing, Wenn du glücklich bist etc.), Gnettner (Ich begrüße dich: Hallo; Einmal hin und einmal her; Ich bin ein dicker Elefant; Hallo, Sonne; Ich bin still...), Ziegler 2011 (Meine Hände sind verschwunden; Kleine Zwerge...; Zwei lange Schlangen; Eine kleine Blume etc), Ziegler 2015 (Sultans Schlummerlied; Sitzt ein Frosch in seinem Reich; Dreh dich, kleiner Kreisel, ...) sowie Abzählreime und Fingerverse... Erhard&Hissel&Sokoll (versch. Lieder zu diversen Themenbereichen). Traditionelle Kinderlieder finden sich in: Kindergartenliederbuch (Herder), Janoschs fideles Liederbuch (Beltz & Gelberg),
Sprechverse und Lieder werden am Besten durch Vor- und Nachmachen bzw. durch Mitsingen gelernt. Empfohlene Tonlage ist die Tonlabe ab c'/d' bis ca. e''/ f''.
Für das Lernen des Textes ist auch das Einüben von Gesten hilfreich.
xDie Lernenden lernen ihre eigene Stimme und ihre Ausdrucksmöglichkeiten kennen.Ich weiß, wie meine Stimme klingt. Die Lernenden lernen ihre eigene Stimme genauer kennen, z.B. den Tonumfang, unterschiedliche Klangmöglichkeiten etc. Dies geschieht am Besten in Form von Einsingübungen und „Experimentierphasen“.
xDie Lernenden imitieren Laute, Geräusche und Töne aus unterschiedlichen Kontexten recht präzise.Ich experimentiere mit meiner Stimme. Ich kann viele Geräusche und Laute erzeugen und Geräusche aus der Natur und Umwelt recht genau nachahmen.Für die Umsetzung von lautmalerischen Gestaltungen eignen sich besonders Geschichten, die immer wieder durch lautmalerische Umsetzung und Darstellung von Geräuschen, ggf. verbunden mit Bewegungen, umgesetzt werden.
Außerdem eignen sich kurze Stimmübungen, in denen Geräusche imitiert werden. Beides kann mit den Kindern gemeinsam erfunden werden.
xDie Lernenden haben Erfahrungen im Umgang mit dem Imitieren von Rhythmicals und kurzen Melodien und können diese umsetzen.Ich kann kurze Rhythmicals nachmachen und Melodien nachsingen. Dabei achte ich genau auf die Gestaltung und mache diese nach. Im Rahmen eines Einsingens bieten sich hier vielfältige „Call und Echo“-Übungen an, außerdem Loops etc. Übungen und Anregungen für das Einsingen finden sich z.B. in Berg 2019 und Terhag 2009.
Beim Lernen eines Liedes ist es sinnvoll, kurze Phrasen in einer „Call und Echo“-Schleife zu wiederholen.
xDie Lernenden können einige Lieder singen und bauen ein Liedrepertoire aus unterschiedlichen Epochen und Kulturen auf.Ich kann einige unterschiedliche Lieder auswending und nach Zeichen mit anderen zusammen singen.Es eignen sich: Kanons, einfache Lieder mit mehreren Strophen, kurze Lieder unterschiedlicher Kulturen etc.
Lieder unterschiedlicher Kulturen (z.B. Ayelevi, Salibonani, Tumba, Hambani kahle etc) und Kanons (z.B. Wind, wind sause; Froschkonzert) und andere (Hey, hello, bonjour; Bären Bigband etc) finden sich z.B. in Ziegler 2015. Diverse einstimmige Lieder finden sich in Maierhofer&Kern 2019, z.B. (Hello, Good Morning; Wenn einer sagt; If you're happy, Aram sam sam; Fruit Salad Rap etc)und einstimmige und z.T. auch zweistimmige Lieder finden sich in Reuther 2015, z.B. Karibu, Toumbai, Samba lele, The lion sleeps, Du bist der Weihnachtsmann, Pommesbuden-Polonaise, Wir sind Kinder einer Welt, etc.)
xDie Lernenden kennen ihre Stimme und deren vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten. Sie können sie gezielt einsetzen.Meine Stimme ist mir vertraut. Ich kenne viele unterschiedliche Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten meiner Stimme und ich kann diese gezielt einsetzen.Die Lernenden erweitern ihre Klang- und Artikulationsmöglichkeiten durch experimentelle Übungen, z.B. beim Einsingen, kombiniert mit Anleitungen und Hilfen, wie sie ihren Atem kontrollieren und weitere technische Aspekte gezielt einsetzen können. Geeignete Übungen zum Einsingen finden sich in Ziegler 2021.
Die Lernenden können eine für das Singen hilfreiche Haltung einnehmen und die Atmung sinnvoll nutzen.Ich nehme eine passende Singhaltung ein und nutze meine Atmung bewusst für das Singen.Die Lernenden experimentieren mit verschiedenen Haltungen und deren Einfluss auf die Stimme. Sie erfahren eine bewusste Anleitung, wie sie eine hilfreiche Singhaltung nutzen und ihre Atmung gezielt einsetzen können. Geeignete Übungen zum Einsingen finden sich in Ziegler 2021.
Die Lernenden verfügen über ein Liedrepertoire aus unterschiedlichen Epochen und Kulturen. Beim Singen gestalten sie die Musik differenziert.Ich kann Lieder aus unterschiedlichen Stilen, Zeiten und Kulturen singen und den musikalischen Ausdruck bewusst gestalten. Ich achte auf Betonungen, Dynamik und Phrasierung.Es eignen sich sowohl Lieder älterer Epochen, Lieder aus unterschiedlichen Kulturen als auch Songs aus dem Pop- / Rock und Jazzbereich.
Hier sollten die Kinder und Jugendlichen in die Auswahl der Songs einbezogen werden. Geeignete Lieder finden sich z.B. in den Liederbüchern Sing & Swing (Helbling), Schulliederbuch (Schott), Top Hits of Rock and Pop (Stretta).
xDie Lernenden können ein- und mehrstimmige Lieder gemeinsam muszieren.Ich kann mit anderen ein- und mehrstimmige Lieder zusammen singen.Bei der Erarbeitung und zum Üben von mehrstimmigen Liedern kann neben dem gemeinsamen Üben auch der Einsatz von Aufnahmen zur Hilfe genommen werden, mit denen die Lernenden individuell üben können.
c) Musik in Verbindung mit Bewegung und Tanz
xDie Lernenden erleben Musik in Verbindung mit Bewegung und Tanz, indem sie von anderen zur Musik mit-bewegt werden bzw. sich gemeinsam bewegen.

Dabei können sie Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen musikalischen Parametern und der Bewegung bzw. dem Tanz erleben.
Ich kann spüren, wie ich zur Musik bewegt werde.

Ich kann spüren, wie ich mich gemeinsam mit einer anderen Person zur Musik bewege.

Ich kann spüren, dass wir uns zu unterschiedlicher Musik auch unterschiedlich bewegen. Wir bewegen uns mal schneller, langsamer, wilder, ruhiger usw.
Die Lernenden können von einer Bezugsperson z.B. an den Schultern berührt und zur Musik sanft bewegt werden (z.B. zu Wiegeliedern im 6/8-Takt.)
Sie können außerdem erfahren, zu unterschiedlichen Musikstücken im Metrum zur Musik bewegt zu werden bzw. sich gemeinsam mit einer Bezugsperson zur Musik zu bewegen. Dazu können Musikstücke ausgewählt werden, die im Charakter, Tempo etc. variieren. Die Auswahl des jeweiligen Musikstückes soll auf das Kind in der Situation abgestimmt werden. Wichtig ist, dass das Kind bestimmen darf, ob und wie (an der Schulter, an den Händen...) es eine Berührung möchte oder nicht . Im Verlauf ist es zentral, Reaktionen des Kindes zu beobachten, und darauf zu reagieren. Wesentlich ist es, dass das Kind positive Erfahrungen im Zusammenhang mit Musik und Bewegung macht und es sich dabei wohlfühlt.
Aus dem Bewegtwerden kann sich dann in kleinen Schritten ein gemeinsames Bewegen und ein Bewegungsdialog entwickeln. Dazu kann die Bezugsperson kleine Bewegungsimpulse der/ des Lernenden aufgreifen, übernehmen, verstärken oder spiegeln. Neben dem Aufgreifen von Bewegungen sind hier auch emotionale Äußerungen der Lernenden von Bedeutung.
xDie Lernenden reagieren mit eigenen Bewegungen auf Musik, oft verknüpft mit der Äußerung von Lauten. Sie nutzen verschiedene Bewegungsarten zu unterschiedlichen Musikstücken. Die Bewegungen sind zwar rhythmisch, aber zunächst noch nicht an das Metrum angepasst.
Ich höre Musik und bewege mich dazu.

Zu unterschiedlichen Musikstücken bewege ich mich auf unterschiedliche Weise. Ich drehe mich, ich springe, ich wippe oder ich bewege die Arme zur Musik.
Um die Bewegungsimpulse der Lernenden zu bekräftigen und die Experimentierfreude und die Freude am Ausdruck zu stärken, ist es vor allem hilfreich, wenn die Bezugsperson sich mitbewegt, für eine spielerische Atmosphäre sorgt und wenn sie Bewegungen der/des Lernenden aufgreift und spiegelt oder darauf in anderer spielerischer Form reagiert.
Die Lernenden können dann beginnen, ein erstes Repertoire an Bewegungen zu entdecken und zu entwickeln. Sie bringen eigene Impulse ein und erweitern ihr Repertoire durch Imitation.
Die Lernenden erweitern ihr Bewegungsreper-toire um einfache Grundbewegun-gen, indem sie Bewegungen anderer imitieren.Ich kann einfache Bewegungen anderer beobachten und nachmachen.Zunächst werden erste Imitationsspiele im Dialog mit der Bezugsperson angebahnt. Die Bezugsperson greift zunächst Impulse auf und macht sie nach, dann kann später abgewechselt werden und Bewegungen können gegenseitig gespiegelt werden. Nach den Imitationsspielen zu zweit können langsam Imitationsspiele in Gruppen angebahnt werden (sowohl zur Musik als auch ohne Musik) , z.B. Bewegungsschlange, Spiegelkreis (Laufer&Vogel 2022, S. 130)
Die Lernenden lernen Fingerspiele zu Liedern oder zu rhythmisierten Texten. Sie lernen Bewegungen zu einfachen Liedern auszuführen.Ich kann zu Reimen und Liedern Bewegungen mit den Fingern oder meinem ganzen Körper gemeinsam mit anderen machen.Fingerspiele fördern die motorische Entwicklung und fördern Bewegungen zu einem Text und sind rhythmisch orientiert. Ein meist rhythmisch gesprochener Text oder eine Melodie wird hier in Bewegungen umgesetzt (z.B.Der Mond ist rund, Sonnengesicht, Ziegler 2015; oder Meine Hände sind verschwunden, Ziegler 2011). Durch die vorgegebenen Bewegungen bieten Fingerspiele Sicherheit, werden mit einer zweiten Person gespielt und machen besonders kleinen Kindern viel Freude.
Ausgeweitet werden kann dies auch zu einfachen Bewegungsliedern.
xDie Lernenden können verschiedene Bewegungen im Metrum ausführen.Ich kann mich im Metrum zur Musik bewegen.

Die einfachste Form ist hier die Bewegung zu einem Trommelrhythmus. Hilfreich ist dann die Auswahl von Musikstücken mit einem klar spürbaren Metrum, ggf. durch Schlagzeug/ Schlaginstrumente unterstützt, in mittlerem Tempo. Hier können Bewegungsspiele wie Stopptanz mit unterschiedlichen ganzkörperlichen oder teilkörperlichen Bewegungsvorgaben im Metrum ausgeführt werden (hüpfen, gehen, wippen, Armbewegungen, Klatschen etc.).
Weiterhin können auch schnellere oder langsamere Tempi gewählt werden. Wichtig ist es hier, Musik mit einem klar spürbaren Metrum auszuwählen.
xDie Lernenden erweitern ihr Bewegungsreper-toire durch Imitation. Sie können einfache teilkörperliche oder ganzkörperliche Bewegungen erfassen, nachahmen und sich merken. Ich kann Bewegungen anderer nachmachen, sie mir merken und sie später wiederholen. Ich kann dabei meinen ganzen Körper bewegen oder auch nur einzelne Körperteile.
Bei der spielerischen Erweiterung des Bewegungsrepertoires können die Lernenden Bewegungen nun differenzierter wahrnehmen und nachmachen. Sowohl andere Lernende als auch die Lehrenden können Bewegungen vormachen und somit Impulse zur Erweiterung des Repertoires geben. Durch die Bewegungsvorschläge der Lehrenden können weitere, von den Lernenden noch nicht gezeigte Bewegungen, eingeführt werden.
Durch Spiele wie Ich packe meinen Koffer können die Bewegungen und Bewegungsfolgen gelernt und dann wiederholt werden. Zunächst ist es sinnvoll, nur wenige Bewegungen zu wiederholen und dann wieder einen neuen Bewegungskoffer zu packen.
Später kann die Anzahl der Bewegungen, die in einen Koffer gepackt werden, erhöht werden.
Die Lernenden können - ausgehend von konkreten Impulsen und Anregungen - Bewegungen im kontrastierenden Sinne variieren.Ich kann Bewegungen auf sehr unterschiedliche Art machen: groß-klein, schnell-langsam, hoch-tief, ruhig-wild, müde-wach, fröhlich-traurig etc. Ich kann meinen ganzen Körper bewegen oder nur einzelne Körperteile.Verbale Anregungen, die zunächst auch durch das Mitmachen der Lehrenden unterstützt werden können, helfen, Differenzierungsmöglichkeiten für Bewegungen zu entwickeln. Zunächst können diese Veränderungsmöglichkeiten konkret vorgegeben werden.
Im Sinne einer Weiterentwicklung können dann die Lernenden Bewegungen selbständig variieren und das Spektrum der erarbeiteten Möglichkeiten selbst anwenden und erweitern.
Bewegungen können zur Musik oder ohne Musik gemacht werden.
Die Lernenden erweitern ihr Bewegungsreper-toire durch imaginationsför-dernde Anregungen aus ihrer Umwelt.Ich kann die Bewegungen von Tieren, Dingen aus der Natur, Figuren aus Geschichten etc. nachmachen.Eine Vielfalt an Impulsen kann zur Weiterentwicklung des Bewegungsrepertoires genutzt werden. Sowohl Bildimpulse, Geräusche als auch verbale Impulse können hier eingesetzt werden.
Auch spielerisch gibt es vielfältige Möglichkeiten, z.B.: Ein Kind kann sich auf eine Art bewegen, die anderen können die Bewegungen nachmachen und einem Tier zuordnen.
Bewegungen können zur Musik oder ohne Musik gemacht werden.
xDie Lernenden können auf selbst- entwickeltes Bewegungsreper-toire zurückgreifen, entwickeln damit eigene Ideen und präsentieren diese.Ich kann eine für mich passende Bewegung oder Bewegungsfolge zu einem kurzen Musikstück erfinden und diese anderen zeigen.Aufbauend auf das Experimentieren mit unterschiedlichen Bewegungen und Variationsmöglichkeiten anhand der unterschiedlichen Impulse (siehe oben), können die Lernenden nun aus einem Repertoire schöpfen, sich für eine für sie passende Bewegung entscheiden und diese zeigen.
Als Hilfe kann es zunächst nützlich sein, gemeinsam Bewegungen, z.B. zu einem Thema oder zu einer Musik, zu wiederholen/ sammeln, so dass jede/r Lernende auf eine Auswahl zurückgreifen kann.
Die Lernenden lernen Finger- oder Handspiele und Bewegungslieder. Ich kenne verschiedene kurze Reime und Lieder und kann die dazugehörigen Bewegungen mit meinem Körper machen.Einfache Fingerspiele, Handspiele und kurze Bewegungslieder bieten eine gute Möglichkeit, sich gemeinsam zur Musik oder zu rhythmisierten Reimen zu bewegen. Die vorgegebenen Bewegungen bieten Sicherheit, erweitern das Bewegungsrepertoire und unterstützen die motorische Entwicklung. Sie können auch gut als Rituale (z.B. Begrüßung etc) eingesetzt werden. Beispiele sind: Kleine Zwerge machen kleine Schritte, Schläft der Brummbär, Zwei lange Schlangen, Eine kleine Blume etc, Ziegler 2011; weitere Ideen auch in: Tanzen, Hüpfen, Springen, Schott 2019).
Die Lernenden können das Metrum eines Musikstücks recht sicher erfassen und die Bewegungen daran anpassen. Sie können außerdem auf Tempoverän-derungen reagieren und diese umsetzen.Ich kann mich im Metrum zur Musik bewegen. Meine Bewegungen kann ich an unterschiedliche Tempi und an Tempo-veränderungen anpassen.Die Lernenden üben zu Musikstücken unterschiedlicher Tempi und mit unterschiedlichem Charakter, das Metrum aufzunehmen und sich dazu zu bewegen.
Unterstützend ist hier die gemeinsame Aktivität. Außerdem können zunächst rhythmisch akzentuiertere Musikstücke ausgewählt werden.
Als Weiterführung kann dann spielerisch mit Tempoveränderungen experimentiert werden; dazu kann z.B. ein Rhythmus, Musikstück oder auch eine einfache Akkordverbindung am Instrument gespielt und dann hinsichtlich des Tempos variiert werden.
Eine größere Herausforderung und Weiterentwicklung bietet die Auswahl von Musikstücken mit weniger stark akzentuiertem und somit weniger deutlichem Metrum.
xDie Lernenden können sich in unterschiedlichen Tempi zur gleichen Musik bewegen und dabei ihre Bewegungen dem Metrum anpassen.Ich kann mich unterschiedlich schnell passend zum Metrum zur gleichen Musik bewegen. Ich kann das Tempo variieren: doppelt so schnell oder halb so schnell.Eine Umsetzungsmöglichkeit besteht hier darin, Bewegungen verschiedener Tiere mit unterschiedlich großen Schritten als Anregung aufzugreifen und so zu einem Musikstück einmal Elefantenschritte zu machen und dann wie eine Maus zu tippeln, wie Ameisen zu flitzen etc - angepasst ans Metrum.
Als Vereinfachung und Unterstützung ist es zunächst hilfreich, mit einer Trommel einen Rhythmus zu spielen und kurzzeitig die umzusetzenden Notenwerte im Trommelrhythmus zu übernehmen und dann wieder zum ursprünglichen Rhythmus zu wechseln (alternativ geht das natürlich auch mit einer Akkordfolge an einem Harmonieinstrument o.Ä.).
Hilfreich sind auch im entsprechenden Rhythmus gesprochene Wörter oder Texte (E-le-fan-ten, als ganzen Noten; einen Text zu Ameisen in Sechzehnteln). Wenn die Lernenden sicher sind, können sie dann selbständig zwischen verschieden schnellen Bewegungen hin und her wechseln.
xDie Lernenden können sich spontan zur Musik bewegen und dabei auf ein gewisses Bewegungsreper-toire zurückgreifen und passende Bewegungen auswählen. Dabei können sie wesentliche Parameter als Orientierung nutzen.Ich kann mich spontan zu einem Musikstück bewegen und dabei unterschiedliche für mich passende Bewegungen finden. Ich kann mich dabei an verschiedenen Aspekten der Musik orientieren: der Lautsärke, dem Tempo, der Stimmung etc.In Phasen des Improvisierens sollten nun eine möglichst große Bandbreite unterschiedlicher musikalischer Stile eingebracht werden, auch zeitgenössische, ametrische Musik soll vorkommen und regt an, das Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten zur Musik zur erweitern. Die Phasen können ganz offen sein, können aber auch durch fokussierende Impulse geleitet sein (findet eine passende Bewegung, achtet besonders auf die Lautstärke/ die Instrumente/ den Ausdruck etc...).
Eine Weiterführung ist hier durch gegenseitige Inspiration und Imitation möglich. Sie kann auch besonders angeregt werden durch die Aufforderung, heimlich eine Bewegung, die einem besonders gut gefällt, zu kopieren oder mit der eigenen Bewegung zu verbinden.
Die Lernenden erkunden Veränderungsmöglichkeiten schrittweise und erfahren so vielfältige Differenzierungsmöglichkeiten der Bewegungen. Ich kann Bewegungen und Bewegungsabläufe anhand von Vorgaben schrittweise verändern und variieren.Eine Bewegung kann vorgegeben werden, dann kann eine Karte mit einem Wort gezogen werden, auf dem eine Veränderung notiert ist, und die Lernenden können schrittweise die Bewegung dahingehend verändern, z.B. immer größer werden/ immer kleiner werden; immer schneller werden/ immer langsamer werden etc. Hier werden dann nicht nur Kontraste (groß/klein, schnell/langsam...) erfahren, sondern auch die Übergänge dazwischen.
xDie Lernenden können eine eigene Choreografie zu einem kurzen Musikstück oder Abschnitt eines Musikstückes entwickeln, diese üben und präsentieren.Ich kann allein eine Choreografie zu einem kurzen Musikstück erfinden, üben und präsentieren. Aufbauend auf das Experimentieren mit unterschiedlichen Bewegungen und Variationsmöglichkeiten anhand der unterschiedlichen Impulse, können die Lernenden aus dem Repertoire schöpfen und zu einem kurzen Musikstück oder einer Sequenz eine kurze Bewegungsfolge entwickeln und präsentieren. Als Strukturierungshilfe kann es sinnvoll sein, zunächst einzelne Bewegungen (themenspezifisch oder frei) zu sammeln, und sich dann auf eine vorgegebene Zahl von Bewegungen festzulegen, diese in eine Reihenfolge zu bringen, zu üben und dann zu präsentieren. Eine Präsentation kann in unterschiedlicher Weise erfolgen und soll Wahlmöglichkeiten zulassen (nur für wenige Zuschauende; für alle; auf Video; vielleicht auch zusammen mit einer weiteren Person, der er/sie die Bewegungen vorher beigebracht hat; der passende Zeitpunkt kann selbst gewählt werden. Lernende könne und sollen spielerisch ermutig werden, aber keinesfalls gedrängt werden, eine Bewegungsfolge vorzumachen. Eine alternative Möglichkeit kann es auch sein, die/den Lernende/n seine Bewegungsfolge nicht "vormachen" zu lassen, sondern ihn/sie die Bewegungsfolge anderen beibringen zu lassen. Dies ermöglicht einen Rollenwechsel, die eigenen Ideen werden so aber dennoch "präsentiert".
Die strukturierenden Hilfen können dann gelockert werden bis hin zur völlig selbständigen Gestaltung.

xDie Lernenden können zusammen mit anderen eine Choreografie zu einem kurzen Musikstück oder Abschnitt eines Musikstückes entwickeln, üben und präsentieren.Ich kann mit anderen eine kurze Choreografie zur Musik erfinden, üben und präsentieren. Wenn wir die gleichen Bewegungen machen, achten wir darauf, dass wir uns synchron bewegen.Aufbauend auf das Experimentieren mit unterschiedlichen Bewegungen und Variationsmöglichkeiten anhand der unterschiedlichen Impulse können die Lernenden in kleinen Gruppen aus dem Repertoire schöpfen und zu einem kurzen Musikstück oder einer Sequenz eine Bewegung oder kurze Bewegungsfolge entwickeln und präsentieren. Als Strukturierungshilfe kann es sinnvoll sein, zunächst einzelne Bewegungen, z.B. zu einem Thema, zu sammeln, und sich dann in Kleingruppen auf 3-5 Bewegungen festzulegen, diese in eine Reihenfolge zu bringen, zu üben und dann zu präsentieren.
Choreografien können sowohl völlig bewegungsgleich und synchron gestaltet werden als auch mit unterschiedlichen Bewegungen.
xDie Lernenden können verschiedene Bewegungslieder sicher mit anderen oder auch allein singen und dazu unterschiedliche Arten von Bewegungen ausführen (Klanggesten und textausdeutende Gesten).Ich kenne verschiedene Lieder mit ihren dazugehörigen Bewegungen und kann sie eigenständig und mit anderen singen und dazu die Bewegungen machen.Es können nun komplexere Bewegungslieder ausgewählt und mit unterschiedenlichen Arten von Bewegungen gelernt werden. Bei der Erarbeitung ist es sinnvoll, Bewegungen und Gesten auch einzeln und in sehr langsamem Tempo zu üben und diese dann zusammenzusetzen. Insgesamt, aber ganz besonders beim gemeinsamen Singen und Bewegen in Gruppen, ist es wichtig, mehr Wert auf das gemeinsame, spielerische Erleben zu legen, als auf die exakte Ausführung der Bewegungen. (Beispiele sind: If you’re happy, We can jump, Old brass wagon,Down by the station, To stop the train etc.in Schanz-Hering, Sing and move, Helbling.)
Die Lernenden können auch eigene Bewegungen zu einem anderen Lied vorschlagen und festlegen.
Die Lernenden können einfache Bewegungen/ Bewegungsfolgen und einfache Tänze unterschiedlicher Stile gemeinsam ausführen.Ich kenne Tanzbewegungen und Tänze aus unterschiedlichen Zeiten und aus unterschiedlichen Kulturen und kann sie mit anderen ausführen.Hier ist es sinnvoll, sowohl Wünsche der Lernenden und Tänze zu aktuellen Popsongs aufzugreifen, als auch, die Lernenden an unbekannte Musik unterschiedlicher Stile, Epochen und unterschiedlicher Kulturen heranzuführen. Beispiele sind: Dzeboo aus Ghana und Israelischer Kreistanz, in MusiX 3, Hebling; oder: Tanz bei Hofe, in MusiX2, Helbling. Eine situative Einbettung in den historischen und kulturellen Kontext ist sinnvoll.
xDie Lernenden können sich spontan zur Musik bewegen und dabei auf ein differenziertes Bewegungsreper-toire zurückgreifen und passende Bewegungen auswählen. Wesentliche Parameter der Musik und ihr Ausdruck können klar in Bewegung umgesetzt werden.Ich kann mich spontan zu einem Musikstück bewegen und dabei unterschiedliche Parameter der Musik und deren Ausdruck klar umsetzen. Die Lernenden sollen nun differenzierter auf die musikalischen Parameter (Gestaltungselemente der Musik, wie z.B. Tonhöhe, Tondauer, Tempo, Lautstärke) eingehen und differenziertere Bewegungen entwickeln. Eine Fokussierung auf einzelne Parameter hilft, diese möglichst präzise zu erfassen. Auch das Spiel mit dem Gegenteil kann Teil des Experimentierens sein.
Zunehmend können hier auch komplexere Musikstücke eingesetzt werden, die sich hinsichtlich der Parameter oder des Charakters verändern und entwickeln.
xDie Lernenden erweitern ihre Möglichkeiten, Bewegungen zu variieren und entwickeln ein differenziertes Repertoire. Sie können nun auch eigenständig Formen der Differenzierung auswählen und einsetzen.Ich kann Bewegungen und Bewegungsabläufe auf vielfältige Art und Weise variieren, z.B. in der Größe, in der Form, im Tempo, in den Gefühlen und Stimmungen. Davon ausgehend kann ich eigenständig Veränderungsideen entwickeln und umsetzen.Die Lernenden entwickeln vielfältige Möglichkeiten, Bewegungen und Bewegungsabfolgen zu variieren und zu differenzieren und können diese umsetzen. Dazu kann beispielsweise mit Karten in unterschiedlichen Farben gearbeitet werden, auf denen diese Aspekte notiert sind. Kategorien sind Tempo (schnell, langsam, mittelschnell, wie der Blitz...), Größe (riesengroß, sehr klein, mittelgroß...), Gefühle und Stimmungen (wütend, lustig, gelangweilt...), Formen (fließend, eckig, abgehackt...). Eine Möglichkeit: Die Lernenden bewegen sich auf eine Weise zur Musik, dann zieht jemand eine Karte und alle verändern ihre eigene Bewegung auf diese Weise.
Eine Erweiterung kann auch eine sich verändernde Bewegungskette sein: eine Person startet mit einer Bewegung; die nächste verändert diese ein wenig entsprechend einer der Kategorien etc.
Zum Spiel mit Differenzierungsmöglichkeiten und ihrer Erweiterung dient auch das Experimentieren mit gegenteiligen Bewegungen.
Die Lernenden können eine eigene Choreografie zu einem auch längeren und abwechslungsreichen Musikstück entwickeln, diese üben und präsentieren.Ich kann wesentliche Parameter eines auch längeren Musikstücks wahrnehmen, diese aufgreifen und eine für mich stimmige choreographische Gestaltung dazu entwickeln, üben und vorführen.Bei der Entwicklung einer Choreographie sind verschiedene Schritte und Hilfsmittel sinnvoll. Die Reihenfolge kann variiert und nicht alle müssen eingesetzt werden:
- Anhören der Musik; dann Entwickeln von Ideen, z.B. durch spontanes Bewegen oder aber auch durch das Sammeln von Assoziationen unterschiedlicher Art
- zur Musik kann eine grafische Notation als Orientierungshilfe erstellt werden; unterschiedliche Formteile sowie unterschiedliche Aspekte der Musik und Stimmung werden so sichtbar
- unterschiedliche Bewegungsideen können gesammelt und dann zu einer Abfolge verknüpft werden.
xDie Lernenden können zusammen mit anderen eine Choreografie zu einem längeren, abwechslungsreichen Musikstücke entwickeln, üben und präsentieren. Sie achten dabei auf verschiedene Kriterien.Ich kann kritieriengeleitet oder offen zusammen mit anderen eine choreografische Gestaltung zu einem auch längeren Musikstück entwickeln, üben und vorführen. Schritte und Hilfsmittel: siehe oben
Für die Umsetzung sollten Gestaltungskriterien entwickelt werden, z.B. Aufstellungsmöglichkeiten, Nutzung des Raums, Synchronizität etc.
Als Vertiefung kann die eigene Reflexion und ggf. Überarbeitung der erarbeiteten Choreographie sein. Sowohl Aspekte der Umsetzung als auch Aspekte der Gestaltung an sich können z.B. aufgrund einer Filmaufnahme überarbeitet werden. Wichtig ist hier eine wertschätzende Haltung dem Erreichten gegenüber.
xDie Lernenden können Tanzschritte und Tänze unterschiedlicher ausgewählter Stile gemeinsam erarbeiten und aufführen.Ich kenne Tanzschritte und Bewegungen unterschiedlicher Stile. Ich kann einen oder mehrere Tänze mit anderen zusammen erarbeiten und aufführen.Die Lernenden sollen unterschiedliche Tanzarten und -stile kennenlernen und umsetzen. Hier ist es sowohl sinnvoll, Vorlieben und Interessen der Lernenden aufzugreifen, sowie Erfahrungen mit eher fremden historischen und kulturellen Tanzarten und Stilen zu ermöglichen.
Die Lernenden können dann auch selbst Quellen suchen, z.B. anhand vorhandener Tanzvideos, und sowohl vorgegebene Bewegungsfolgen einüben als auch eigene Folgen im entsprechenden Stil entwickeln.

3C: Musik erfinden

Musik erfinden umfasst die beiden von Dagmar Venus unter dem Aspekt Produktion zusammengefassten Aspekte Improvisation, also einer spontanen Art und Weise, Musik zu erfinden, und Komposition, also einer strukturierteren, geplanteren Vorgehensweise, die i.d. Regel festgehalten und reproduziert werden kann. Improvisation soll hier nicht als Vorstufe und Einstieg zum Komponieren verstanden werden (vgl. Krämer 2018) sondern ist in sich selbst eine Kompetenz und Kunstform mit pädagogischem Potenzial. Gleichzeitig hält Eberhard fest: „Erst durch das Experimentieren mit der Stimme, mit dem Körper und mit Gegenständen konnten im Zuge der Menschwerdung gezielte Töne, Klänge und Geräusche entstehen, die sich wiederum „re“-produzieren und tradieren ließen“ (Eberhard 2022, S. 275). Eine experimentell-improvisatorische Zugangsweise steht also am Anfang des Erfindens von Musik. Sie schult die Sensibilisierung für Klänge und Spielmöglichkeiten von Instrumenten, die Wahrnehmungsfähigkeit und unterschiedliche Formen der Bezugnahme auf musikalische und außermusikalische Impulse (vgl. Krämer 2018, S. 320-325). Sie fördert außerdem persönlichen Ausdruck, soziale Kompetenzen (vgl. Gagel 2010) und lebenspraktische Fähigkeiten, wie das „Unkontrollierbare im Leben anzuerkennen und in Musik umzusetzen“ (vgl. Schwabe 2011).

Insgesamt eignet sich der Bereich Produktion aufgrund der Offenheit besonders für heterogene Gruppen. „Für die Inklusion ist die Produktion von Musik ein unerschöpfliches Potential durch das sich einerseits Grundprinzipien der Musik vermitteln und erfahren lassen und aus dem gleichzeitig neue, kreative Ausdrucks- und Gestaltungweisen vor dem Hintergrund des eigenen Möglichkeitsraumes entstehen können“ (Eberhard 2022, S. 288). Es sollte stets verbunden werden mit dem Reflektieren des Erlebten und dem Sprechen über die Gestaltungen. Für die Durchführung empfiehlt Krämer eine gute Raumorganisation, die Schaffung einer angstfreien und geschützten Atmosphäre, Regung und Offenheit, Partizipation und eine wertschätzen der Haltung (vgl. Krämer 2018, S. 325).

3C1.1: Improvisieren (Tabelle 3a)

Das Besondere des Improvisierens besteht darin, dass es sich um eine Form des Musizierens handelt, bei der „die Erfindung, klangliche Realisierung und Wahrnehmung von Musik zeitlich untrennbar zusammenfallen“ (Krämer 2018, S. 319). Bei der Improvisation lassen sich eine gebundene und eine ungebundene Form unterscheiden. Für die ungebundene Improvisation bieten sich Klangerzeuger jeglicher Art an. Traditionelle Instrumente können dabei auch auf unkonventionelle Weise gespielt werden. Darüber hinaus kann die Gestaltung sogar um andere kreative Ausdrucksformen, wie z.B. die Bewegung, erweitert werden. Methodisch kommen sowohl Aufgaben zur Exploration, Improvisationsspiele, die innerhalb bestimmter Regeln stattfinden und Interaktionen innerhalb der Gruppe zum Einsatz, sowie Gestaltungsmöglichkeiten unterschiedlicher Art, die von musikalischen Impulsen initiiert werden können (vgl. Krämer 2018, S. 324f).

Gebundene Improvisation bezieht sich auf einen bestimmten festgelegten Rahmen, der durch eine Tonvorgabe, eine Skala oder ein harmonisches Gerüst vorgegeben wird. Für das inklusive Setting ist sie umsetzbar, indem verschiedene Formen gebundener Improvisation kombiniert werden. Als einfachste Form kann die Improvisation mit einem Ton gewählt werden und als komplexe z.B. die Improvisation mit den Tönen einer diatonischen Skala unter Berücksichtigung von Zieltönen (vgl. Eberhard 2022, S. 283).

3C1.2: Komponieren (Tabelle 3b)

Beim Komponieren können verschiedene musikalische Ideen zu einem Musikstück zusammengesetzt/ zusammengefügt werden. Hier können gezielt musikalische Strukturen und Formen geübt werden. Eine schriftliche Fixierung mit Hilfe traditioneller Notenschrift ist nicht notwendig. Das Komponierte kann auch mit Hilfe einer anderen, z.B. grafischen Darstellung und schließlich auf digitalen Medien festgehalten werden.

Es können unterschiedliche Produkte komponiert werde: Jingles, Signatur-Tunes, Songs u.v.m.
Dabei können auch Bausteine als Hilfe benutzt werden, die dann zusammengesetzt werden.

Tabelle 3C: Musik erfinden

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

bepsStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
a) Musik erfinden - Improvisieren
Klangsensibilisierung und -differenzierung
xDie Lernenden erfahren, dass sie Gegenstände in ihrem Nahbereich durch zufälliges Berühren oder Greifen zum Klingen bringen können. Ich kann Geräusche und Klänge zufällig auslösen, wenn ich Instrumente und andere Gegenstände um mich herum berühre.Instrumente und andere Gegenstände mit unterschiedlichen Geräusch- und Klangqualitäten können in den Nahbereich gelegt oder gehängt werden, z.B. Rasseln, Glöckchen, Schellen…; Bezugspersonen können durch ihre Präsenz und abgestimmte Reaktionen die Neugier bestärken und Erfahrungen des Kindes begleiten.
xDie Lernenden lernen verschiedene Klänge kennen. Sie erfahren erste einfache Möglichkeiten der Klangerzeugung und unterschiedliche Klangqualitäten.Ich kann Gegenständen unterschiedliche Geräusche und Klänge entlocken, wenn ich sie bewege, sie anschlage, darüber streiche, sie schüttle, auf sie kopfe etc. Instrumente und andere Gegenstände, sowie Spielzeuge, Kuscheltiere, die Geräusche erzeugen, können zur Verfügung gestellt werden. Sie sollten unterschiedliche Klangqualitäten haben und durch unterschiedliche Berührungen unterschiedliche Klänge erzeugen. Auch hier ist es sinnvoll, die Erfahrungen durch Reaktionen der Bezugspersonen zu begleiten.
xDie Lernenden unterscheiden und bewerten Klänge und Klangqualitäten subjektiv und reagieren zustimmend oder ablehnend.Ich kann ausdrücken, ob mich ein Geräusch interessiert und ob es mir gefällt, ob es mir angenehm ist oder nicht. Manchmal freue ich mich, manchmal erschrecke ich.(siehe oben)
Neben dem Angebot von Instrumenten und Gegenständen ist wichtig, dass die Bezugspersonen in angemessener Weise auf die emotionalen Reaktionen eingehen, diese ggf. spiegeln und bei Ablehung hilfreich reagieren.
xDie Lernenden können Geräusche und Klänge Schallquellen zuordnen und sie intentional erzeugen.Ich kann einige Geräusche und Klänge wiedererkennen und weiß, wie ich sie auslösen kann. Wenn sie mir gefallen, wiederhole ich sie.Es sollte hier eine angemessene Balance zwischen neuen und bekannten Angeboten gefunden werden.
Interaktion und Kommunikation
xDie Lernenden erleben erste Anfänge eines musikalischen Dialogs. Ich kann mit meiner Stimme oder mit einem Instrument oder anderen Gegenständen Geräusche oder Klänge erzeugen und erlebe, dass andere auf unterschiedliche Art darauf reagieren. Auch ich reagiere auf Geräusche und Klänge anderer.Der Dialog der Geräusche, Klänge und Töne gibt den Lernenden das Gefühl, gehört zu werden, in Kontakt zu sein und Resonanz zu erhalten. Er ist dann besonders wirksam und förderlich, wenn er Teil eines freundlichen zugewandten und spielerischen Dialogs, ergänzt durch Blicke, Mimik, Gestik und evtl. Berührung ist. Essentiell ist, die Lernenden selbst bestimmen zu lassen, wenn sie Ruhe brauchen und sich abwenden. Dies ist unbedingt zu achten.
xDie Lernenden erleben erste Formen des musikalischen Dialogs und des gemeinsamen spontanen Musizierens.Manchmal, wenn ich mit meiner Stimme oder einem Gegenstand Geräusche oder Klänge erzeuge, macht jemand mit und wir spielen zusammen - gleichzeitig und abwechselnd.Die Lernenden erleben sich als wirksam, wenn Bezugspersonen und andere Menschen auf von ihnen erzeugte Töne und Geräusche eingehen. Es ist essentiell, dass andere sich auf ihre Äußerungen, gerade auch auf emotionale Äußerungen, einstimmen und diese aufgreifen und sich darauf einschwingen.

Je nach Angemessenheit der Situation ist nicht nur das Spiegeln und sich-Einstimmen von Bedeutung, sondern auch das spielerische Einbringen anderer Impulse.
Gebundene Improvisation
Die Lernenden können mit einem Ton improvisieren (Ein-Ton-Improvisation). Dies können sie solistisch oder mit anderen gemeinsam.Ich kann mit einem Ton Musik machen. Ich kann allein spielen und mit anderen zusammen spielen.Die Lernenden können mit anderen zusammen, z.B. in einer Improvisation zu einer Harmoniefolge, mit einem vorgegebenen Ton improvisieren. Gemeinsame Passagen können sich abwechseln mit solistischen Teilen. Hier bieten sich z.B. Klangbausteine oder Harmony Bars an.
x Klangsensibilisierung und -differenzierung
xDie Lernenden differenzieren Klangqualitäten, die sie mit ihrer Stimme, ihrem Körper, Alltagsgegenständen oder Instrumenten erzeugen können. Sie lernen einfache Spieltechniken anzuwenden.Ich kann mit meiner Stimme, meinem Körper, Alltagsgegenständen oder Instrumenten unterschiedliche Geräusche und Klänge erzeugen. Dabei verwende ich einfache Spieltechniken.Die Lernenden können die Klangmöglichkeiten verschiedener Gegenstände und Instrumente selbst experimentierend erforschen und erkunden, welche unterschiedlichen Klänge sie ihnen entlocken können. Hier können sowohl selbst erfundene, unkonventionelle Spieltechniken erprobt als auch übliche eingebracht werden. (Umfangreiche Ideen zum Experimentieren mit Körper, Stimme, Instrumenten und Alltagsgegenständen als Klangerzeuger unter „Improvisation zum Gast im Klassenzimmer“, S.66-86: https://musikland-niedersachsen.de/wissen_service/downloads/
xDie Lernenden erfahren erste Möglichkeiten, wie sie Geräusche und Klänge variieren können, insbesondere um gegensätzliche Klänge zu erzeugen.Ich kann Instrumente auf unterschiedliche Art erklingen lassen: laut oder leise, hoch oder tief, hart oder weich, mit schnellen oder langsamen Tonfolgen.Die Lernenden wählen einen Gegenstand/ ein Instrument und versuchen, diesem unterschiedliche Klangqualitäten zu entlocken (es können die Polaritäten erkundet werden, dann aber auch Übergänge gestaltet werden). In Gruppen kann hier auch ein*e Dirigent*in festgelegt werden, der/die anzeigt und/ oder ansagt, was zu tun ist. Alternativ kann auch mit Symbolkarten gearbeitet werden. Dies sollte mit mehreren Instrumenten wiederholt werden. Unterschiede und Gemeinsamkeiten können dann besprochen werden.
xDie Lernenden entwickeln eine grobe Klangvorstellung und können die Klänge entsprechend dieser Vorstellung erzeugen. Sie wenden einfache konventionelle und auch unkonventionelle Spieltechniken an.Ich weiß, wie unterschiedliche Gegenstände und Instrumente klingen und kann diese Klänge erkennen und gezielt erzeugen. Dabei kann ich einfache gewöhnliche und ungewöhnliche Spieltechniken verwenden.Nach einer Phase des Ausprobierens verschiedener Gegenstände/ Instrumente und ihrer Klangmöglichkeiten, kann versucht werden, Klänge zu hören (ohne sie zu sehen) und diese dann zu wiederholen. (z.B.: die Gegenstände/ Instrumente befinden sich auf einer Fläche in der Mitte; eine Person schließt die Augen; eine Person spielt einen Klang; die andere Person öffnet die Augen, versucht das Instrument zu finden und den Klang zu wiederholen.)
Interaktion und Kommunikation
xDie Lernenden können unterschiedliche Arten des gemeinsamen Musizierens umsetzen: sie musizieren gemeinsam oder im Wechsel und üben „Turn-Taking“. Dabei hören sie achtsam zu.Ich kann mit einer anderen Person zusammen Musik machen - gemeinsam, aber auch abwechselnd Klänge hin und her schicken. Dabei höre ich genau zu.Hier sind alle möglichen Formen von gemeinsamen Klangaktionen möglich.
Es kann gemeinsam musiziert werden (z.B. für eine vorgegebene Zeit; auch durch ein Anfangs- und Endsignal angezeigt; oder durch eine andere Person, die „ein-“ und „ausschaltet“ etc.). Außerdem können alle möglichen Formen von „Ping-Pong"- Spielen können erprobt werden: z.B. die Spieler erzeugen abwechselnd einen Klang; oder sie spielen abwechselnd eine kurze Klangfolge etc. Auch spielerische Formen mit situativer Einbettung sind möglich (zwei Figuren rufen sich kurze Nachrichten zu; schicken sich geheime Klangzeichen etc.); es kann ein „Klangband“ gestaltet werden: sobald der/ die eine aufhört, beginnt der/ die andere etc....
xDie Lernenden können im Dialog auf unterschiedliche Art reagieren: sie können Ähnliches oder Neues/ Gegensätzliches spielen.Ich kann mit einer anderen Person zusammen Musik machen, gemeinsam oder abwechselnd. Ich kann auf die gleiche Art spielen wie sie oder ich kann ganz anders spielen als sie.Hier ist es hilfreich, Klanggegensätze zu erkunden und damit zu experimentieren. Eine Person gibt einen Klang vor, eine andere versucht ihn nachzuahmen - oder das Gegenteil zu spielen.
Zunächst können hier auch als Vorentlastung mehrere Gegensatzpaare gemeinsam musiziert werden (laut-leise, schnell-langsam, hoch-tief, etc.).
xDie Lernenden können Gehörtes imitieren oder etwas Eigenes erfinden.Wenn ich mit einer oder mehreren Personen zusammen Musik mache, kann ich eigene Ideen vormachen und das nachmachen, was die andere(n) spielen.Eine dialogische Improvisation lebt vom Wechselspiel zu reagieren und eigene Ideen einzubringen. Diese unterschiedlichen Rollen müssen erprobt und geübt werden. Dies kann zu zweit aber auch in Gruppen geübt werden. Dabei können verschiedene „Call-Echo“-spiele gespielt werden, z.B. mit Namen, Geräuschen, Gesten etc. Nacheinander präsentiert je eine Person eine Idee, die anderen wiederholen diese.
xDie Lernenden können ihren musikalischen Beitrag in einer Gruppe an den Gesamtklang und die Musik der Gruppe anpassen.Ich kann mit anderen gemeinsam Musik machen. Dabei höre ich genau hin und reagiere. Ich kann mit den anderen laut oder leise spielen, schnell oder langsam spielen etc.Hier ist vor allem die Fähigkeit gefragt, sich empathisch auf eine musikalische Qualität einzuschwingen und anzupassen. Eine Person kann mit einem Klang beginnen und die andere soll diesen Klang möglichst gleich oder ähnlich mitspielen. Dann kann die andere Person einen Klang vormachen etc. Spiele wie diese können zu zweit oder in Gruppen gespielt werden.
Alternativ ist es auch möglich, zur Bewegung oder zu einem Dirigat zu spielen und somit auf bestimmte Qualitäten einzustimmen.
Gestaltung
xDie Lernenden können Gefühle und Stimmungen mit einem Klang ausdrücken.Ich kann einen für mich passenden Klang oder mehrere Klänge für ein Gefühl oder eine Stimmung finden.Hier können zunächst eher Grundgefühle wie Freude, Angst, Wut etc. aufgegriffen werden. Sinnvoll ist es hier, mit visualisierten Gefühlen (Bildkarten, Darstellungen in Büchern) oder auch mit Emojis zu arbeiten. Aufgegriffen werden können auch die vielen Schüler*innen bekannten Figuren aus dem Film „Alles steht Kopf“.
Außerdem können hier Gefühle auch erst selbst mit Farben gestaltet und dann musikalisch umgesetzt werden.
xDie Lernenden können Klänge aus Natur und dem Alltag imitieren.Ich kann Geräusche und Klänge aus der Natur oder aus meinem Alltag nachmachen. Dazu nutze ich meine Stimme, meinen Körper, Alltagsgegenstände oder Instrumente.Zunächst können hier einfache lautmalerische Zugänge oder einfach zugängliche Naturbilder gewählt werden, z.B. von Tiergeräuschen, Naturphänomenen wie Wetter, Sonnenauf- oder Untergang.
Hier können bildliche Darstellungen unterstützen und ggf. auch selbst gestaltet werden.
Die Lernenden können Geräusche und Klänge zur Untermalung auswählen und ausführen.Ich kann eine Geschichte oder Szene mit Geräuschen oder Klängen untermalen. Dazu nutze ich meine Stimme, meinen Körper, Alltagsgegenstände oder Instrumente.Hier sollten Klanggeschichten gewählt werden oder selbst erfunden werden, in denen leicht imitierbare oder anschauliche Aktionen vorkommen, z.B. Nachahmung von Bewegungen, Stimmungen, Geräuschen etc.
xDie Lernenden wählen Klänge aus und lassen aus ihnen eine kleine Improvisation entstehen.Ich kann ein eigenes Klang-Stück erfinden. Die Lernenden sollen eine erste Improvisation ausprobieren. Dabei können sie z.B. einige Klänge auswählen und dann mit ihnen experimentieren und so eine kleine Improvisation entstehen lassen.
Gebundene Improvisation
Die Lernenden können mit mehreren festgelegten Tönen improvisieren (Zwei- oder Drei-Ton-Improvisation). Dies können sie solistisch oder mit anderen gemeinsam.Ich kann mit mehreren Tönen Musik machen. Ich kann allein spielen und mit anderen zusammen spielen.Die Lernenden können mit anderen zusammen, z.B. in einer Improvisation zu einer Harmoniefolge, improvisieren. Gemeinsame Passagen können sich abwechseln mit solistischen Teilen. Verschiedene Formen der Improvisation können zusammen ausgeführt werden.
Klangsensibilisierung und -differenzierung
xDie Lernenden entdecken differenzierte Klangqualitäten und vielfältige Möglichkeiten der Klangerzeugung. Ich experimentiere und entdecke, wie viele unterschiedliche Klänge ich auf einem Instrument erzeugen kann. Ich kann mit unterschiedlichen Spieltechniken unterschiedliche Klänge auf einem Instrument erzeugen.Die Lernenden können eine „Klangkiste“ für ein Instrument erstellen. Dabei können sie möglichst vielfältigige Klänge zusammenstellen, die sich mit einem Instrument erzeugen lassen, und diese aufnehmen und deren Erzeugung beschreiben.
xDie Lernenden entwickeln eine konkretere und differenziertere Klangvorstellung und können diese recht präzise umsetzen.Ich kann mir Geräusche und Klänge vorstellen und diese mit meiner Stimme, meinem Körper, Alltagsgegenständen oder Instrumenten recht präzise erzeugen.Hier kann mit Imitationsspielen gearbeitet werden: alle spielen mit dem gleichen Instrument. Eine Person macht ein Geräusch oder einen Klang vor, die anderen sehen nicht, wie dieser/s erzeugt wird und versuchen, das Gehörte zu imitieren.
xDie Lernenden entwickeln konkretere Unterscheidungs- und Auswahlkriterien für verschiedene Klänge. Ich kann unterschiedliche Klänge nach unterschiedlichen Kriterien auswählen und ordnen.Hier können verschiedene Klänge zur Verfügung gestellt und nach verschiedenen Kriterien geordnet bzw. zugeordnet werden. Es können sowohl musikalische Kriterien (Lautstärke, Tonhöhe, etc) als auch außermusikalische Anlässe gesucht werden, denen die Klänge zugeordnet werden können.
Interaktion und Kommunikation
xDie Lernenden können auf eine musikalische Äußerung auf drei unterschiedliche Arten reagieren: Wiederholung, Variation oder Kontrast.In einen musikalischen Dialog kann ich eigene Ideen einbringen und spontan auf musikalische Äußerungen einer anderen Person reagieren. Ich kann dies auf unterschiedliche Weise tun: Ich kann wiederholen, verändern oder etwas ganz anderes erfinden.In Dialogspielen können drei Optionen angeboten werden: Spiele das Gleiche, spiele etwas Ähnliches oder spiele etwas ganz Anderes. Person 1 kann etwas auf einem Instrument spielen, Person 2 spielt eine der Optionen (Person 1 kann die Option für Person 2 vorgeben oder Person 2 kann dies selbst entscheiden). Als Hilfe können grafische Notationsformen genutzt werden und hinsichtlich der Aspekte gleich, ähnlich oder ganz anders geordnet werden.
xDie Lernenden können in einer Gruppenimprovisation auf andere reagieren. Sie können eine musikalische Äußerung wiederholen, variieren oder kontrastieren.In einer musikalischen Improvisation in einer Gruppe kann ich anderen zuhören, eigene Ideen einbringen und auf andere reagieren. Ich kann Ideen wiederholen, verändern oder etwas ganz anderes erfinden.In der Gruppen können unterschiedliche Antworten auf eine musikalische Äußerung gesucht, gefunden und verglichen werden. Dies kann z.B. durch das Ziehen von Spielkarten mit den Begriffen Wiederholung, Variation und Kontrast festgelegt werden
xGestaltung
Die Lernenden können Gefühle und Stimmungen musikalisch ausdrücken und dabei musikalische Parameter gezielt umsetzen.Ich kann Gefühle und Stimmungen musikalisch ausdrücken und nutze dabei verschiedene musikalische Merkmale, wie laut/ leise, schnell/ langsam, hoch/ tief…Bei der Gestaltung von „Gefühlsmusiken“ kann die Rolle der einzelnen Paramter zunächst ausprobiert und ein einem Diagram festgehalten werden. Dann kann die einzelne „Gefühlsmusik“ musiziert und ggf. aufgenommen werden. Andere können im Anschluss das dargestellte Gefühl beschreiben und ggf. erraten.
Die Lernenden können Klänge aus der Natur und dem Alltag musikalisch differenziert darstellen und dabei musikalische Parameter stimmig umsetzen.Ich kann Lebewesen und Dinge aus der Natur oder aus meinem Alltag musikalisch darstellen. Dazu wähle ich gezielt Klänge aus und nutze verschiedene musikalische Merkmale, wie laut/ leise, schnell/langsam, hoch/tief… zur Gestaltung.Zunächst können die Dinge, die dargestellt werden sollen, charakterisiert weren. Im Anschluss können dann verschiedene Klänge dazu passend ausgewählt und entsprechend der Parameter umgesetzt werden.
Die Lernenden können Figuren und Aspekte einer Geschichte mit musikalischen Mitteln charakterisieren und dabei musikalische Parameter stimmig umsetzen.Ich kann Figuren aus einer Geschichte oder kurze Geschichten musikalisch darstellen und untermalen. Dabei kann ich bestimmte Merkmale der Figuren oder Handlungen mit verschiedenen musikalischen Mitteln genau umsetzen.Hier können Geschichten selbst entwickelt oder fertige Geschichten vertont werden. Die Figuren sollten zunächst möglichst genau erfasst werden (z.B. durch Rollenspiele, Standbilder), dann kann Musik differenziert gestaltet werden.
Die Lernenden können das Prinzip des Komponierens anwenden und ihre Ideen strukturieren und festhalten.Ich kann ein kleines Musikstück komponieren, indem ich verschiedene Klänge auswähle und ordne. Ich kann aufmalen oder eine Skizze machen, um die Abfolge festzuhalten.Es kann mit unterschiedlichen thematischen Vorgaben oder ganz frei gearbeitet werden. Zur Hilfe können Ideen grafischer Notation eingeführt werden.
Gebundene Improvisation
Die Lernenden können mit den Tönen einer Tonleiter, z.B. der Pentatonik oder auch der Dur-Tonleiter, improvisieren. Dies können sie solistisch oder mit anderen gemeinsam.Ich kann mit mehreren Tönen einer Tonleiter Musik machen. Ich kann allein spielen und mit anderen zusammen spielen.Die Lernenden können mit anderen zusammen, z.B. in einer Improvisation zu einer Harmoniefolge, improvisieren.
Bei der Improvisation auf einer Skala ist es hilfreich, ein Instrument auszuwählen, bei dem nur die benötigten Töne zur Verfügung gestellt werden können (z.B. Xylofon).
Gemeinsame Passagen können sich abwechseln mit solistischen Teilen. Verschiedene Formen der Improvisation können zusammen ausgeführt werden.
Klangsensibilisierung und -differenzierung
xDie Lernenden kennen den Klang vieler Instrumente und können diese sicher erzeugen.Ich habe eine genaue Vorstellung von verschiedenen Klangmöglichkeiten verschiedener Instrumente und kann diese umsetzen. Verschiedene Instrumente können zur Verfügung gestellt werden. Eine Person spielt einen Klang auf einem Instrument, die anderen müssen erraten auf welchem Instrument gespielt wurde und eine Person versucht, diesen zu imitieren.
Die Lernenden haben eine differenzierte Klangvorstellung und können bewusst Klänge auswählen und zusammenstellen.Ich habe eine genaue Vorstellung verschiedener Klänge und kann sie gezielt auswählen und Klangqualitäten bewusst zusammenstellen.Hier kann mit der Vertonung von Geschichten oder auch Hörspielen gearbeitet werden. Als Vorbereitung ist hier immer wieder der vielfältige Einsatz auch neuer Instrumente und das Wiederholen der Klänge und Spielweisen nötig.
xDie Lernenden kennen viele unterschiedliche Spieltechniken verschiedener Instrumente und können sie sicher umsetzen.Ich kann viele Möglichkeiten der Klangerzeugung mit verschiedenen konventionellen und unkonventionellen Spieltechniken sicher umsetzen.Sowohl das experimentelle Ausprobieren als auch die Instruktion im Bezug auf konkrete Spieltechniken sollten sich ergänzen.
Interaktion und Kommunikation
xDie Lernenden können unterschiedliche musikalische Gestaltungsprinzipien im musikalischen Dialog differenziert einsetzen. Sie können eigene Ideen einbringen und können auf andere angemessen reagieren.In einem musikalischen Dialog kann ich vielfältige eigene musikalische Ideen einbringen und spontan und präzise auf andere reagieren. Ich kann sie aufgreifen, wiederholen, verändern, variieren, fortsetzen oder kontrastieren. Dabei nutze ich gezielt verschiedene Spieltechniken und meine Kenntnisse über musikalische Parameter.Zunächst können hier einfache lautmalerische Zugänge oder einfach zugängliche Naturbilder und gut bekannte gewählt werden, z.B. von Tiergeräuschen (vgl. Kaul, Terhag 2013, S. 30f), Naturphänomenen, wie Wetter, Sonnenauf- oder Untergang.
Hier können bildliche Darstellung unterstützen und ggf. auch selbst gestaltet werden.
xDie Lernenden können in einer Gruppenimprovisation auf andere differenziert reagieren. Sie können die musikalischen Klangfolgen und Melodien auf unterschiedliche Arten beantworten: Wiederholung, Veränderun, Variation, Fortsetzung und Kontrast.In einer musikalischen Improvisation in einer Gruppe kann ich den anderen zuhören, vielfältige eigene musikalische Ideen einbringen und spontan und präzise auf andere reagieren. Ich kann andere Ideen aufgreifen, wiederholen, verändern, variieren, fortsetzen oder kontrastieren. Dabei nutze ich gezielt verschiedene Spieltechniken und meine Kenntnisse über musikalische Parameter.Die Lernenden können beispielsweise für kurze Klangfolgen oder Melodiefolgen unterschiedliche Fortsetzungen finden, die den unterschiedlichen Prinzipien entsprechen.
In einer Gruppenimprovisation können sie dann einzelne Klangfolgen aufnehmen und darauf reagieren, so dass ein Dialog entsteht. Reflexion und Austausch helfen, das Bewusstsein und die musikalische Wahrnehmungsfähigkeit zu schärfen.
Gestaltung
xDie Lernenden können Gefühle, Stimmungen, Atmosphären und Entwicklungen differenziert musikalisch darstellen und dabei Parameter und Spieltechniken gezielt nutzen.Ich kann auch komplexere Gefühle und Stimmungen und Atmosphären sowie deren Veränderungen mit verschiedenen musikalischen Mitteln differenziert vertonen. Meine Klangvorstellungen hinsichtlich verschiedener Parameter kann ich durch verschiedene Spieltechniken sicher umsetzen.Die Lernenden können Szenen entwerfen und filmen, in denen die Protagonisten verschiedene Emotionen durchleben; diese können sie dann selbst vertonen. Hier können auch verschiedene Geschichten aus der Lebenswelt der Jugendlichen, wie z.B. Harry Potter oder auch Märchen, als Vorlage dienen (vgl. Kaul, Terhag 2013, S. 80).
xDie Lernenden können Entwicklungen und Veränderungen von Lebewesen und Dingen aus der Natur differenziert musikalisch darstellen und dabei Parameter und Spieltechniken gezielt nutzen.Ich kann Entwicklungen und Veränderungen von Lebewesen und Dingen aus der Natur mit verschiedenen musikalischen Mitteln differenziert vertonen. Meine Klangvorstellungen hinsichtlich verschiedener Parameter kann ich durch verschiedene Spieltechniken sicher umsetzen.Hier kann z.B. eine Reise durch verschiedene Landschaften vertont werden; zunächst kann ein Skript angefertigt werden, auf dem verschiedene Klänge für die einzelnen Landschaften notiert werden, dann können diese vertont werden und anschließend von anderen erraten werden. (Schwabe 2019, S.43)
Alternativ kann auch eine Reise durch die Jahreszeiten vertont werden.
xDie Lernenden können Figuren und weitere Aspekte einer Geschichte differenziert musikalisch darstellen und dabei Parameter und Spieltechniken gezielt nutzen.Ich kann auch komplexere Figuren einer Geschichte oder verschiedene Facetten einer Geschichte mit verschiedenen musikalischen Mitteln differenziert vertonen. Meine Klangvorstellungen hinsichtlich verschiedener Parameter kann ich durch verschiedene Spieltechniken sicher umsetzen.Die Lernenden können hier eine Geschichte oder einen Film vertonen, bzw. eine Filmmusik erstellen. Dabei können sie auf unterschiedliche Facetten eingehen und sowohl Stimmungen, Atmosphären, Charaktere etc. vertonen. Ein Beispiel wäre hier die Vertonung von Gruselfilmen (Kaul, Terhag 2013, S. 82) sowie anderer Filmszenen (Kaul, Terhag 2013, S. 84). Außerdem können sie auf unterschiedliche Techniken aus der Filmmusik-Komposition zurückgreifen.
xDie Lernenden können das Prinzip des Komponierens anwenden, ihre Ideen nach „dramaturgischen Kriterien“ strukturieren und festhalten.Ich kann ein Musikstück komponieren. Dabei wähle ich bewusst verschiedene Klänge aus und ordne sie, um meinem Stück eine bestimmte „Dramaturgie“ zu geben. Meine Ideen halte ich mit Hilfe von grafischer Notation fest.Es kann mit unterschiedlichen thematischen Vorgaben oder ganz frei gearbeitet werden. Analogien zum Schreiben können hergestellt werden, um einen Spannungsbogen zu erzeugen.
xGebundene Improvisation
xDie Lernenden können mit den Tönen einer diatonischen Skala improvisieren. Dabei können sie Zieltöne anvisieren und Neben-, Durchgangs- und Zwischentöne als solche verwenden. Dies können sie solistisch oder mit anderen gemeinsam.Ich kann mit mehreren Tönen einer Tonleiter Musik machen. Ich kann allein spielen und mit anderen zusammen spielen.Die Lernenden können mit anderen zusammen, z.B. in einer Improvisation zu einer Harmoniefolge, improvisieren.
Eine Visualisierung der Zieltöne im Zusammenhang mit der verwendeten Harmoniefolge ist hilfreich.
Gemeinsame Passagen können sich abwechseln mit solistischen Teilen. Verschiedene Formen der Improvisation können zusammen ausgeführt werden.
b) Musik erfinden - Komponieren
Die Lernenden können mit Unterstützung in einfacher Form Musik "kom-ponieren", indem sie einige Klänge auswählen.Ich kann ein kurzes „Klang-Stück“ erfinden. Ich kann unterschiedliche Klänge erzeugen. Die Klänge, die mir besonders gut gefallen, kann ich mit Unterstützung zu einem Stück zusammensetzen.Hier kann zunächst die Basis für späteres eigenständiges Komponieren gelegt werden. Basis hierfür ist, dass verschiedene Klänge und Klangqualitäten bekannt sind. Sinnvoll ist es, zunächst Klänge unterschiedlicher Klangerzeuger, z.B. aus dem Orff-Instrumentarium, auf spielerische Weise zu erkunden und damit zu experimentieren. Eine Bezugsperson kann dann von den Lernenden besonders bevorzugte „Lieblingsklänge“ auswählen und diese können zu einer kleinen „Komposition“ zusammengefügt werden.
xDie Lernenden können das Prinzip des Komponierens anwenden und ihre Ideen nach einfachen Kriterien strukturieren und festhalten.Ich kann ein kleines, aus unterschiedlichen Teilen bestehendes, Klang-Stück erfinden. Ich kann unterschiedliche Klänge auswählen und in eine Reihenfolge bringen.Die Lernenden sollen eine erste „Klang-Komposition“, einen Klangweg oder eine Klangstraße erfinden.
Dabei können sie zunächst einige Klänge auswählen, die ihnen gut gefallen (z.B. mit verschiedenen Orff-Instrumenten) und sie dann in eine festgelegte Reihenfolge bringen (sie legen sie in die entsprechende Reihenfolge und dadurch entsteht ein Klang-Weg oder eine Klangstraße). Sie können nun das Stück spielen, indem sie die Klangstaße ablaufen und die jeweiligen Instrumente zum Klingen bringen. Ihre Klänge können sie nach vorgegebenen Kriterien ordnen, z.B. von leise nach laut.
Die Lernenden erfinden kurze Tonfolgen. Sie werden mit dem Prozess des Gestaltens von Melodien vertraut.Ich kann eine kurze Melodie erfinden.Für das Erfinden einer Melodie kann mit Hilfe von Farbkodierungen gearbeitet werden (z.B. mit unterschiedlich farbigen Tönen, wie auch auf dem digitalen Xylofon auf der Seite: https://playxylo.com).
Farbkarten können zunächst in eine Reihenfolge gelegt werden, danach können die Töne gespielt werden.
Die Lernenden können ein Musikstück mit Klängen komponieren und dabei nach Kriterien eine Form gestalten. Sie können diese mit Hilfe grafischer Notationsformen festhalten.Ich kann ein Musikkstück komponieren, indem ich verschiedene Klänge auswähle. Ich kann sie nach unterschiedlichen Kriterien ordnen und so einen Ablauf gestalten. Meine Ideen kann ich festhalten, indem ich sie mit Symbolen aufmale.Es kann mit unterschiedlichen thematischen Vorgaben oder ganz frei gearbeitet werden. Verschiedene Möglichkeiten einer Gestaltung des Ablaufs können eingeführt werden (aufsteigende und fallende Spannung; Gegensätzlichkeit etc.).
Zur Hilfe können Ideen grafischer Notation eingeführt werden.
Die Lernenden können kurze Rhythmen mit unterschiedlichen Notenwerten und unter Berücksichtigung von Taktvorgaben erfinden.Ich kann einen kurzen Rhythmus erfinden. Dabei kann ich unterschiedliche Notenwerte verwenden und mich an Taktvorgaben orientieren.Zur Übung von Rhythmen eignet sich besonders die Einführung einer Rhythmussprache (z.B. nach Gordon (https://music-audiation.ch/download-material.html) oder Kodály (https://barbaravoelkel.de/wp-content/uploads/Solmisation/Rhytmusnotation-1.jpeg) ). Mit Hilfe der Sprachbausteine können die Lernenden dann einfache Rhythmen erfinden. Die Erfindung einfacher Rhythmusbausteine kann der Erfindung einer Melodie verausgehen.
Die Lernenden können eine kurze Melodie erfinden und diese festhalten.Ich kann eine kurze Melodie erfinden. Dabei kann ich mich an Taktvorgaben orientieren.Hier können Platzhalter für unterschiedliche Notenwerte verwendet werden. Möglich ist es, das Erfinden der Melodie mit der Rhythmussprache zu verbinden oder auch erst einen Rhythmus zu erfinden und dann dazu Töne.
Die Melodie kann mit Hilfe einer Farbkodierung festgehalten werden.
xDie Lernenden können eine Klangkomposition mit verschiedenen Teilen erfinden und dabei Spieltechniken und Gestaltungsmerkmale bewusst einsetzen.Ich kann eine Klangkomposition aus verschiedenen Teilen gestalten. Dabei kann ich verschiedene Gestaltungskriterien (Dynamik, Tempo etc.) und Spieltechniken gezielt einsetzen.Es kann mit unterschiedlichen thematischen Vorgaben oder ganz frei gearbeitet werden, z.B. zu den unterschiedlichen Jahreszeiten, zu Charakteren aus Cartoons etc.; vgl. Kaschub & Smith 2017 und 2022).
Neben konkreten Instrumenten kann auch mit digitalen Medien gearbeitet werden. Hier können Programme und Apps, wie „Garage Band“ oder „Koala“ verwendet werden.
Unterschiedliche Möglichkeiten der Gestaltung und Anordnung verschiedener Formteile sollen aufgezeigt werden.
xDie Lernenden können einen längeren Rhythmus mit unterschiedlichen Notenwerten und unter Berücksichtigung von Taktvorgaben erfinden.Ich kann einen längeren/ mehrtaktigen Rhythmus erfinden. Dabei kann ich unterschiedliche Notenwerte verwenden und mich an Taktvorgaben orientieren.Zur Übung von Rhythmen eignet sich besonders die Einführung einer Rhythmussprache (z.B. nach Gordon oder Kodály). Mit Hilfe der Sprachbausteine können die Lernenden dann einfache Rhythmen erfinden. Die Erfindung einfacher Rhythmusbausteine kann der Erfindung einer Melodie verausgehen.
xDie Lernenden können kurze Melodien erfinden, die einen konkrete Funktion erfüllen.Ich kann kurze Melodien erfinden und dabei ihre Funktion berücksichtigen.Beispiele: Werbejingle, Signature-Tunes, Melodien für ein Computerspiel etc. (vgl. Kaschuub & Smith 2022). Zunächst können die Beispiele genauer untersucht werden, dann können eigene Gestaltungen anhand von Kriterien ausprobiert werden.
xDie Lernenden können ein eigenes kurzes Musikstück erfinden, wie z.B. einen eigenen Song und Kriterien bezügl. Form und Melodiebildung anwenden.Ich kann ein kurzes Musikstück erfinden und dabei unterschiedliche Kriterien für die Form und die melodische Gestaltung berücksichtigen. Beispiele: ein kurzes Lied, bestehend aus Refrain und Strophen, ein Rap mit selbst geschriebenem Text;
hier ist es hilfreich mit bestimmten Gerüsten zu arbeiten, wie z.B. einem harmonischen Gerüst oder harmonisch-melodischen Bausteinen (vgl. Musik erfinden, Musik und Unterricht 152).

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3D: Musik verstehen und über Musik nachdenken

3D1.1 Musik beschreiben (Tabelle 4a)

Die Voraussetzung dafür, Musik beschreiben zu können, ist es, sie wahrzunehmen. Somit baut die Kompetenz „Musik beschreiben“ auf der Kompetenz „Musik wahrnehmen“ auf. Eine differenzierte Beschreibung von Musik ist nur möglich, wenn diese auch differenziert wahrgenommen werden kann.

Die Beschreibung von Musik kann in unterschiedlicher Weise erfolgen und sich auf unterschiedliche Aspekte beziehen. Zunächst können die Lernenden „Alltagssprache“ verwenden, um ihre Eindrücke zu benennen. Ziel des Musikunterrichts ist es dann, differenziertes Fachvokabular kennenzulernen und anwenden zu können. Beschrieben werden sowohl die Wirkung als auch die musikalischen Parameter, die das Musikstück (oder den Ausschnitt) ausmachen.

Wichtig ist es, die Subjektivität der Wahrnehmung und des Erlebens von Musik anzuerkennen, insbesondere hinsichtlich der emotionalen Qualitäten. Wenn es also darum geht, ein „passendes“ Wort zu finden (siehe Tabelle), dann ist damit auch die subjektive Perspektive gemeint.

3D1.2: Musik untersuchen und interpretieren (Tabelle 4b)

Musik zu untersuchen und zu interpretieren wird nicht als explizites Lernfeld der Curricula ausgeführt, findet sich aber dennoch in den aufgelisteten Operatoren der Anforderungsbereiche (vgl. Niedersächsisches Kerncurriculum Musik, S. 20-23) und stellt einen Bereich des Musikunterrichts dar, der eine vertiefende „erlebende und verstehende Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Musik zum Ziel hat“ (Richter 2007, S. 96).

Musik zu untersuchen, beziehungsweise zu analysieren bedeutet, sie „auf ihre Bestandteile, auf deren Zusammensetzung und auf den Zusammenhang mit anderen hin zu untersuchen“ (Richter 2007, S. 101). Ein genaues Untersuchen, kann auf vielfältige Weise stattfinden: Ein Musikstück, beziehungsweise ein Ausschnitt kann angehört, gespielt oder gesungen, durch Bewegung nachvollzogen oder auch mithilfe des Notentextes genauer unter die Lupe genommen werden. Die vertiefende Auseinandersetzung mit der Musik kann für Interpretationsansätze genutzt werden und zum vertieften Verstehen beitragen. Dabei ist nicht nur ein an die Wortsprache gebundenes Verstehen gemeint, sondern eines, das bereits mit dem Empfinden beginnt und sowohl in den sprachlichen Ausdruck als auch in andere Formen und Prozesse der Transformation münden kann. So kann etwas „Wesenhaftes der Musik“ (Unger-Rudroff 2020, S.209) herausgestellt werden. Verstehen im phänomenologischen Sinne ist dabei ein Wechsel zwischen dem „Sich-den-Dingen-Hingeben und ein Zu-den-Dingen-fragend-in-Distanz-Gehen“ (ebd. S.206).

3D1.3 Musik reflektieren und kontextualisieren (Tabelle 4c)

Die Reflexion über Musik kann viele unterschiedliche Facetten betreffen. Zunächst gehört dazu die Reflexion des eigenen Musikverhaltens und eigener Vorlieben. Darüber hinaus kann über Musik in einem größeren Kontext nachgedacht werden: zum einen geht es um die Bedeutung von Musik im Kontext der eigenen Lebenswelt bzw. des kulturellen Umfeldes, zum anderen um die Bedeutung, die Musik in unterschiedlichen Zeiten und Kulturen eingenommen hat und einnimmt. Es ist nicht mehr Teil curricularer Vorgaben, sich detailliert mit allen Epochen der Musikgeschichte zu befassen, es gehört jedoch zum Verständnis von Musik, exemplarisch auch etwas von ihren historischen und kulturellen Kontexten zu verstehen und Bezüge zwischen der Lebensgestaltung und der Musik herzustellen. Als weiterer Aspekt ist die Rolle und Bedeutung von Musik in den Medien sowie in politischen Zusammenhängen relevant und bedarf einer auch kritischen Reflexion.

3D1.4 Musik beurteilen (Tabelle 4d)

Musik zu beurteilen ist in unterschiedlicher Weise Teil des Musikunterrichts. Die Ergebnisse der Lernenden werden beurteilt aber sie können auch selbst die Ergebnisse anderer musikalischer Gestaltungen bewerten. Beurteilen und beurteilt werden soll im inklusiven Unterricht in wertschätzender Weise erfolgen, indem vor allem das individuell Erreichte konstruktiv beschrieben wird. Neben persönlichen Präferenzen eines Musikgeschmacks bieten die REMI-Stufenmodelle Anregungen dazu, wie erworbene Kompetenzen benannt werden können. Dabei ist die Einsicht maßgeblich, dass jedes Kind auf seiner Stufe kompetent ist. Situationen des Musizierens und Lernens sollen klar getrennt werden von Situationen der Leistungsbeurteilung. Wenn abschließende Bewertungen vorgenommen werden, zum Beispiel für ein Abschlusszeugnis, sollen zugrunde liegende Kriterien transparent gemacht werden.

Tabelle 3D: Musik verstehen und über Musik nachdenken

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

bepsStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
a) Musik beschreiben
Die Lernenden können den emotionalen Gehalt und die Stimmung eines kurzen Musikstücks erfassen und mit einem passenden Begriff beschreiben.Ich kann einen Begriff für das Gefühl oder die Stimmung eines Musikstücks finden.Grundlage für diese Kompetenz ist, dass die Lernenden Begriffe für Gefühle und Stimmungen kennen und anwenden können; grundsätzlich ist es hilfreich, sich in umfassender Weise mit Gefühlen zu beschäftigen (sie darzustellen, sie zu malen, Geschichten und Bilder einzubeziehen etc.). Begriffe für Gefühle werden somit gelernt, ein Verständnis für diese vertieft und sie werden dann mit dem Erleben von Musik verknüpft.
Zunächst sollte eine begrenzte Auswahl von Begriffen eingeführt und zugeordnet werden, z.B. wütend, traurig, ruhig, fröhlich...
Zunächst ist es sinnvoll, kurze Musikstücke mit einem eher gleichbleibenden emotionalen Ausdruck auszuwählen.
xDie Lernenden können ein kurzes Musikstück oder einen kurzen Ausschnitt hinsichtlich einiger Parameter mit einfachen Fachbegriffen beschreiben. Ich kann sagen, ob ein Musikstück für mich laut oder leise, schnell oder langsam, dunkel oder hell klingt.Die Beschreibung musikalischer Parameter (musikalischer Gestaltungsmerkmale wie Tonhöhe, Tondauer, Metrum, Takt, Klangfarbe) kann zunächst in Gegensätzen eingeführt und geübt werden. Besonders wirksam ist es, die Begriffe nicht nur zu benennen, sondern diese auch zu visualisieren und körperlich darzustellen, z.B. sie zu zeigen, Bewegungen zu finden. Zunächst sollten kurze Ausschnitte gewählt werden/ selbst gespielt werden; die beiden Polaritäten können dann im Wechsel geübt und veranschaulicht werden.
Die Lernenden können den emotionalen Gehalt und die Stimmung eines kurzen Musikstücks genauer erfassen und mit einem passenden Begriff beschreiben. Sie können sich dabei auf einen erweiterten Wortschatz zu Gefühlen beziehen.Ich kann für das Gefühl oder die Stimmung eines kurzen Musikstücks oder eines Ausschnitts passende Adjektive auswählen.Um den Wortschatz zur Beschreibung eines Musikstücks zu erweitern, ist es sinnvoll, mit Adjektivlisten, Adjektivzirkeln oder Polaritätsprofilen zu arbeiten (vgl. Mittelstädt 2007, S. 174ff).
Die Liste an Adjektiven sollte schrittweise erweitert werden. Dabei muss stets darauf geachtet werden, dass die Lernenden den Inhalt der Begriffe verstehen können.
Auch hier ist eine vielfältige Verknüpfung der Adjektive (z.B. mit Geschichten, Situationen etc.) und ihre Visualisierung und Verkörperung sinnvoll.
Die Lernenden können eigene Assoziationen zu einem Musikstück mit Alltagssprache beschreiben. Ich kann beschreiben, was ich mir beim Hören eines Musikstücks vorstelle, z.B. welche Bilder und Situationen mir zu dem Musikstück einfallen.Für die Entwicklung von Bildern und Vorstellungen, kann es hilfreich sein, das Musk hören wie eine Art Fantasiereise anzuleiten… („Wir fliegen mit dem SpaceShuttle auf einen anderen Planeten… dort erklingt diese Musik… wie sieht der Planet aus… was siehst du... wem begegnest du...“ Oder: „Wir gehen in den Zirkus... zur Musik erscheint ein erstes Tier... welches ist es...?“). Der Verbalisierung kann hier z.B. eine bildliche Darstellung der Szenen und Bilder vorausgehen, es können Geschichten geschrieben werden etc.
Die Lernenden können kurze Ausschnitte hinsichtlich einfacher musikalischer Parameter mit Fachbegriffen beschreiben.Ich kann einfache Merkmale eines Musikstücks beschreiben. Dabei kann ich Fachbegriffe verwenden.Zunächst können sehr kurze Ausschnitte hinsichtlich verwendeter musikalischer Parameter (also Bereiche der Komposition) beschrieben werden. Es eignen sich die Parameter Dynamik, Tempo, einfache Elemente der Melodiebildung, Instrumente… Sie können einzeln fokussiert und mit Fachbegriffen vermittelt und geübt werden (z.B. können beim Melodieverlauf die Bewegungsrichtungen aufsteigend, absteigend, gleichbleibend gemalt, gezeigt, sowie hörend und lesend angewendet werden.)
Die Lernenden können unterschiedliche Formteile einfacher musikalischer Formen benennen.Ich kann unterschiedliche Teile eines Musikstücks erkennen. Ich kann sie mit Fachbegriffen beschreiben.Einzelne Teile können mit unterschiedlichen Buchstaben beschrieben werden; bei Liedern können Fachbegriffe wie Refrain und Strophe eingeführt und angewendet werden. Hier können zunächst klar strukturierte Lieder verwendet werden, wie z.B. Alles nur geklaut, Mein kleiner grüner Kaktus, Das Rap-Huhn (Sound Check 1, Metzler). Dann können die Lernenden ihre Lieblingslieder mitbringen und auch hier die Formteile bestimmen.
xDie Lernenden können auch ein längeres Musikstück mit Veränderungen hinsichtlich der Wirkung beschreiben. Dabei gehen sie auf Gefühle, Stimmungen, Assoziationen etc. ein.Ich kann die Wirkung eines Musikstücks mit eigenen Worten beschreiben und auch auf Veränderungen eingehen. Dabei verwende ich Adjektive zur Beschreibung von Gefühlen und Stimmungen. Außerdem kann ich eigene Assoziationen beschreiben. Bei der Beschreibung der Wirkung können unterschiedliche Hilfsmittel, wie z.B. selbst erstellte Wortlisten oder auch vorgefertigte Adjektivlisten verwendet werden (vgl. Mittelstädt 2007, S. 174ff).
Die Lernenden können unterschiedliche Parameter eines Musikstücks mit Fachbegriffen beschreiben.Ich kann verschiedene Parameter eines Musikstücks genau beschreiben. Dabei verwende ich musikalische Fachbegriffe.Hier ist es zunächst hilfreich, die einzelnen musikalischen Paramter (Tonhöhe, Tondauer, Lautstärke, Klangfarbe, Artikulation, Instrumente) einzeln zu thematisieren.
Systematisierende Übersichten mit Fachvokabular können zur Hilfe genommen werden.
xDie Lernenden können verschiedene Formteile eines auch längeren Musikstückes erfassen und musikalische Fachbegriffe nennen.Ich kann verschiedene Formteile eines Musikstückes erkennen und mit Fachbegriffen beschreiben.Es kann mit unterschiedlichen Genres gearbeitet werden und z.B. ein Formteile-Puzzle erstellt werden (z.B. zu Formteilen eines Popsongs oder anderer Genres). Hier können nun auch Popsongs mit weiteren Formteilen, wie Intro, Bridge, Outro etc. ausgewählt werden, z.B. Mamma Mia, My heart will go on, Let it be, Earth Song, Zombie etc. (Liederbuch kompakt, Schott). Außerdem können dann von den Lernenden eigene Popsongs ausgewählt und hinsichtlich der Aspekte analysiert werden).
b) Musik untersuchen und interpretieren
xDie Lernenden erfahren unterschiedliche Klangqualitäten verschiedener Gegenstände durch eigenes Experimentieren.Ich weiß, dass Alltagsgegenstände und Instrumente zum Klingen gebracht werden können. Ich kann verschiedene Klangeigenschaften eines Gegenstands erzeugen.Den Lernenden können verschiedene Instrumente und Alltagsgegenstände angeboten werden, die sich mit allen Sinnen erforschen lassen. Sie können die Klangmöglichkeiten erkunden und in einfacher Sprache können die Klangeigenschaften beschrieben werden.
xDie Lernenden erfahren die vielfältigen Möglichkeiten der Stimme.Ich erfahre, dass meine Stimme und auch die Stimme anderer ganz unterschiedlich klingen kann.Die Lernenden können spielerisch ermutigt werden, im Austauch die vielfältigen Möglichkeiten stimmlichen Ausdrucks wahrzunehmen, indem sie ihn hören und indem sie selbst die Möglichkeiten ihrer Stimme kennenlernen. Jegliche Form stimmlicher Äußerung kann hier eingebracht und genauer beschrieben werden.
xDie Lernenden können Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Klängen erfassen und erklären.Ich kann vielfältige Klangmöglichkeiten verschiedener Instrumente erkunden und Unterschiede und Gemeinsamkeiten feststellen und erklären, wie sie zustande kommen.Den Lernenden können verschiedene Instrumente und Alltagsgegenstände angeboten werden, die sich mit allen Sinnen erforschen lassen. Die Lernenden können diese unterschiedlichen und gemeinsamen Klangeigenschaften sortieren und in einfacher Sprache deren die Klangeigenschaften beschreiben.
Die Lernenden können einzelne Gestaltungsmerkmale eines Musikstückes erfassen und durch Bewegung zeigen.Ich kann einzelne Gestaltungsmerkmale eines Musikstückes erkunden. Ich kann zeigen, wie sich eine Melodie bewegt, ich kann zeigen, wie schnell oder langsam ein Musikstück ist und ich kann zeigen, wie laut oder leise es ist. Ich kann die Begriffe dazu nennen und ich kann Ideen entwickeln, welche Bewegungen passend sind.Die Lernenden beschäftigen sich zunächst mit einzelnen Parametern und lernen, Gegensätze zu erfassen. Ein Untersuchen findet zunächst durch körperliche Bewegung statt. Hier können vielfältige Anregungen gegeben werden, diese auszudrücken, z.B. mit der Hand, mit Arten des Gehens, durch die Größe der Bewegung etc.
Zur Begriffsfindung können zunächst Begriffspaare/-gegensätze oder Abstufungen vorgegeben werden, aus denen die passende ausgewählt wird (z.B. forte - mezzoforte - piano).
Um sich dem Aspekt einer Deutung anzunähern, können kurze szenische Darstellungen erfunden werden (zu welchem Tier/ welcher Figur passt die Musik..., was stellt diese dar...?)
Die Lernenden können einzelne vorgegebene musikalische Merkmale eines Ausschnittes aus einem Musikstück analysieren.Ich kann einzelne musikalische Gestaltungselemente eines kurzen Ausschnittes eines Musikstückes genauer erfassen, z.B. die Melodie, die Begleitung, den Rhythmus, die Form etc. Ich kann sie zeigen, aufmalen und erklären, was die Gestaltung ausmacht.Die Lernenden können unter konkreter Aufgabenstellung einzelne Gestaltungselemente eines Musikstückes genauer erfassen, z.B. den Melodieverlauf, rhythmische Verläufe, die Form, die Klanggestaltung/ Instrumente…
Wichtig ist es hier, kurze Ausschnitte zu wählen und unterschiedliche Möglichkeiten des ganzheitlichen Nachvollzugs zu ermöglichen. Wenn möglich, kann eine Melodie oder ein Ausschnitt eines Rhythmus' auch musiziert werden.
xDie Lernenden können einzelne vorgegebene musikalische Parameter in einem kurzen Ausschnitt eines Musikstückes hörend analysieren.Ich kann einzelne musikalische Elemente eines kurzen Ausschnittes eines Musikstückes hörend verfolgen und zeigen, was die Gestaltung ausmacht.Die Lernenden sollen hier angeleitet werden, einzelne Parameter besonders zu verfolgen. Hier sind ebenfalls kurze Ausschnitte wichtig, die dann mehrmals gehört werden sollten. Hilfreich für vertiefendes Hören ist auch die Verwendung eines Kopfhörers und eines eigenen Abspielgeräts.
Sinnvoll ist es auch, den Gestaltungsaspekt zu malen, in Bewegung umzusetzen etc.
xDie Lernenden können einzelne vorgegebene musikalische Parameter in einem kurzen Ausschnitt eines Musikstückes anhand eines reduzierten Notentextes analysieren.Ich kann einzelne musikalische Merkmale eines kurzen Ausschnittes eines Musikstückes am Notentext zeigen und beschreiben.Für die Bearbeitung im Notentext ist eine Reduktion auf wesentliche Aspekte und die Wahl eines kurzen Ausschnittes hilfreich. Es kann mit verschiedenen Farben und Markierungen gearbeitet werden, z.B. können Melodieverläufe nachgemalt und dann weiter beschrieben werden.
Die Lernenden können Sinnzusammenhänge zwischen der musikalischen Gestaltung und anderen Aspekten herstellen.Ich kann Zusammenhänge zwischen einem oder mehreren musikalischen Merkmalen und anderen Aspekten, wie z.B. der Wirkung oder anderen außermusikalischen Aspekten, herstellen.Zusammenhänge zwischen musikalischer Gestaltung können zunächst auf bildlicher Ebene oder Ebene der Bewegung hergestellt werden. Dann kann die sprachliche Ebene beschreibend hinzukommen. Wenn programmatische Aspekte gegeben sind, können Vergleiche (z.B. zwischen charakteristischen Merkmalen eines Tieres oder anderen Phänomens und charakteristischen musikalischen Merkmalen) hergestellt werden.
xDie Lernenden können ein Musikstück nach selbstgewählten Kriterien analysieren und zentrale Gestaltungsprinzipien erfassen und mit Fachsprache erläutern.Ich kann ein Musikstück mit Methoden der Analyse nach selbst gewählten Kriterien untersuchen und zentrale Merkmale und Gestaltungsprinzipien herausarbeiten. Ich kann typische Muster erkennen und mit Hilfe von Fachsprache erläutern.Die Lernenden können Übersichten mit möglichen zu untersuchenden Parametern zur Hilfe nehmen. Grundlage für die eigenständige Entscheidung sind Erfahrungen in der Analyse der einzelnen Parameter sowie Orientierungshilfen, nach denen wesentliche Kriterien zur Analyse ausgewählt werden können. Hier kann ein Austausch nach dem Hören des Musikstückes hilfreich sein.
Zur genaueren Analyse ist mehrmaliges Hören wichtig, am besten in eigenem Tempo und mit Hilfe von Kopfhörern (Nutzung von digitalen Medien).
Zur genaueren Analyse können auch der Nachvollzug durch Bewegung oder auch durch Nachsingen oder -spielen herangezogen werden.
xDie Lernenden können eine Höranalyse und eine Analyse mit Hilfe des Notentextes durchführen.Ich verwende sowohl meine Höreindrücke als auch einen Partiturausschnitt für die Analyse und kann in der Partitur zentrale Muster und Merkmale markieren.Die Lernenden können hier mit Hörprotokollen arbeiten, die sie selbst anfertigen und mit anderen vergleichen. Für die Arbeit mit der Partitur ist Notenlesen keine Voraussetzung, viele Aspekte können trotzdem abgelesen werden (Tonhöhen, Instrumentendichte etc.).
c) Musik reflektieren und kontextualisieren - Kulturelle und funktionale Bezüge
xDie Lernenden erfahren, dass Musik in bestimmten individuellen und gesellschaftlichen Kontexten Verwendung findet.Ich höre bestimmte Lieder und Musikstücke in bestimmten Situationen. Die Bezugspersonen verknüpfen bestimmte Situationen und Anlässe mit Musik (Schlaflieder/ Musik zum Einschlafen; Geburtstagslieder etc…). Beispiele finden sich nach Themen geordnet, z.B. in: Das Kindergartenliederbuch, Herder 2014 und in Janoschs Fidels Liederbuch, Beltz & Gelberg 2014.
xDie Lernenden verwenden bestimmte Musikstücke in individuellen und gesellschaftlichen Kontexten. Ich kenne Lieder, die zu bestimmten Situationen passen: Begrüßungslieder, Abschiedslieder, Geburtstagslieder usw.Lieder können an bestimmte Rituale geknüpft werden: Begrüßungslieder/ Schlusslieder; Lieder zu bestimmten gesellschaftlichen Anlässen und Jahreszeiten, z.B. Geburtstag, Ostern, Weihnachten. (Liedvorschläge finden sich in den genannten Liederbüchern).
Die Lernenden können die Bedeutung von Musik für ihr Leben benennen und freiwillig thematisieren.Ich kann sagen, in welchen Situationen Musik für mich wichtig ist. Ich kann einige selbst gewählte Beispiele nennen.Die Lernenden können eine musikalische Hitliste für sich in bestimmten Situationen erstellen oder auch ein Musik-Profil, das zeigt, wann sie gern welche Musik hören.
xDie Lernenden können die Bedeutung von Musik in ihrem Umfeld erkennen und benennen.Ich kann sagen, in welchen Situation Musik für für meine Familie und Freunde oder andere Menschen wichtig ist. Ich kann einige Situationen nennen, in denen mir Musik begegnet und wer dort Musik macht.Die Lernenden können eine musikalische Landkarte ihres Umfeldes erstellen, in denen sie einzeichnen, wer/ wo welche Musik hört oder auch macht (z.B. können Individuen und/ oder Institutionen aufgeführt werden).
xDie Lernenden können Musikstücke anhand bestimmter Merkmale bestimmten Funktionen zuordnen.Ich kann anhand bestimmter Merkmale erklären, welche Bedeutung Musik in bestimmten Situationen spielt.Die Lernenden können Interviews führen und erfahren, wann Menschen Musik machen/ hören und warum.
Sie können außerdem einen „Musikkatalog“ erstellen mit Musikstücken für bestimmte Ereignisse.
Alternativ kann aus einer Liste mit Musikstücken ein passendes für je ein Ereignis ausgewählt werden. Dies soll begründet werden.
xDie Lernenden können Musikstücke unterschiedlicher Epochen unterscheiden und der Musik einzelne Funktionen zuordnen.Ich weiß, dass Menschen zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Musik gehört haben und diese unterschiedliche Bedeutung hatte. Dazu kann ich einige Beispiele nennen.Die Lernenden können eine musikalische Zeitreise anhand vorgegebener „Epochenstationen“ machen. Dazu können sie selbst recherchieren und Beispiele für verschiedene Epochen finden. Sie können einen „Reisebericht“ verfassen oder ein Portfolio erstellen, in dem sie ihre Ergebnisse zusammenfassend präsentieren.
xDie Lernenden kennen Beispiele, in welchen Kontexten in ihrem Umfeld Musik gemacht wird.Ich weiß, welche Musikveranstaltungen in meiner Umgebung stattfinden und mit welchen Medien man Musik hören kann.Die Lernenden können eine Internetrecherche durchführen oder auch Zeitungen nach Veranstaltungen durchsuchen. Dabei ist auch die Kenntnis bestimmter umliegender Institutionen zentral.
xDie Lernenden können beispielhaft die Rolle der Musik in ihrem eigenen Leben reflektieren und freiwillig einige Beispiele benennen.Ich kann einige Beispiele nennen, in welchen Situationen ich gern Musik höre oder Musik mache und warum. Die Lernenden können einen Tagebucheintrag verfassen, in dem sie notieren, wann sie Musik hören bzw. machen, welche Musik und warum.
Sie können außerdem ein Poster erstellen, in dem sie sich und ihr "musikalisches" Leben darstellen.
xDie Lernenden können die Funktion und Wirkung von unterschiedlichen Musikstücken in verschiedenen Kontexten erklären.Ich kann erklären, welche Bedeutung verschiedene Musikstücke in unterschiedlichen Situationen haben und wie sie wirken.Die Lernenden sollen nun eigene Beurteilungskriterien entwickeln und darüber verfügen. Ein Katalog an wesentlichen allgemeinen Kriterien kann helfen, aus der dann von den Lernenden entsprechende situativ ausgewählt werden können. Dieser kann gemeinsam mit den Lernenden schrittweise entwickelt und ergänzt werden. Er kann sich auf die korrekte Umsetzung eines Notentextes, auf die Präsentation an sich, auf das Zusammenspiel etc. beziehen.
xDie Lernenden können Zusammenhänge zwischen Musik unterschiedlicher Epochen und ihrem geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext herstellen und diese erklären.Ich kann erklären, welche Zusammenhänge es zwischen der Musik einer bestimmten Zeit und der Art und Weise, wie Menschen in der Zeit lebten, gibt. Dafür kann ich verschiedene Beispiele nennen.Die Lernenden können exemplarisch die Bedeutung von Musik in einer oder mehreren Epochen erforschen.
Die Lernenden können sich einen Überblick über die Entwicklung der Epochen machen.
Internetrecherchen und Recherchen in Büchern, Bildbänden und Tonträgern können einen Überblick vermitteln
xDie Lernenden begreifen die Bedeutung von Musik im heutigen Kulturleben.Ich kann erklären, welche Rolle Musik in unserer Zeit spielt. Dabei kann ich Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen nennen.Hier kann anhand unterschiedlicher Musikstile eine Recherche über das Musikleben der eigenen Stadt durchgeführt werden; es können ggf. Interviews mit Institutionen geführt werden.
xDie Lernenden setzen sich kritisch mit der Rolle der Musik in unterschiedlichen Medien auseinander.Ich kann beschreiben, welche Rolle Musik in unterschiedlichen Medien spielt und ich kann positive und negative Auswirkungen nennen.Die Lernenden können auf eigene Erfahrungen und ggf. Texte aus verschiedenen Medien zurückgreifen und zu dem Thema eine Podiumsdiskussion gestalten.
xDie Lernenden sind sich bewusst, welche Rolle Musik in ihrem eigenen Leben spielt. Freiwillig können sie ihr eigenes Leben thematisieren.Ich kann erklären, welche Rolle Musik in meinem eigenen Leben spielt und kann Beispiele nennen. Wenn ich möchte, kann ich es anderen mitteilen.Die Lernenden können eine Umfrage gestalten, in der sie sich gegenseitig zur Rolle der Musik in ihrem Leben befragen. Hierzu können gemeinsam konkrete Fragen erarbeitet werden.
d) Musik beurteilen
xDie Lernenden bringen ihr spontanes subjektives Urteil im Bezug auf ein Musikstück zum Ausdruck. Ich kann zeigen, ob ich ein Musikstück mag oder nicht.Bezugspersonen können verschiedene musikalische Angebote machen. Dabei ist es wichtig, die gezeigten Reaktionen der Lernenden zu beachten und darauf einzugehen. Emotionale Reaktionen können gespiegelt und durch Gestik, Mimik, Laute etc. beantwortet werden. Nicht jedes Musikstück muss der/m Lernenden gefallen, aber besonders ablehende Reaktionen müssen ernst genommen werden und für ein positives Musikerleben sollten immer wieder solche Musikstücke ausgewählt werden, die die Lernenden als angenehm empfindet oder bei denen sie Zustimmung zeigen.
xDie Lernenden bringen ihr spontanes subjektives Urteil im Bezug auf ein Musikstück in einfacher Sprache zum Ausdruck. Ich kann sagen, ob ich ein Musikstück mag oder nicht, ob ich es hören möchte oder nicht. Auch andere sagen, was sie mögen und was sie nicht mögen.Es ist wichtig, die Lernenden bewusst nach ihrer Bewertung zu fragen und diese dann ernst zu nehmen.
Bezugspersonen sollten außerdem selbst als Vorbild Präferenzen (sprachlich einfach und klar) äußern und auf die Äußerungen der/des Lernenden reagieren. Hierbei ist es wichtig, eine Haltung des Respektes vor unterschiedlichen Präferenzen vorzuleben und zu vermitteln.
Wichtig ist es auch, Wahlmöglichkeiten anzubieten. Dabei sollte zunächst nur eine begrenzte Auswahl angeboten werden.
xDie Lernenden üben und entwickeln eine Haltung, in der sie das Erreichte wertschätzen und in der sie in konstruktiver Weise nächste Schritte zur Weiterentwicklung erkennen. Hier orientieren sie sich an Strategien und Kriterien.Wenn ich ein Musikstück übe, höre ich mir zu und überlege, was mir schon gut gelingt und was ich verbessern kann. Dabei helfen mir vorgeschlagene Übestrategien und Kriterien.Bezugspersonen dienen durch ihre Art der Rückmeldung als Vorbild und sollten stets in achtsamer Weise klar, wertschätzend und konstruktiv Rückmeldung geben.
Die Lernenden benötigen klare, einfache und erreichbare Kriterien, nach denen sie das Musikstück üben und bewerten können, z.B. („Ich kann die richtigen Noten nacheinander spielen.“, „Ich kann die Töne gleichmäßig spielen.“). Diese müssen je nach Musikstück angepasst werden. Übestrategien helfen in kleinen Schritten und mit kleinen Erfolgserlebnissen ein Musikstück zu erarbeiten.
Hilfreich ist das auch Erstellen von „Checklisten“ mit denen der Prozess in kleine Teilschritte gegliedert werden kann.
xDie Lernenden schärfen ihre Wahrnehmung im Hinblick auf subjektive und vorgegebene konkrete Bewertungskriteren. Sie können auf wertschätzende Art Verbesserungsvorschläge machen und diese begründen. Wenn ich mir ein Musikstück anhöre, kann ich sagen, was mir gut gefällt, was gut gelungen ist und was ich verändern würde. Dabei orientiere ich mich an vorgeschlagenen Kriterien. Meine Meinung kann ich begründen.Die Lernenden benötigen klare, einfache Kriterien, nach denen sie das Musikstück üben und bewerten können. Schrittweise können zunächst einzelne Kriterien besprochen und eingeübt werden.
Hilfreich ist es, wenn der/die Lernbegleiter*in selbst etwas spielt und die Lernenden dazu Rückmeldung geben. Z.B. kann hier bewusst eine kleine „Unstimmigkeit" eingebaut werden, die die Lernenden dann bemerken und kritisieren.
Die Vermittlung der Haltung im Bezug auf Rückmeldung kann so im gemeinsamen Dialog moderiert werden.
Rückmeldeprozesse können ritualisiert werden, z.B. durch das Konzept „TOP-TIPP“: zunächst werden positive Aspekte rückgemeldet, dann werden Tipps ergänzt.
Formulierungshilfen, z.B. Satzanfänge in Sprechblasen können helfen, ein der Haltung entsprechendes Vokabular zu entwickeln und zu etablieren.
xDie Lernenden üben und entwickeln die Fähigkeit, Rückmeldungen als Hilfe zu begreifen und diese gleichzeitig mit ihren eigenen Eindrücken zu vergleichen und Schlüsse daraus zu ziehen.Wenn andere mir eine Rückmeldung geben, höre ich mir ihre Gedanken an und entscheide dann, was ich davon übernehmen und für die Weiterarbeit nutzen möchte.Beim gemeinsamen Üben kann auch hier modelliert werden, wie mit Rückmeldung umgegangen wird, z.B. indem der/ die Lernbegleiter*in selbst etwas vorspielt, Rückmeldung einholt und darauf eingeht.
Wesentlich ist hier das Vorleben einer Haltung, dass wertschätzende und konstruktive Rückmeldungen als Hilfe zur Verbesserung genutzt werden können, dass sie aber gleichzeitig einer eigenen Überprüfung bedürfen.
xDie Lernenden entwickeln eigene Kriterien zur Bewertung eines Musikstücks und können diese selbst anwenden.Wenn ich ein Musikstück übe, höre ich genau hin. Ich weiß, welche Aspekte bei der Umsetzung wichtig sind und versuche, diese so gut ich kann umzusetzen. Die Lernenden sollen nun eigene Beurteilungskriterien entwickeln und darüber verfügen. Ein Katalog an wesentlichen allgemeinen Kriterien kann helfen, aus dem dann von den Lernenden entsprechende Kriterien situativ ausgewählt werden können. Dieser Katalog kann gemeinsam mit den Lernenden schrittweise entwickelt und ergänzt werden. Er kann sich auf die korrekte Umsetzung eines Notentextes, auf die Präsentation an sich, auf das Zusammenspiel etc. beziehen.
xDie Lernenden entwickeln eigene Kriterien zur Bewertung eines Musikstücks und können diese anwenden. Sie können wertschätzende und konstruktive Rückmeldungen unter Verwendung von Fachsprache geben.Wenn ich mir ein Musikstück anhöre, weiß ich, welche Kritieren zur Beurteilung wichtig sind. Ich kann meine Bewertung mit Hilfe von Fachsprache begründen und ggf. wertschätzende konstruktive Vorschläge zur Verbesserung machen.Die Lernenden können sich auf einen Kriterienkatalog beziehen (siehe oben), aus dem sie für den Kontext relevante auswählen.
Um die Begründung mit Hilfe von Fachsprache zu formulieren, kann eine individuelle Landkarte zu relevanten Parametern und Aspekten erarbeitet oder vorgegeben werden, in der wichtige Fachbegriffe vermerkt sind (auch kombiniert mit dem Kriterienkatalog).
xDie Lernenden können Rückmeldung als Hilfe begreifen, diese aber auch kritisch prüfen und selbstverantwortlich entscheiden, inwieweit sie diese zur Verbesserung nutzen möchten.Wenn andere mir Rückmeldungen geben, höre ich mir diese an, versuche, die Aspekte nachzuvollziehen und gleiche sie mit meiner eigenen Bewertung ab. Ich nutze ihre Rückmeldung, um mein Ergebnis weiter zu verbessern.Die Lernenden sollen ermutigt werden, Rückmeldungen als Hilfe zu begreifen, sie aber auch zu überprüfen, inwieweit sie dieser zustimmen. Dabei ist es auch wichtig, zu unterscheiden, inwieweit es sich um objektive Aspekte (korrekte Umsetzung des Rhythmus oder der Töne des Notentextes) oder um eher subjektive Aspekte der Rückmeldung handelt.

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4. Beispiele für das Lernen am gemeinsamen Gegenstand

Exemplarischer Entwurf zum Thema „Die Planeten“ von Gustav Holst

Zur Arbeit an einem gemeinsamen Gegenstand, hier ein musikalisches Werk, soll exemplarisch ein möglicher Weg der Auseinandersetzung mit der Komposition „Die Planeten“ von Gustav Holst aufgezeigt werden. Es handelt sich um eine Orchestersuite, die zwischen 1914 und 1916 komponiert wurde. Die Komposition zählt zur Programmmusik, wurde in verschiedenen Filmmusiken zitiert und gilt als Inspiration für verschiedene Filmmusikkompositionen, wie z.B. die Musik zu „Star Wars“. Die Komposition besteht aus 7 Sätzen: Mars, der Kriegsbringer; Venus, die Friedensbringerin; Merkur, der geflügelte Bote; Jupiter, der Bringer der Fröhlichkeit; Saturn, der Bringer des Alters; Uranus, der Magier, und Neptun, der Mystiker.

Hier soll die Gegenüberstellung der Planeten Mars, der Kriegsbringer, und Venus, die Friedensbringerin im Zentrum der Beschäftigung stehen. Die beiden Planeten bieten sich aufgrund ihrer inhaltlichen Polarität und ihrer universalen Bedeutung an. Zunächst impliziert die Thematik der Planeten eher eine Ebene der Fantasiewelt, die auch im Fokus stehen soll. Inwieweit zu einem späteren Zeitpunkt reale Bezüge zum Thema Krieg und Frieden herstellt werden, kann offen bleiben.

In der Unterrichtssequenz wechseln sich Phasen des gemeinsamen Arbeitens und Phasen der individuellen Auseinandersetzung ab. Die Sequenz wird hier nicht in eine Struktur von einzelnen Unterrichtsstunden gegliedert, sondern als Abfolge von Schritten darstellt, die sich in unterschiedlichen Zeitstrukturen umsetzen lassen.

Teil 1: Mars, der Kriegsbringer

Als Einstieg in die Unterrichtssequenz findet eine kurze thematische Einführung des Werkes statt. In einem kurzen Vortrag wird erwähnt, dass der Komponist Gustav Holst Musik zu unterschiedlichen Planeten komponiert hat, quasi „wie eine Art Filmmusik“ (da die Lernenden mit dem Begriff „Programmmusik“ in der Regel nicht vertraut sind, hilft dies, die außermusikalische Dimension ins Spiel zu bringen und die folgende Aufgabe anschaulich zu machen). Im Anschluss an die kurze Einführung findet eine Phase des Hörens statt, mit dem Hinweis, die Lernenden mögen danach eine der folgenden Aufgaben (Erarbeitung) auswählen:

  • Wähle eine oder mehrere Farben, die zu dem Musikstück passen.
  • Male damit den Planeten (aus). (Hier kann eine Vorlage mit einem Umriss vorbereitet werden).
  • Gestalte ein Bild des Planeten, das zeigt, was auf diesem Planeten passiert.
  • Erfinde eine Geschichte, in der du erzählst, was auf dem Planeten passiert (die Geschichte kann aufgeschrieben oder auch vorgelesen/erzählt und aufgenommen werden).
  • Erfindet (in Gruppen) Standbilder/ eine szenische Darstellung/ Bewegungen zu dem, was sich auf dem Planeten ereignet.
  • Gib/ Gebt im Anschluss der Gestaltung einen Titel.

Der komplette Satz Mars, der Kriegsbringer dauert ca. 7 Minuten. Je nach Lerngruppe kann die Phase des Hörens unterschiedlich gestaltet werden:

Eine Möglichkeit ist das gemeinsame Hören, sofern die Lernenden sich alle für einen längeren Zeitraum auf das Hören einlassen können. Hier ist es hilfreich, dass jede*r eine angenehme „Hörhaltung“ einnimmt, ggf. die Augen schließt etc. Für einige kann es hilfreich sein, schon während des Hörens etwas zu skizzieren oder zu notieren. Eine alternative Möglichkeit besteht darin, jeden der Lernenden individuell den Satz mit Kopfhörer hören zu lassen. Dabei ist es möglich, für Lernende, die sich nicht so lange auf ein Musikstück konzentrieren können, einen kürzeren Ausschnitt auszuwählen, der dennoch das Charakteristische des Satzes zum Ausdruck bringt.

Im Anschluss an die Phase kreativer Gestaltung/ Umsetzung des Gehörten folgt die Präsentation. Je nach Produktauswahl bietet sich z.B. ein Museumsrundgang an, in dem die Bilder präsentiert und andere Produkte mit Hilfe digitaler Medien in den Museumsrundgang integriert werden (Geschichten können aufgenommen werden; Szenen können gefilmt werden etc.). Alternativ können Geschichten und Szenen auch live präsentiert werden. Im Anschluss gibt es Zeit dafür, dass die Lernenden sich gegenseitig wertschätzende Rückmeldungen geben und konstruktive Vorschläge zur Verbesserung machen können (z.B. in Form von „TOP – Das ist dir gelungen“ und „TIPP – Das könntest du aus meiner Sicht verbessern“).

In einem anschließenden Austausch können (inhaltliche) Gemeinsamkeiten und Unterschiede gesammelt werden und es kann über die Frage diskutiert werden, inwiefern Musik außermusikalische Inhalte vermitteln kann und inwieweit Hörerfahrungen jeweils subjektiv unterschiedlich sind. Es ist sinnvoll, den Titel des Satzes in dieser Phase zu nennen. Dabei ist es aber wichtig, dass nicht der Eindruck entsteht, dass nur inhaltlich zu dem Titel von Holst passende Gestaltungen „richtig“ sind.

Als nächste Phase kann nun eine vertiefte hörende Auseinandersetzung stattfinden. Hier ist es sinnvoll, das Musikstück in kürzere Ausschnitte zu unterteilen. Das vertiefte Hören soll dahin führen, dass die Lernenden die emotionale Wirkung und den Charakter erfassen und Musikalische Phänomene und Gestaltungsmittel beschreiben.

Hier kann entsprechend der unterschiedlichen Kompetenzstufen helfen:

  • Hilfen vs. Offenheit für die Zuordnung von Emotionen/ Charakterbeschreibungen
  • Hilfen vs. Offenheit für die Zuordnung/ Beschreibung musikalischer Phänomene und Gestaltungsmittel

Um die Musik noch genauer zu erfassen, können nun einzelne Ausschnitte präzise untersucht werden:

  • Arbeit mit grafischer Notation/ evtl. ein Vergleich mit Auszügen aus der Partitur
  • Erstellen von grafischer Notation/ Zuordnung von grafischer Notation zu den Hörbeispielen

Die Umsetzung in grafischer Notation kann anschließend mit anderen Darstellungen und auch mit der Originalpartitur vergleichen werden.

Teil 2: Venus, die Friedensbringerin

Im zweiten Teil der Unterrichtssequenz steht die Kompetenz „Musik erfinden“ im Mittelpunkt. Da es sich bei diesem Titel um den gegensätzlichen Aspekt der Polarität „Krieg-Frieden“ handelt, können die bisher im Zuge der Beschäftigung mit dem Planeten Mars, der Kriegsbringer gemachten Erfahrungen nun als Vorentlastung für das eigene Erfinden von Musik dienen.

Auch hier wechseln sich Phasen der individuellen Beschäftigung mit dem Thema und Phasen des gemeinsamen Arbeitens ab. Ziel ist, eine gemeinsame „Klassenkomposition“ eines Planeten Venus, die Friedensbringerin zu gestalten und diese aufzunehmen. (Anmerkung: Das angestrebte Produkt bewegt sich hier zwischen „Improvisation“ und „Komposition“: Es werden zwar einige Aspekte festgelegt, die Ausführung bleibt jedoch auch ein Stück weit improvisiert.)

Der Einstieg verläuft diesmal über die visuelle Ebene. Jede*r Lernende erhält ein Papier in Postkartengröße. Er/ Sie soll auf dieser Postkarte etwas visualisieren, was für ihn/ sie Bestandteil eines Planeten des Friedens ist bzw. sein soll. Die Gestaltung ist völlig frei. Es können Farben, Formen, Bilder, Symbole, Wörter etc. verwendet werden. Für einige Lernende können auch Symbole und Bilder zur Auswahl vorbereitet werden, aus denen sie dann passende auswählen und diese aufkleben und dann farbig gestalten.

Im Anschluss werden alle Postkarten präsentiert, kurz vorgestellt und in der Mitte wird zu einem gemeinsamen Bild aus allen Einzelbildern zusammengelegt (quasi als ein Planet), das zeigt, was die Schüler*innen mit „Frieden“ verbinden bzw. was ihnen daran bedeutsam ist.

Im Anschluss daran wird die Idee vorgestellt, dass die Klasse nun eine gemeinsame Klassenkomposition für den Planeten Venus, die Friedensbringerin erfindet.

Zunächst (Vorentlastung) geht es darum, Klänge oder kurze musikalische Sequenzen zu (er-)finden, die zum „Frieden“ und zu den von den Schülerinnen visuell dargestellten Aspekten passen. Hier sind unterschiedliche Sozial- und Organisationsformen möglich: Eine Herangehensweise besteht darin, unterschiedliche Instrumente im Raum zu verteilen und jeden zunächst einzeln passende Klänge und/ oder Sequenzen (er-)finden zu lassen. Eine Alternative besteht darin, zunächst Kleingruppen zu bilden, die dann Instrumente zur Verfügung gestellt bekommen, um gemeinsam passende Klänge und/ oder Sequenzen zu (er-) finden. Möglich wäre auch eine Folge beider genannter Schritte. Ziel ist es, Ideen für Klänge zu entwickeln, die dann als Bausteine für die Klassenkomposition verwendet werden können.

Nun werden Kleingruppen von 4-6 Schüler*innen gebildet, die jeweils einen Teil der gemeinsamen Klassenkomposition erfinden (Erarbeitung). Dafür wird die Grobstruktur des Werkes festgelegt, z.B. Teil 1 (Anfang), Teil 2, Teil 3, Teil 4 (Ende), da diese bei der Gestaltung in den Gruppen eine Rolle spielen. Die Lernenden haben nun die Aufgabe, in den Kleingruppen ihren vorher festgelegten Teil der Klassenkomposition zu entwerfen, ihr Musikstück zu üben und anschließend zu präsentieren.

In einem ersten Schritt geht es darum, Ideen für Klangbausteine sowie weitere Ideen für die Gestaltung ihres Abschnittes zusammenzutragen. Dabei können sie Instrumente und Informationen zu verschiedenen musikalischen Parametern (Gestaltungsmerkmalen wie Tempo, Tonhöhe, Lautstärke etc.) notieren.

In einem zweiten Schritt sollen sie ihren Ideen eine Struktur geben. Dafür soll eine grafische Notation angefertigt werden, die durch Stichworte und Begriffe ergänzt wird und es wird festlegt, wer welches Instrument spielt.

In einem dritten Schritt können sie ihre Komposition üben und dabei ggf. verfeinern und anpassen, sodass sie diese im Anschluss allen präsentieren können. Hilfreich ist es hier, wenn die Schüler*innen ihre Zwischenergebnisse aufnehmen und gemeinsam anhören und anhand der gemeinsamen Reflexion des Gehörten ihr Produkt überarbeiten und verbessern.

Im Anschluss an die Arbeitsphase werden die Gruppenergebnisse entsprechend der festgelegten Reihenfolge präsentiert und die SchülerInnen geben sich wertschätzend-konstruktive Rückmeldungen zu ihren Ergebnissen. Die einzelnen Teile der Komposition werden entweder während der Präsentation oder vorher aufgenommen, sodass im Anschluss die Gesamtkomposition angehört, reflektiert und in einer zweiten Arbeitsphase ggf. überarbeitet und angepasst werden kann.

Eine weiterführende Möglichkeit wären z.B. die Bilder zu einem Video zur Musik zu verarbeiten oder ein eigenes Video zu erstellen.

Über die bisher genannten Aspekte der Sequenz hinaus könnten folgende Aspekte bearbeitet und thematisiert werden:

  • Musik kontextualisieren: Informationen zur Biografie, zum Werk und zum historischen Kontext
  • Musik machen: Musizieren einzelner Motive aus den Planeten, Musizieren eines Themas, z.B. aus Jupiter, Bringer der Fröhlichkeit
  • Fächerübergreifende Aspekte: die Planeten/ das Planetensystem; die römischen Götter
  • Weitere Topos-Orientierung zu „Krieg und Frieden“ (z.B. in mipJournal 56/2019)

Aufnahme:
Aufnahme: Gustav Holst: Die Planeten op. 32 mit Andrew Manze und die NDR Radiophilharmonie. Mitschnitt des „Hannover Proms“- Konzerts vom 17. September 2022, Kuppelsaal – Hannover Congress Centrum. https://www.youtube.com/watch?v=8mJQliEacCI

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5. Entwürfe für die Arbeit an Themen und Interessen der Kinder und Jugendlichen – Mitgestaltung des Musikunterrichts

Die eigenen Interessen und Wünsche der Lernenden im Musikunterricht aufzugreifen und ihnen Raum zu geben, entspricht nicht nur ihrem Recht auf Partizipation (vgl. Institut für Menschenrechte), sondern führt auch zu hoher intrinsischer Motivation und somit zu Aktivität und Lernerfolg. Eine Möglichkeit, dieses Anliegen umzusetzen, besteht darin, Kinder und Jugendliche direkt nach ihren Wünschen für den Musikunterricht und nach ihren persönlichen Interessen zu fragen und in einem gemeinsamen Austauschprozess ein gemeinsames Thema/ Projekt zu entwickeln und durchzuführen. Einen Orientierungsrahmen für einen solchen partizipativen Prozess können die „Nine Basic requirements for meaningful and ethical Children‘s Participation“ bieten (vgl. Save the Children. Child Rights Resource Centre).

Ein Wunsch, der von Kindern und Jugendlichen erfahrungsgemäß häufig eingebracht wird, ist, dass ihre eigene Musik auch im Musikunterricht einen Platz findet. Sie wünschen sich, ihre Lieblingsband und/oder ihren Lieblingssänger*in vorzustellen bzw. zu thematisieren und sie möchten ihre Lieblingssongs im Unterricht singen und auf Instrumenten musizieren. Dies bringt Chancen sowie Herausforderungen mit sich, die dann wiederum für eine konstruktive inhaltliche Auseinandersetzung genutzt werden können.

Die große Chance liegt in der hohen Motivation, die sich daraus ergibt, dass Kinder und Jugendliche ihre Interessen zum Thema machen und somit mit ihren eigenen Interessen ernst genommen werden und sich dadurch gesehen fühlen. Oftmals stellt sich dabei allerdings heraus, dass unterschiedliche Kinder der Klasse auch unterschiedliche Lieblingssängerinnen oder -bands haben und sich dann bisweilen spontan abwertend über die Sängerinnen äußern, die ihnen nicht gefallen. Die Chance liegt darin, diese Äußerungen aufzugreifen und daran zu arbeiten, eine tolerante und im besten Fall neugierige Haltung gegenüber den unterschiedlichen musikalischen Präferenzen zu entwickeln. Wenn es dann darum geht, sich für eine gemeinsame Themengestaltung zu entscheiden, kann dies zum Anlass genommen werden, in einen Austausch zu gehen und durch einen Aushandlungsprozess zu einer gemeinsamen Entscheidung für ein oder auch mehrere Themen beziehungsweise Themenaspekte zu kommen.

Eine große Herausforderung in der Thematisierung der Musik von Kindern und Jugendlichen liegt in der Tatsache, dass einige Texte aktueller Pop- und Rocksongs ein für Kinder als unangemessen angesehenes Vokabular verwenden. Sie werden als ,explizit‘ gekennzeichnet, was sie als unangemessen oder anstößig für Minderjährige einstuft. Hinzu kommt, dass Texte einiger Songs aufgrund rassistischer, antisemitischer, sexistischer, homophober oder anderer verachtend-diskriminierender Äußerungen ein menschenverachtendes Weltbild widerspiegeln und verbreiten (vgl. Balzer 2019), das nicht mit unseren demokratischen Werten und dem Grundgesetz vereinbar ist. Hier ist die Schule gefordert, im Sinne demokratischer Werteerziehung aktiv zu werden und genau dies zum Thema zu machen.

Eine sinnvolle Herangehensweise besteht darin, dies bereits zum Thema zu machen, bevor Kinder und Jugendliche sich mit ihren Songs beschäftigen und diese präsentieren, um damit einen Rahmen zu schaffen und zu sensibilisieren. Geschieht dies erst als direkte Reaktion auf die Präsentation eines Songs, wird dies gegebenenfalls als persönlicher Angriff oder Ablehnung auf die Musik erlebt, mit der man sich identifiziert und stößt auf Widerstand anstatt zu einer gewünschten Sensibilisierung beizutragen. Viele Schüler*innen, besonders auch jüngere, hören die Musik, weil sie aktuell und beliebt ist, ohne sich der Inhalte bewusst zu sein, besonders auch, wenn es sich um fremdsprachliche Texte handelt. Anhand einer allgemeinen Thematisierung und einer Hinzuziehung von Texten, die nicht aktuell sind, können Regeln erarbeitet werden, die deutlich machen, welche Inhalte im Sinne unserer demokratischen Werte angemessen sind und welche nicht. Nach den Regeln, dessen Rahmen letztlich durch die Lehrenden aufgezeigt und ggf. festgesetzt werden muss, können dann Musikstücke ausgewählt und präsentiert werden.

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5.1: Meine Lieblingsband/ meine Lieblingssänger*in

Für die Vorstellung von Lieblingsband oder Lieblingssängerin können vielfältige Medien genutzt und unterschiedliche Produkte erstellt werden. Je nach Zeitumfang können entweder eher kleinere oder umfangreichere Produkte entstehen, die weitere, thematisch anknüpfende Aspekte mit einbeziehen (z.B. Marketing, Musikbusiness etc.). Unterschiedliche Produkte können auch für unterschiedliche Schülerinnen als Differenzierungsmöglichkeit genutzt werden. Hier zwei Vorschläge:

  • Ein Plakat/Collage erstellen, evtl. auch digital: Dazu Informationen zur Biografie, zum Musikstil, zu bekannten Songs ggf. mit Textpassagen aus den eigenen Lieblingssongs etc.; Einbeziehung der eigenen Bewertung in Form von positiven „Fan-Kommentaren“ über die Band/ Musikerin recherchieren und in kreativer Weise auf einem Plakat darstellen. Hier ist es sinnvoll, viele Freiräume zu lassen und den Lernenden lediglich Vorschläge zur Umsetzung und zu möglichen inhaltlichen Aspekten anzubieten. Im Vordergrund sollte stehen, dass den Lernenden die Möglichkeit gegeben wird (sofern sie das möchten), wirklich das zu präsentieren, was ihnen selbst an der Band/ der oder der/dem Musikerin wichtig ist. Die Plakate können dann in Form eines Museumsrundgangs ausgestellt werden. Wünschenswert wäre, wenn auch Audio-/ Videobeispiele integriert werden könnten, was mit Hilfe von Tablets umsetzbar wäre, an denen jeder mit Hilfe eines mitgebrachten Kopfhörers ein Musikbeispiel anhören bzw. ansehen könnte.
  • Einen Podcast oder Radiobeitrag erstellen: die Erstellung bedarf zunächst ebenfalls einer ausführlichen Recherche über Aspekte, wie zum Beispiel Biografie, Musikstil, Titel, Themen und Inhalte einiger Musikstücke, etc. Für eine kreative Art der Umsetzung können dann unterschiedliche Formen von Beiträgen gestaltet werden: Informative Beiträge, Sequenzen einer Sprecherin, fiktive Interviews mit den Künstlerinnen selbst und Interviews mit Konzertbesucherinnen und/ oder Fans etc. Außerdem können hier kurze Ausschnitte eines oder mehrerer Songs integriert werden, deren Inhalt und Umsetzung dann ggf. kurz kommentiert wird.

In Verbindung mit der Thematisierung der eigenen Lieblingsband und/ oder Lieblingssängerin können auch weitere Themen, wie zum Beispiel die Vermarktung von Musik oder andere Aspekte des Musikbusiness einbezogen werden. Die Lernenden können hier z.B. eine eigene Werbecampagne für ihre(n) Lieblingssängerin gestalten.

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5.2 Meine Lieblingssongs – Aktuelle Songs im Unterricht

Für die Umsetzung aktueller Pop-Songs im Kompetenzbereich „Musik machen“ finden sich in aktuellen Praxiszeitschriften für den Musikunterricht arrangierte Bearbeitungen. Z.T. sind die Arrangements der Songs auch einzeln erhältlich. Besonders bietet es sich für den inklusiven Unterricht an, nach Arrangements unter dem Schlagwort „Band ohne Noten“ zu suchen, da hier auf traditionelle Notenschrift verzichtet wird. Ebenfalls dienlich für den inklusiven Unterricht ist es, sich mit dem Konzept „One-Note-Band“ vertraut zu machen, um die hier vorgeschlagenen Methoden zur Vereinfachung, z.B. die Reduktion auf ggf. nur einen Begleitton, auf aktuelle Songs zu übertragen. (vgl. Hinz & Kruse 2017).

Neben der musikpraktischen Beschäftigung mit den Lieblingssongs der Lernenden kann auch die inhaltliche Ebene Raum bekommen. Die Lernenden können die Songs präsentieren und, sofern sie das wollen, zum Ausdruck bringen, was diese für sie bedeuten, was ihnen an den Songs und auch besonders am Inhalt gefällt etc.

Bei der Beschäftigung mit Lieblingssongs und besonders bei der Präsentation dieser Songs bedarf es einer Haltung des gegenseitigen Respekts für die Musik und den Musikgeschmack anderer, auch wenn dieser nicht den eigenen Präferenzen entspricht. Dies muss im Vorfeld thematisiert werden.

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5.3 Songwriting

Im Kompetenzbereich „Musik erfinden“ bietet auch das Thema Songwriting eine gute Möglichkeit, um Themen und Interessen von Kindern und Jugendlichen Raum zu geben. Hier können sowohl von den Lernenden präferierte Musikstile als auch für sie bedeutsame Inhalte in den Fokus genommen werden.

Das Songwriting kann sowohl als ganze Klasse gemeinsam sowie auch in Kleingruppen durchgeführt werden. Insbesondere in Gruppen mit jüngeren Kindern übernimmt die Lehrkraft die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass jeder entsprechend ihrer/seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten am Songwriting beteiligt ist. In Gruppen mit älteren Schülerinnen und in Gruppen, in denen die Beteiligten gegenseitig aufeinander achten und dafür sorgen, dass jede*r sich einbringen kann, ist es auch möglich, das Songwriting in kleineren Gruppen durchzuführen. Genauere Anleitungen und Materialien zur Durchführung eines solchen Projekts bieten beispielsweise Ole Oltmann (Oltmann 2020) oder Dorina Anders (Anders 2021).

Eine weitere, inhaltlich konkretere Herangehensweise bietet die Verknüpfung des Themas Songwriting mit dem Thema Menschen- bzw. Kinderrechte. Die von Jochen Schell entwickelte Methode „Songs for Rights“ verbindet das Lernen über Menschenrechte mit Musik und will anregen, die eigene Stimme einzubringen, Erfahrungen und Werte zu teilen und möchte „empowern“ (vgl. Yepp Europe: Songs for Rights). Die Website bietet z.B. Einblicke, wie Kinder über Themen und Erfahrungen singen und rappen, die sie persönlich bewegen. Die Videos können als Anregung dienen, ähnliche Projekte in der Schule zu initiieren.

Auch das Projekt „Dein Song für eine Welt“ bietet einen guten Aufhänger, das Thema Songwriting im Musikunterricht thematisch eingegrenzt aber dennoch mit viel Raum für die für Kinder und Jugendliche relevanten Themen einzubringen. Hier können die Lernenden Songs zu Themen wie Menschenrechten, Klimawandel etc. schreiben und dann bei Interesse in einem Wettbewerb einreichen, der alle zwei Jahre stattfindet. Die Seite bietet vielfältige methodische Anleitungen für die Umsetzung des Projektes.

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5.4: „Musik in allen Lebenslagen“ – Mein persönliches Hörjournal

Eine weitere Idee, um für Kinder und Jugendliche relevante Themen aufzugreifen, ist die Erstellung eines „persönlichen Hörjournals“ zum Thema „Musik in allen Lebenslagen“. Im Kompetenzbereich „Reflexion“ geht es darum, Musik „in vielfältigen Bezügen zu interpretieren“ – dazu gehört auch, dass Kinder und Jugendliche der “Bedeutung der Musik für ihr eigenes Leben“ gewahr werden (KC Musik für Gesamtschulen, Niedersachsen; S.8). Kinder und Jugendliche nutzen Musik auch, sei es bewusst oder unbewusst, um mit ihren Gefühlen umzugehen. Renate Müller verweist in „Young People’s Musical Commitment“ sogar darauf, dass Jugendliche in Blogs und Sozialen Medien im Sinne eines „mood management advice“ anderen aus ihrem „private musical medicine cabinet“ Tipps geben, welche Musik sie in welchen emotional schwierigen Situationen hören könnten (vgl. Müller 2016, S.37).

Mit der Erstellung eines individuellen Hörjournals können die Kinder und Jugendlichen motiviert werden, sich damit zu beschäftigen, welche Musik für sie individuell in welchen Situationen hilfreich ist. Sich in der genannten Weise Tipps zu holen, ist natürlich möglich, aber grundsätzlich ist musikalisches Erleben individuell und es geht vor allem darum, eigene Erfahrungen zu machen und diese zu reflektieren, um sich ggf. eine eigene kleine „musikalische Hausapotheke“ zusammenzustellen. Hiermit greift das Thema nicht nur die im KC genannten Aspekte auf, sondern ist auch explizit Teil des sozial-emotionalen Lernens und leistet einen Beitrag zum Lernen im Sinne der „Global Goals“. (3. Good Health and Wellbeing, vgl. Projekt Everyone).

Anregungen für die Erstellung wären:

  • mein Gute-Laune-Song
  • mein „Ich-chill-mal“-Song
  • mein „Ich will meine Ruhe“-Song
  • mein „Mir reicht’s“-Song
  • etc.

Vorschläge für mögliche Kategorien können mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam, z.B. im Zusammenhang mit der Beschäftigung mit Gefühlen erarbeitet werden.

Wichtig ist, dass die erarbeiteten „Journals“ nicht gezeigt oder präsentiert werden müssen, sondern dass die Kinder und Jugendlichen selbst entscheiden können, ob sie etwas davon erzählen oder zeigen möchten oder nicht.

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6. Kommentierter Überblick über weitere Stufenmodelle

Für das Fach Musik gibt es keinen Katalog an gültigen Unterrichtszielen und auch keine allgemein gültigen Bildungsstandards (vgl. Niessen, Lehmann-Wermser, Knigge-Lehmann 2008, S. 6). Wirft man einen Blick in die Entwicklung musikdidaktischer Konzeptionen, so schwanken diese zwischen einer Schwerpunktsetzung auf dem Verstehen von Kunstwerken (z.B. „Orientierung am Kunstwerk“, Alt 1968), einer Fokussierung auf den Wahrnehmungsprozess (z.B. „Auditive Wahrnehmungserziehung“, Frisius 1972), einer Betonung der Handlungsorientierung („Handlungs-orientierung“, Rauhe, Reineke & Ribke 1975) und dem Anliegen, die Erfahrungen der Schüler*innen ins Zentrum zu setzen („Erfahrungserschließende Musikerziehung“, Nykrin 1978) (vgl. Helmholz 1995). Für Gruhn zeigt sich musikalische Kompetenz „in dem Vermögen, Musik musikalisch erfahren, erleben, darstellen zu können“ (Gruhn 1999, S. 54).

Im Jahre 1984 formulierte Dankmar Venus in einer Übersicht fünf zentrale „Verhaltensweisen gegenüber Musik“ (Venus 1984):

  • Produktion (Komposition und Improvisation)
  • Reproduktion (vokal und instrumental)
  • Rezeption
  • Transposition
  • Reflexion

Diese Verhaltensweisen spiegeln sich auch in den Lehrplänen der verschiedenen Bundesländer, die für die Erstellung der Stufenmodelle hinsichtlich ihrer fachlichen Lernbereiche verglichen wurden. Die Lernbereich werden hier benannt als „Arbeitsfelder“, „Inhaltsbereiche“, „Lernfelder“ oder auch als Kompetenzen.

Einer der zentralen Kompetenzbereiche der Lehrpläne umfasst den Bereich des Wahrnehmens. Er wird z.B. überschrieben mit „Musik wahrnehmen“ (z.B. Rheinland-Pfalz), mit „Rezeption“ (NRW) und teilweise erscheint er auch in verknüpfter Form, z.B. als „Musik hören und beschreiben“ (NDS) „Musik hören und verstehen“ (Baden-Württemberg) etc.

Ein weiterer Bereich umfasst Formulierungen rund um das aktive Musizieren, z.B. benannt als „Musik machen und gestalten“ (NRW), auch verknüpft mit dem „Präsentieren“ (Bayern) oder mit dem „Musik erfinden“ (Mecklenburg-Vorpommern). In einigen Curricula findet sich außerdem der weit gefasste Bereich „Musik umsetzen“ (Baden-Württemberg), z.B. auch explizit als „Musik und Bewegung“ (Saarland) ausgeführt.

Ein anderer Bereich umfasst das Feld „Musik und reflektieren“ (z.B. Baden-Württemberg), teilweise auch verknüpft mit „untersuchen und deuten“ (NDS) oder dem „Kontextualisieren“ (B-B).

Gemeinsam sind den Curricula also folgende Kompetenzbereiche:

  • ein Kompetenzbereich rund um das Wahrnehmen von Musik
  • ein Kompetenzbereich, der sich auf das aktive Musizieren bezieht
  • ein Kompetenzbereich, der sich auf das Nachdenken über Musik und das Verstehen von Musik bezieht

Diese werden auch in den hier vorliegenden Kompetenzbereichen aufgegriffen.

Anders als in Deutschland gibt es in anderen Ländern durchaus Bildungsstandards für das Fach Musik. Das „National Curriculum in England“, zuletzt überarbeitet im März 2021, formuliert drei „key stages“ und damit verknüpfte zu erreichende Ziele im Bezug auf die Kompetenzen Singen, Hören, Komponieren, Aufführen und „Musicianship“ (Department of Education 2021). Die Standards werden ergänzt durch ein Modellcurriculum. Wie sich hier zeigt, sind die drei „key stages“ nicht als Kompetenzstufen im Sinne des Remi-Konzeptes zu verstehen, sondern sind jeweiligen Schulstufen (year 1-9) zugeordnet. Key stage 1 ist den ersten zwei Jahrgängen zugeordnet, key stage 2 den Jahrgängen 3 bis 6 und key stage 3 den Jahrgängen 7 bis 9. In den Handreichungen finden sich differenzierte Formulierungen zu den zu erreichenden Kompetenzen in den einzelnen „stages“ sowie den zu lernenden musiktheoretischen Inhalten. Ergänzt werden diese durch ausführliche Literaturvorschläge: jeweils einige Liedvorschläge (allerdings überwiegend englischsprachig sowie Vorschläge für den Bereich des Musikhörens aus unterschiedlichen Epochen und Stilen, wobei auch hier Komponisten aus Großbritannien sehr häufig repräsentiert sind. Ergänzend finden sich nach Epochen geordnete Übersichten mit Werkvorschlägen sowie eine Liste mit Werkvorschlägen aus verschiedenen Kulturen (S.61ff).

Auch in Amerika wurden Bildungsstandards für das Fach Musik verabschiedet, und zwar die „National Core Arts Standards“ für die Fächer „Dance, Media Arts, Music, Theater and Visual Arts“ (National Core Arts Standards 2014). Alle Standards sind unterteilt in die Bereiche „Creating, Performing/ Presenting/ Producing, Responding, Connecting“. Die Kompetenzstufen sind untergliedert in „Pre-K“ bis „grade 8“, sowie High School Standards von „proficient“ über „accomplished“ bis hin zu „advanced“ (State Education Agency Directors of Arts Education 2013).

Für die Bereiche „Creating, Performing, Responding und Connecting“ liegen Tabellen vor, die die Kompetenzen in 11 Stufen differenziert darstellen. Die einzelnen Stufen sind allerdings wieder einzelnen Schulstufen zugeordnet. Für die High School finden sich weitere Ausdifferenzierungen in 3 Stufen („proficient“, „accomplished“ und „advanced“) zu den Bereichen “Composition/Theory, Music Technology, Guitar/ Keyboard/ Harmonizing Instruments, Ensemble” (National Association for Music Education 2014: Music Standards for General Music). Für die einzelnen Stufen liegen exemplarische Prüfungsaufgaben vor (National Association for Music Education 2014: Music Model Cornerstone Assessments).

Konkrete Forschungsarbeit im Bezug auf die Entwicklung eines Kompetenzmodells leistete Jordan im Bezug auf die Teilkompetenzen „Musik wahrnehmen und kontextualisieren.“ (Jordan 2014). Das entwickelte und in einer Studie evaluierte Modell gelangt zu einer Differenzierung von 4 Dimensionen (Hörwahrnehmung und musikalisches Gedächtnis, Verbalisierung/ Terminologie, Notation und Kontextwissen). Hier werden jeweils ein bis drei Kompetenzstufen unterschieden (vgl. Jordan 2014, S.138).

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7. Literaturverzeichnis

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Titelbild: unsplash