Stufenmodelle für den inklusiven Sportunterricht (B1-5)

Einreichungsfassung vom 09.02.2023
Eingereicht von Ralf Laging & Reiner Hildebrandt-Stramann

Inhaltsverzeichnis

  1. Stufenmodell B: Bewegen an Geräten – Turnen und Bewegungskünste
  2. Literaturverzeichnis (B)
  3. Grundthema B1: Balancieren
  4. Tabelle Grundthema: Balancieren (B1)
  5. Grundthema B2: Rollen und Drehen
  6. Tabelle Rollen und Drehen (B2)
  7. Grundthema B3: Springen und Überschlagen
  8. Tabelle: Springen und Überschlagen (B3)
  9. Grundthema B4: Schwingen und Pendeln
  10. Tabelle: Schwingen und Pendeln (B4)
  11. Kombithema B5: Turnen als Bewegungskunst
  12. Tabelle: Kombithema – Turnen als Bewegungskunst (B5)

1. Stufenmodell B: Bewegen an Geräten – Turnen und Bewegungskünste

Um was geht es beim Turnen?

Das Turnen ist wesentlich ein raumorientiertes Bewegen an Geräten und geräteähnlichen Materialien (einschließlich Bodenmatten und Partnerinnen als „Turngerät“). In enger Gebundenheit an je ein spezifisches „Gerät“ entstehen Bewegungshandlungen, bei denen Turnende kopfüber stehen, sich um eine feste Achse drehen, von hier nach da fliegen, schwingen oder schaukeln, auf schmalen oder wackeligen Unterstützungsflächen das Gleichgewicht zu halten versuchen, in die Luft „steigen“ und wieder landen, sich in der Luft drehen und sich auf ebenen Flächen oder Berg- und Talbahnen rollend oder überschlagend vorwärts und rückwärts bewegen oder aber mit einem/r Partnerin bzw. in der Gruppe akrobatische Turnkunststücke vorzeigen. Diese Aufzählung verweist auf das grundlegende Bewegungsthema des Turnens, nämlich sich vom Boden zu lösen und raumorientierte Bewegungskunststücke an Geräten auszuführen. Turnen als Bewegen an Geräten zielt in seiner noch sportlich unvoreingenommenen Auslegung auf die Formung und Gestaltung eines individuellen Bewegungsvermögens in unabdingbarer Beziehung zu einzelnen Geräten oder Gerätekombinationen. Dabei spielt das leibliche Erleben des Sich-Bewegens an Geräten eine bedeutende Rolle. Die damit verbundenen taktilen und kinästhetischen Wahrnehmungen vermitteln Bewegungssensationen, die in der turnerischen Auseinandersetzung an Geräten entstehen. Es geht um die Vermittlung typisch turnerischer Bewegungserfahrungen, deren Kern darin besteht, an und mit Turngeräten eine beliebige Lage im Raum einzunehmen. Das Lernen turnerischen Bewegens zielt auf die Entwicklung von funktional angemessenen Lösungen der sich stellenden Bewegungsprobleme an Turngeräten bzw. entsprechenden geräteähnlichen Materialien.

Im pädagogischen Sinne ist „Turnen“ also ein Lerngegenstand, zu dem Lernende ihr leibliches Selbstverhältnis durch den Erwerb turnerischen Könnens an Geräten in einer schöpferisch und dialogisch orientierten Auseinandersetzung mit den arrangierten Turngelegenheiten klären. Hinzu kommt die sozialleibliche Verständigung mit anderen im gemeinsamen Turnen an und mit Geräten. Beide Vermittlungsleistungen sind als Einheit zu sehen, an deren Ende der eigene bewegungsbezogene Umgang mit Geräten steht.

Das Lernangebot für die einzelnen Zugänge zum turnerischen Können setzt den fachkompetenten Umgang der Lehrkraft mit Turngeräten, einschließlich Sicherheits- und Hilfeleistung, voraus. Der Aufbau von situationsangepassten Gerätearrangements bezieht sich auf das oben skizzierte Turnverständnis und beruht auf didaktischen Kenntnissen zum Prozess des Bewegungslernens. Sowohl zu diesem Lernkonzept wie auch zur praktischen Umsetzung liegen zahlreiche Unterrichtsbeispiele und Praxisideen vor, die zur Unterstützung für eine inklusive Unterrichtsplanung im Bewegungsfeld Turnen genutzt werden können (siehe Literaturverzeichnis).

Zugänge im Bewegungsfeld „Bewegen an Geräten“

Das Lernen turnerischen Bewegens setzt ein Einlassen auf Turngeräte oder turngerätähnliche Materialien voraus. Die Turngeräte stehen im Fokus der Mensch-Welt-Beziehung. Immer geht es darum, auf die Geräte hinauf, um die Geräte herum oder über die Geräte hinweg zu kommen. Das setzt Balance-Halten im Stehen, Gehen, Hüpfen, Springen mit Kontakt der Füße zum Gerät oder auch umgekehrt mit Kontakt der Hände zum Gerät (wenn auch nur mit eingeschränktem Bewegungsrepertoire) voraus, aber vor allem beruht das Turnen auf Bewegungen mit Handstütz oder im Hang, verbunden mit vielen freien Flugphasen durch Lösen vom Boden nach Absprung oder vom Gerät durch funktionelles Loslassen des Gerätes. Die denkbaren turnerischen Bewegungslösungen sind vielfältig und (fast) beliebig. Im engeren turnerischen Sinne hat sich ein Kanon an „Turnfertigkeiten“ entwickelt, der heute das klassische Gerätturnen im Vereins- und Leistungsturnen bestimmt. Ein solcher Kanon mit Fertigkeiten wie Rolle vw., Rolle rw., Flugrolle, Handstand, Rad, Hüftauf- und -umschwung, Laufkippe, Hocke über den Bock, Grätsche über den Querkasten u.v.m. hätte den Vorteil, dass man ihn nach Schwierigkeit der einzelnen Fertigkeit auf die gestuften Zugänge verteilen könnte. Damit wäre allerdings verbunden, den Lernprozess auf die vorgegebenen Technikformen zuzuschneiden. Der Lernerfolg müsste dann maßgeblich am Grad der erreichten Zielform festgemacht werden.

Für solche Turnfertigkeiten existieren zahlreiche Übungsreihen, die nach dem Prinzip vom Leichten zum Schweren aufgebaut sind und das Lernen als linearen Prozess verstehen. So selbstverständlich dies zu sein scheint, so wenig überzeugt dies beim Lernen in der Praxis. Es ist gerade nicht eindeutig, was für wen leicht oder schwer ist. Dies hängt nicht nur von biographischen Erfahrungen des turnerischen Bewegens, den unterschiedlichen Deutungen und Beweg-Gründen der Lernenden ab, sondern vor allem davon, welche grundlegende Bewegungsabsicht das turnerische Bewegungshandeln leitet. Daher können Lernende die Bewegungsabsicht in ihrer Ganzheit oft auf Anhieb oder nach mehrfachen Versuchen mit Variationen schneller lernen als dies durch sinnentleerte Teilbewegungen einer komplexen Technik möglich ist. Entscheidend sind die erzeugten Effekte im ganzheitlichen Bewegungsvollzug, die über leibliche Rückmeldungen eine Korrektur des nächsten Versuchs bewirken (unterstützt durch die Lernbegleitung der Lehrenden). Entsprechend sind Lernsituationen zu arrangieren, die differenzierte Zugänge zu den turnerischen Bewegungsformen unter Beibehaltung der leitenden Bewegungsabsicht eröffnen.

Motor eines solchen Lernprozesses ist das turnerische Bewegungsproblem. Lernende müssen zunächst verstehen, worin das zu lösende Bewegungsproblem einer Bewegungsabsicht besteht (Was ist das Bewegungsproblem des Aufschwingens auf eine Reckstange? Was muss ich tun, um mich auf die Stange hinaufzudrehen und in den Stütz zu gelangen? Was ist das Problem beim Handstand? Was muss ich tun, um auf meinen Händen stehen zu können?). Ausgehend von einem solchen Bewegungsproblem wird die Genese einer funktionalen Bewegungslösung nachvollziehbar. Mit dem genetischen Ansatz des Lehrens und Lernens von Bewegungen gelangt die jeweilige zentrale Bewegungsabsicht mit dem darin enthaltenen Bewegungsproblem in den Blick. Die Lösungswege und die möglichen Bewegungsformen sind dann nicht vorab eingespurt, sondern offen und können individuell verschieden ausfallen. Ein solches Lernverständnis greift das oben angedeuteten Potenzial des Balancierens, Springens, Schwingens, Rollens oder anderen turnerischen Bewegungsabsichten mit und ohne Stütz, im Hang oder Flug auf, aus denen erst die Turnfertigkeiten durch Erfinden und Nacherfinden entstehen. Insofern wird innerhalb der einzelnen Zugänge ein problemorientiertes Vorgehen empfohlen, um den Lernenden die Entwicklung eines individuellen turnerischen Könnens zu eröffnen. Dabei ist Folgendes zu beachten bzw. für den Lernprozess hervorzuheben:

Basaler Zugang: Körpererfahrung in Bewegung

Der basale Zugang zum Bewegungsfeld Turnen ermöglicht es den Lernenden auf grundlegende Weise, Turngeräte und ähnliche Materialien (z. B. aus der Bewegungsbaustelle mit Würfeln, Quadern, Brettern, Balken, Schlaufen usw.) durch Bewegungshandeln in Erfahrung zu bringen. Höhe und Breite, Stabilität und Labilität von Geräten werden in der Bewegung erfahren und beeinflussen als Bedingung die eigenen Bewegungsaktivitäten. Im dialogischen Umgang mit Turngeräten erfahren Lernende auf diese Weise, dass sie selbst die Situation einrichten und für eigene Herausforderungen verändern können. Die Turngeräte fordern dann beispielsweise dazu auf, Geräte durch Absprung vom Boden oder einem Sprungbrett bzw. Mini-Trampolin zu überwinden, von Geräten herunterzuspringen oder auf Geräte hinaufzukrabbeln, an verschiedenen Turngeräten im Stütz zu turnen, auf Geräten in Balance zu bleiben oder an Geräten im Hang zu schaukeln oder zu schwingen. Dabei geht es um den Aufbau von Vertrauen in die eigenen körperlichen Bewegungsmöglichkeiten durch positive Körper- und Materialerfahrungen im Kontext sozial arrangierter Bewegungssituationen. Im Kern geht es bei diesem Zugang um erste turnerische Erfahrungen zu den Grundthemen im Bewegungsfeld Turnen. Dabei spielen turnerische Fertigkeiten im Sinne von „Techniken“ noch keine Rolle. Es werden keine Turnübungen eingeübt, sondern Erfahrungsmöglichkeiten zum sicheren Bewegen an Turngeräten eröffnet.

Fazit: Mit dem basalen Zugang lernen Kinder die Turngeräte und Materialien als Anlass für alltagsnahes „turnerisches“ Bewegen wahrzunehmen, sie in ihren Eigenschaften zu erspüren und für eigene Bewegungsformen zu nutzen.

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Elementrarer Zugang: Bewegen- und Wahrnehmen

Der elementare Zugang wendet zunehmend den Blick von den Turngeräten mit ihren materialen Eigenschaften auf die Bewegungsabsichten, die mit diesen Turngeräten verbunden sind. Alle Turngeräte sind so konstruiert oder können so arrangiert werden, dass an ihnen spezifische Bewegungsaufgaben gelöst werden können. Jedes Grundthema des Turnens ist mit bestimmten Geräten oder Gerätekonstellationen verbunden, an denen es in besonderer Weise hervorgehoben und konkretisiert werden kann. Daher sollen bei diesem Zugang jeweils das Balancieren, Rollen und Drehen, Springen und Überschlagen sowie das Schwingen und Pendeln in seinen grundlegenden Bewegungsabsichten vielfältig erprobt, variiert und durch mitgestaltete Gerätearrangements erfahren werden. Es geht um ein sicheres Bewegungshandeln in den Grundthemen des Bewegungsfeldes Turnen. Dazu gehören das Bewältigen von Balancesituationen im Stand, Gehen oder Laufen mit Drehungen, auch auf schmalen und wackeligen Bewegungsflächen, aber auch die Erfahrung des Abhebens vom Boden durch Springen auf und über Geräte. Bedeutsam sind für diesen Zugang einfache turnerische Bewegungsformen zu den vier zentralen Grundthemen des Turnens. Damit entsteht ein erstes turnerisches Bewegungsrepertoire, das eine gute Grundlage für das turnerische Bewegen im engeren Sinne der Turngeräte bildet.

Fazit: Mit dem elementaren Zugang lernen Kinder turnerische Bewegungssituationen mitzugestalten und einfache turnerische Bewegungsabläufe nach eigenen körperlichen Möglichkeiten zu realisieren.

Primarer Zugang: Sportliches Handeln und Urteilen

Beim primaren Zugang rücken die Turngeräte in ihrer turnerischen Auslegung stärker in den Blick. Es geht darum, die Bewegungsabsichten der Grundthemen aus dem Bewegungsfeld Turnen als turnerische Bewegungsformen zu bewältigen. Wichtig ist bei diesem Zugang, dass die Lernenden die Bewegungsformen des Balancierens, Rollens und Drehens, Springens und Überschlagens sowie des Schwingens und Schaukelns vom Bewegungsproblem her nachvollziehen können. Wenn Kinder beispielsweise bei einer Rolle vorwärts nicht die hohe Position des Kopfes überwinden können, dann ist es hilfreich zu klären, dass das Bewegungsproblem darin besteht, den Körperschwerpunkt über den Aufstützpunkt der Hände zu bringen. Erst dann kann ich über den Rücken abrollen und auf den Füßen „landen“. In diesem Zug können Lernende mit der Frage befasst werden, wie man dieses Problem lösen kann. So stellt sich dann sogleich die Frage, wie kann man den Körperschwerpunkt in eine höhere Ausgangslage bringen. Hier können nun verschiedene Lösungen „erfunden“ werden. Eine Lösung wäre z. B., dass die Rolle vorwärts von einer erhöhten Fläche heruntergeturnt werden kann (z. von einem kleinen Kasten oder auf einer schiefen Ebene). Auf diese Weise lassen sich für alle Bewegungsabsichten des Bewegungsfeldes Turnen die jeweils zu lösenden Bewegungsprobleme erkennen und im Sinne eines genetischen Vorgehens durch entsprechende Lern- und Übungssituationen auf differenzierte Weise bearbeiten. Kinder und Jugendliche lernen so ihren Lernprozess selber zu gestalten, sie sind in der Lage, die Bewegungsabläufe zu erkennen, zu beschreiben und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ihr Bewegungskönnen orientiert sich dabei an individuellen Bewegungslösungen turnerischer Bewegungsaufgaben.

Fazit: Beim primaren Zugang lernen Kinder und Jugendliche, sich auf das turnerische Bewegen an Geräten einzulassen und Formen auf, um und über Turngeräte zu finden, zu üben und im Kontext des Gerätturnens in beschreibender und reflektierender Weise einzuordnen.

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Sekundarer Zugang: Sport- und bewegungskulturelle Partizipation im Handeln und Wissen

Der sekundare Zugang übersteigt die freien und individuellen Bewegungslösungen innerhalb der Grundthemen des Turnens und fokussiert auf funktionale turnerische Bewegungsformen in Abhängigkeit von den je eigenen körperlichen Möglichkeiten. Dabei stehen die typisch turnerischen Bewegungsformen mit den Absichten der Grundthemen des Turnens im Mittelpunkt. Die Lernenden analysieren die Bewegungsformen aus der Perspektive des jeweiligen Bewegungsproblems und entwickeln eigenständig Lösungen durch spezifische Geräteaufbauten mit und ohne Partnerhilfe. Ziel ist es, dass alle Lernenden ihr Bewegungskönnen verbessern und eigene turnerische Bewegungskunststücke entwickeln und vorzeigen können. Der Lernprozess verläuft entlang der Genese der Bewegungsform, ausgehend vom Bewegungsproblem bis hin zur funktionalen Bewegungslösung. Auf der Wissensebene geht es um biomechanische Prinzipien zum Körperschwerpunkt, Ein- und Absprungwinkel, Verteilung der Körpermassepunkte um die Drehachse, Fliehkräfte u.v.m. Bedeutsamer ist allerdings die Frage, worin das zu lösende Bewegungsproblem besteht, von dem die Lösungssuche ihren Anfang nimmt. Mit diesem vierten Zugang wird noch mehr als zuvor die Frage in den Mittelpunkt gerückt, was jemand tun muss, um das Bewegungsproblem zu lösen. Dabei geht es vor allem um die im Bewegen erzeugten Effekte. Korrekturen und modifizierte Versuche entstehen aus der Reflexion dieser Effekte, verbunden mit wissensbasierten Analysen zum Bewegungsablauf. Allerdings bleibt das erreichte individuelle Bewegungskönnen nicht bei der einzelnen turnerischen Bewegungsform stehen. Vielmehr soll dieser Zugang dazu dienen, die Bewegungskunststücke zu Bewegungsfolgen zu verbinden oder zu einer Gruppenchoreographie zu gestalten. Damit steht dieser Zugang für eine turnerische Bewegungskultur, die über das klassische Gerätturnen hinausgeht und das gemeinschaftliche Erleben turnerischen Bewegens betont. Vor diesem Hintergrund geht es um die Thematisierung des Turnens zwischen klassischem Gerätturnen und bewegungskulturellen Bewegungskünsten.

Fazit: Der sekundare Zugang ermöglicht Jugendlichen, ihr turnerisches Bewegen an Geräten im Schwierigkeitsniveau zu steigern, anhaltend zu üben und eigenständig funktionale Bewegungskunststücke an Turngeräten alleine und in Gruppen zu entwickeln und als bewegungskulturelle Situation zu inszenieren sowie in den Kontext des Sports einzuordnen.

Grundthemen im Bewegungsfeld „Bewegen an Geräten“

Die grundlegenden Themen des Turnens ergeben sich aus den turnerische Bewegungsabsichten des

  • Balancierens (einschließlich des Kletterns),
  • Rollens und Drehens,
  • Springens und Überschlagens sowie
  • Schwingens und Pendelns.

Als turnerische Bewegungsabsichten sind sie zwingend an Turngeräte, turnähnliche Materialien oder Geräte-/Materialkombinationen gebunden. So entstehen sie erst aus den Bedingungen der Geräte und erlangen dadurch ihre turnerischen Möglichkeiten. Die Bewegungsabsicht ist letztlich der Modus, in dem sich durch Interpretation und Deutung eines Turngerätes die individuelle Bewegungsgestalt entwickelt und an dessen Ende eine bestimmte Bewegungsform steht. Die Strukturierung nach Grundthemen orientiert sich an den typisch turnerischen Bewegungsabsichten. Das folgende Lernangebot folgt dieser Systematik, in die jeweils fachliche eingeführt wird.

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2. Literaturverzeichnis B

  • Bähr, I. (2012). Bewegung (an und mit Geräten) gestalten – Bewegungskünste. In V. Scheid & R. Prohl (Hrsg.), Sportdidaktik. Grundlagen, Vermittlungsformen, Bewegungsfelder (S. 221-237). Limpert.
  • Krick, F. (2012). Bewegen an und mit Geräten – Turnen. In V. Scheid & R. Prohl (Hrsg.), Sportdidaktik. Grundlagen, Vermittlungsformen, Bewegungsfelder (S. 169-190). Limpert.
  • Laging, R. (1991). Stundenblätter Turnen. Bewegungsgelegenheiten zum Erkunden, Lernen, Gestalten. 5.-7. Schuljahr. (2. Aufl.). Klett.
  • Leibesübungen / Leibeserziehung (1992). Themenheft „Turnen“. Heft 5. Österreichischer Bundesverlag.
  • Miedzinski, K. (1996). Die Bewegungsbaustelle. Kinder bauen ihre Bewegungsanlässe selbst (7. erw. Aufl.). Verlag modernes Lernen.
  • Pott-Klindworth & Roscher, M. (2009). Bewegen an Geräten. In R. Laging (Hrsg.), Inhalte und Themen des Sportunterrichts (S. 160-178). Schneider.
  • Roscher, M. & Pott-Klindworth, M. (2006) Turnen neu denken und unterrichten. Praktische Anregungen und theoretische Hintergründe. Schneider.
  • Sportpädagogik (1999). Themenheft „Turnen“. Heft 3. Friedrich.
  • https://wimasu.de/produkt-kategorie/schwerpunkt/bewegen-an-geraeten/
  • http://www.sportunterricht.de/akro/
  • http://www.akro4kids.at/
  • https://wimasu.de/shop/akrobatik/

3. Grundthema B1: Balancieren

Viele Bewegungsformen im Turnen gewinnen erst dadurch an Attraktivität, dass sie in dem Spannungsfeld zwischen Verlieren und Wiederherstellen des Gleichgewichts angesiedelt sind. Balancieren wird so zu einem Bewegungserlebnis. Gleichsam nebenbei finden sich alltäglich Situationen, in denen Kinder diese Spannung eingehen, sich dabei erproben und das Gleichgewicht halten lernen: da finden sich kleine und große Mauern, Flächenbegrenzungssteine, Bordsteine, gespannte Ketten oder Seile, schmale Brücken usw. Der Reiz liegt darin, den Kampf mit der Balance zu gewinnen, also das Gleichgewicht zu halten oder wiederherzustellen. Diese Bewegungsabsicht gewinnt an Spannung, je größer die Herausforderung durch die Gleichgewichtssituation ist. Didaktisch können unterschiedliche Schwierigkeitsgrade durch die Veränderung von Höhe, Breite und Länge sowie durch eine bewegliche Lagerung und/oder auch Neigung der Balancefläche hergestellt werden. Es geht darum, einen ungewissen Ausgang des eigenen Tuns durch das Gerätearrangement zu provozieren. Bei der Lösung des bewegungsbezogenen Balance-Problems spielt besonders das „Gleichgewichtsorgan“ eine Rolle. Es ist unmittelbar am Aufbau des wahrgenommenen und erlebten Raumbezugssystems beteiligt, aber – und das ist bedeutsam – es stellt nicht Balance an sich her, diese muss aktiv durch eigenes Tun erzeugt werden. „Gleichgewicht halten“ ist daher keine Bewegungsform, sondern ein grundlegendes Thema des Sich-Bewegens an allen Geräten. Turnerisches Können zeigt sich im „Spiel“ mit der Balance.

Auch das Klettern gehört in gewisser Weise zur Bewegungsabsicht des „Balancierens“. Viele Balancesituationen enthalten daher auch Formen des Kletterns. Das Klettern ist gleichsam das Balancieren mit Händen und Füßen auf begrenzten Tritt- und Halteflächen von hier nach da, von unten nach oben und wieder zurück. Aus didaktischer Perspektive kann über etwas hinweg, durch etwas hindurch oder unter etwas entlang geklettert werden. Beim Klettern geht es also immer um ein Fortkommen (beim Balancieren kann ich auch auf einer Stelle verbleiben) von einer Stütz- und Haltestelle zur nächsten. Balancieren im engeren Sinne und Klettern/Steigen/Klimmen mit Händen und Füßen gehen fließend ineinander über.

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4. Tabelle Grundthema: Balancieren (B1)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

bepsILZStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine

Grundthema 1: Balancieren

Ziel: Die Entdeckung und Bewältigung von Balancesituationen* als dynamisches Ausbalancieren zwischen Verlieren und Wiederherstellen von Gleichgewicht in unterschiedlichen Körperlagen und in Abhängigkeit von den eigenen körperlichen Voraussetzungen.

 

* Balance meint alle Formen der (Wieder)Herstellung einer aufrechten Körperhaltung im Stehen, Sitzen, Liegen, Hocken auf stabilen und wackeligen Unterflächen fuß- oder kopfwärts.

xDen Körper in Balance erleben – im Stehen, Sitzen, Kriechen/Krabbeln, Liegen.

Aufstehen und Fallen – die körperlichen Möglichkeiten des Sich-Aufrichtens erproben.

Auf etwas hochsteigen und in Balance bleiben, z. B. auf Würfel, Quader, kleine Kästen, Matten, Weichböden, Balken, Bänke oder schräge Bretter.

Störungen der Balance auffangen und ausgleichen – mit Ungleichgewicht umgehen
Ich kann …
- spüren, wenn ich im Gleichgewicht bin.
- sicher aufstehen und mich gut auffangen, wenn ich falle.
- auf etwas hochsteigen und mich dann im Gleichgewicht halten.
- mein Gleichgewicht wiedergewinnen, wenn ich es verliere.

Den freien Raum als Bewegungsfläche für Übungen und Spiele zum Balancieren nutzen, z. B. sich im Raum frei bewegen (laufen, gehen, kriechen/krabbeln …) und nach Ansagen in bestimmten Balancepositionen einen Moment verharren.

 

Variation der Situation durch Bewegungsaufgaben, z. B.: schnelles Aufrichten aus dem Sitzen/Liegen (Bauch- oder Rückenlage), vorsichtiges Umfallen und sicheres Aufstehen, Aufrichten mit und ohne Aufstützen der Hände.

 

Durch Körperkontakt andere leicht und vorsichtig in verschiedenen Körperlagen aus dem Gleichgewicht bringen. Eine Bewegungsbaustelle mit Brettern, Würfeln, Quadern, kleinen Kästen, Bänken u.a. zum Balancieren nach eigenen Vorstellungen bauen.

 

Wackelige Balanceflächen durch Rollen, Halbwalzen, Matten oder Weichböden (auch mit untergelegten Bällen) für Balancekunststücke schaffen.

xxSich auf schmalen Bodenlinien und unterschiedlich breiten Balancegeräten bewegen und dabei das Gleichgewicht halten.

Balanceflächen auf unterschiedlichen Höhen bewältigen.

Auf beweglichen/wackeligen Geräten stehen, liegen, sitzen.

In einer Balance-Position verharren: auf einem Bein stehen, auf dem Gesäß sitzen, auf dem Rücken schaukeln.

Materialien mit dem eigenen Körper balancieren und sich dabei bewegen.
Ich kann …
- auf Linien und unterschiedlich hohen Geräten balancieren.
- mich im Gleichgewicht halten, wenn es unter mir wackelig ist.
- auf einem Bein stehen, mich auf dem Po oder dem Rücken in Balance halten.
- Dinge auf dem Kopf, mit der Hand oder dem Fuß balancieren und mich dabei bewegen.

Aufbau stabiler Balancegelegenheiten mit Anregungen zum sicheren Balancieren: z. B. Linien in der Sporthalle, Bänke (auch umgedreht), Balken und Bretter unterschiedlicher Breite, niedriger Schwebebalken oder ein dickes Tau.

 

Aufbau instabiler Balanciergelegenheiten mit Anregungen zum Ausbalancieren auf wackeligen Unterflächen: z. B. Balancierbretter, Walzen, Balanceboard, Pezzibälle, Therapiekreisel, Schaukelbretter, Teppichfliesen zum Rutschen/Ziehen.

 

Im Raum verteilte Matten (auch Weichmatten) zum Ausbalancieren des Körpers, z. B. auf einem Bein, auf dem Gesäß, in der Rückenschaukel, aus einer Laufbewegung heraus durch plötzliches Stoppen (Spiele: „Versteinern“, „Ochs am Berg“, „eine Figur einnehmen“)

 

Mit Hand, Kopf, Nacken, Rücken oder Fuß Gegenstände (Ball, Bierdeckel, Buch, Turnstab) balancieren und sich dabei bewegen (vor-, seit- und rückwärts gehen)

xxBalanceflächen an großen und kleinen Turngeräten sicher und geschickt balancierend im Gehen, Laufen, Hüpfen (langsam und schnell) oder durch kleine Sprünge überwinden.

Die eigenen körperlichen Möglichkeiten in stabilen und labilen Balancesituationen erproben und nach Schwierigkeit steigern.

Sich auf turnerische Bewegungsexperimente an Turngeräten einlassen und Bewegungssicherheit auf Balanceflächen entwickeln, üben und stabilisieren.

Das Bewegungsproblem des Balancierens beschreiben und reflektieren.

Einen Balanceparcours aufbauen und den organisatorischen Ablauf gestalten und reflektieren.

Schwierigkeiten und Probleme beim Durchlaufen des Parcours oder an einzelnen Stationen benennen und Lösungen bzw. Alternativen vorschlagen und besprechen.
Ich kann …
- sicher über unterschiedlich schmale und breite, aber auch wackelige Flächen balancieren.
- selber wackelige Balancesituationen erfinden.
- Bewegungskunststücke auf Geräten/Materialien im Gleichgewicht ausführen.
- Ich weiß,
- wann es leicht und wann es schwierig ist, um in Balance zu bleiben.
- wie ein Balanceparcours aufgebaut werden muss, worauf ich achten muss, so dass er von allen gut bewältigt werden kann.

Aufbau eines Rund-Parcours aus variabel zusammengestellten Turngeräten mit stabilen und labilen Balanceflächen, z. B. Bänke, kleine Kästen, niedrige Recks, gespannte Taue/Gurte/Slacklines, Schwebebalken, Barren, Matten und Weichböden (alternativ auch als Stationsbetrieb oder als Bewegungsbaustelle). Mögliche Aufgaben können sein:

  • die Geräte sicher überwinden (gehen, laufen, kriechen, hüpfen, springen, …) 
  • die Grenze zwischen Verlieren und Wiederherstellen des Gleichgewichts suchen und bewältigen
  • schwierige und leichte Balancewege oder -situationen finden
  • Bewegungsexperimente zur Schwierigkeitssteigerung oder -minimierung (breit vs. schmal, stabil vs. instabil, hoch vs. tief, …)
  • Bewegungsexperimente mit „Kopfüber-Positionen“: auf Händen oder Kopf „stehen“ (mit Mattenhilfe), Nackenstand (Kerze)

Gefundene Bewegungslösungen vorzeigen, vergleichen und besprechen. Auf ausgewählten Gerätestationen Balancekunststücke erfinden und vorzeigen. Das Balancehalten reflektieren: Wie kann man in Balance bleiben? Welche Möglichkeiten gibt uns unser Körper, um in Balance zu bleiben? Woran orientiere ich mich beim Balancieren, wohin geht die Aufmerksamkeit?

xxSelbständig wackelige/bewegliche Standflächen für Balancierexperimente bauen.

Verschiedene Stände (einbeinig, beidbeinig, mit Drehungen) und Sprünge auf Balanceflächen an Turngeräten oder auf dem Boden ausführen und zu Bewegungsfolgen verbinden.

Turnerische Balanceformen und Bewegungsfolgen auf dem Boden oder dem Schwebebalken ausführen (z. B. Wechselsprung, Pferdchensprung, Hockwende als Aufgang, Grätschwinkelsprung als Abgang).

Den Körper auf Händen balancieren und auf Händen stehen (Handstandvariationen).

Akrobatische Kunststücke als Balancehalten mit dem Partner/der Partnerin oder in der Gruppe ausführen.

Balance als ein Bewegungsproblem zwischen Verlieren und Wiedergewinnen von Gleichgewicht beschreiben und reflektieren.

Konstruktionsprinzipien zur Herstellung von stabilen und labilen Gleichgewichtssituationen nennen und anwenden.

Gleichgewicht als eine Funktion des Sich-Bewegens in verschiedenen Körperlagen und -positionen erkennen.

Das leibliche Spüren in Balancesituationen als Steuerung zur Herstellung von Gleichgewicht verstehen.
Ich kann …
- mich an vorgegebenen oder selbstgebauten labilen und stabilen Balancesituationen in verschiedenen Positionen und Lagen sicher bewegen.
- Ich beherrsche einige turnerische Kunststücke auf dem Schwebebalken.
- an Turngeräten im Stand und in Bewegung verschiedene Balancekunststücke und Bewegungsfolgen ausführen.
- in unterschiedlichen Variationen auf den Händen stehen.
- mit dem Partner/der Partnerin oder in einer Gruppe akrobatische Kunststücke sicher beherrschen.
Ich weiß,
- dass Balancieren immer zwischen Verlieren und Wiedergewinnen des Gleichgewichts geschieht.
- dass der Körper kein statisches System ist, sondern sein Gleichgewicht ständig neu herstellt.
- die Konstruktionsprinzipien für labile und stabile Geräteaufbauten.
- wenn ich aus dem Gleichgewicht gerate und weiß, wie ich das Gleichgewicht wiederherstellen und ausbalancieren kann.

Selbständiger Aufbau von stabilen und instabilen Balanceflächen mit kurzen und langen, schrägen und ebenen, hohen und niedrigen, breiten und schmalen Balanceflächen für eigene Balanceübungen und Turnkunststücke (z. B. Bänke, Balken, gespannte Taue, Bretter bodennah, schräg an der Sprossenwand/Gitterleiter, im Barren oder zwischen zwei Barren oder an Schaukelringen aufgehängt). Bewegungsfolgen aus dem Gehen, Laufen, Springen, aus Standvarianten (ein- und beidbeinig) und Drehungen auf dem hohen oder niedrigen Schwebebalken (auch auf umgedrehten Bänken) erfinden und gestalten.

 

Ähnliche Bewegungsfolgen auf dem Holm des niedrigen Stufenbarrens mit Halt am oberen Holm gestalten.

 

Auf Händen stehen. Dazu Bodenmatten auslegen und die folgenden Varianten üben:

  • mit dem Partner/der Partnerin und/oder Gerätehilfe kopfüber auf den Händen stehen
  • in Bauchlage auf einen hüfthohen Kasten (oder ein aufgerollter Turnläufer) legen und mit Beinschwung auf die Hände schwingen und den Stand ausbalancieren
  • versuchen, auf den Händen zu laufen
  • aus dem Stehen auf Händen zurückschwingen oder nach vorne abrollen Akrobatische Kunststücke mit dem Partner/der Partnerin oder in der Gruppe entwickeln:
  • stellt eine Zahl oder einen Buchstaben dar -
  • schafft Flächen, auf denen die Partner*innen Platz haben und sich in Balance halten müssen
  • bildet eine Figur mit nur 2,3, oder 4 Bodenkontakten
  • nehmt verschiedene akrobatische Grundfiguren (Bank, Stand auf dem Partnerrücken, Flieger, Gallionsfigur, Schulterstand usw.) mit dem Partner/der Partnerin und/oder in der Gruppe ein

Das Gleichgewichthalten als Bewegungsproblem turnerischer Bewegungsformen und -folgen zwischen leiblichem Spüren und biomechanischen Bewegungsprinzipien reflektieren.

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5. Grundthema B2: Rollen und Drehen

Obwohl das Rollen dem Drehen von der Erscheinung her (der Körper dreht sich) ähnlich ist, unterscheidet es sich in erster Linie über die Bestimmung der Drehachse. Hierdurch enthält das Rollen andere Erfahrungspotentiale als das Drehen. Die Absicht „Rollen“ realisiert sich auf einer festen Unterfläche, die schmal oder breit, weich oder hart, schräg oder eben sein kann. Das Rollen charakterisiert sich über eine sich gradlinig fortsetzende Rotation auf einer Unterfläche (und nicht wie beim Drehen an einem Ort um eine feste Stange oder in der Luft). Gleichwohl macht es für Turnende oft keinen Unterschied, ob sie sich um eine Stange oder auf einer Fläche rotierend bewegen. Dennoch ermöglicht das Rotieren auf festen Unterflächen andere Bewegungsformen, als dies an festen oder freien Achsen der Fall ist. Die Absicht „Drehen“ ist an feste Drehachsen gebunden, wobei Teil- oder Ganzrotationen möglich sind, wie sie auf vielen Spielplätzen oder in der Turnhalle am Reck und Barren bei vielen Kindern zu sehen sind. Erweitert zählen auch freie Drehachsen, wie z. B. bei saltoähnlichen Drehungen, zur Absicht „Drehen“. Insgesamt geht es beim Drehen darum, die eigenen Kräfte so um die Drehachse zu bündeln, dass man sich vorwärts, rückwärts, seitwärts mit aufgelegtem Körper, eingehängtem Knie oder im Sitz, dabei mit oder ohne Handgriff turnend ins Rotieren bringen kann. Turnende spüren die Fliehkräfte, die notwendigen Gegenbewegungen, um „dran“ zu bleiben und die Rotationen des Körpers über den „Drehsinn“ bis zum Schwindelgefühl.

Didaktisch lassen sich vor allem über Gerätearrangements mit schrägen und ebenen Flächen zahlreiche Rollgelegenheiten entwickeln. Für das Drehen um feste Achsen stehen in erster Linie Gerätearrangements aus Reck und (Stufen)Barren oder von Partner*innen gehaltene Turnstäbe zur Verfügung. Denkbar sind auch Kombination aus Roll- und Dreharrangements, die sich dort ergeben, wo das Turnen um feste Achsen mit dem Turnen auf Rollflächen verbunden werden kann.

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6. Tabelle: Rollen und Drehen (B2)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

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Grundthema 2: Rollen und Drehen
Ziel: Die Rotation* des eigenen Körpers spüren und in unterschiedlichen Varianten auf dem Boden und an Geräten mit den eigenen körperlichen Voraussetzungen bewältigen und verbessern.

* Rotationsbewegungen umfassen alle Formen des Rollens und Drehens mit dem eigenen Körper in unterschiedlichen Körperlagen ohne Verwendung von Roll- und Gleitgeräten.
xSich ganz klein machen und in alle Richtungen rollen und drehen.

Auf dem ebenen Boden um die Körperlängs- und -querachse vorwärts und seitwärts rollen.

Von einer schrägen Fläche vorwärts und seitwärts quer und längs herunterrollen und sich um sich selbst drehen.

Von einem (mehreren) Partner(n) bzw. einer Partnerin(innen) auf ebenen und schrägen Flächen um die Längsachse gedreht werden.
Ich kann …
- wie eine Kugel rollen.
- wie ein Baumstamm rollen.
- nach vorne über den Kopf rollen.
- mich von einer Schrägen vorwärts und seitwärts herunterrollen.
- mich von anderen vorwärts und seitwärts rollen lassen.

Auf einem Turnboden oder mit Turn- oder Weichmatten freie Roll- und Drehgelegenheiten schaffen und dabei seitwärts, vorwärts oder in alle Richtungen rollen, auch mit Partnerhilfe (sich rollen lassen).

Variation: Schräge Mattenflächen: von ganz leichter Erhöhung bis zur steileren Abrollfläche durch untergelegte Sprungbretter oder eingehängte Bänke bzw. Bretter in Kästen, Sprossenwand oder Gitterleiter.

xxVon einer erhöhten Stufe auf eine Fläche eine Rolle vorwärts turnen.

Auf schrägen Flächen rückwärts über den Kopf rollen.

Sich bäuchlings auf eine Stange (Reckstange oder Barrenholm) legen und kopfüber herunterdrehen.

Sich kopfüber mit den Knien in eine Stange hängen und pendeln/drehen.
Ich kann …
- eine Rolle vorwärts turnen.
- mich rückwärts über den Kopf herunterrollen lassen
- mich von einer Reckstange (einem Barrenholm) herunterdrehen.
- mich kopfüber in eine Stange (Reck/Barren) einhängen und pendeln.

Aufbau eines Roll- und Drehparcours aus ebenen, gestuften (aus Kastendeckel oder kleinen Kästen) und schrägen Mattenflächen sowie aus niedrig eingehängten Reckstangen oder niedrigen Barrenholmen zum Rollen und Drehen mit Aufstützen der Hände.

Zu diesem Aufbau passen die folgenden Aufgaben: 

  • mit Aufstützen der Hände eine Rolle vorwärts auf ebenen und gestuften Flächen turnen 
  • auf schrägen Flächen rückwärts rollen und dabei das Aufstützen der Hände üben
  • auf eine Reckstange oder einen Barrenholm in den Stütz springen und nach vorne herunterdrehen
xxDie Bodenfläche und die Stangen (Reck, Barren) als Gelegenheiten zum Drehen und Rollen um die eigene Körperachse deuten und erproben.

Die beim Drehen wirksamen Kräfte spüren und für die Bewegungsformen kontrollieren, bewältigen und nutzen.

Mit unterschiedlichen Körperhaltungen beim Drehen experimentieren: gestreckt bleiben, Beine anziehen, sich klein machen, sich groß machen.

Unterschiedliche Drehachsen ausprobieren: Drehen um ein Bein, beide Beine, Hüfte vorwärts und rückwärts, im Spreizsitz seitwärts, vorwärts, rückwärts, im Sitz auf der Stange.

Drehkunststücke mit einem Partner/einer Partnerin erproben und in grober Form beherrschen können: synchron und gegengleich.

Beim Rollen auf festen ebenen und leicht schrägen Unterflächen unterschiedliche Körperlagen sicher einnehmen können: vorwärts und rückwärts mit angehockten Beinen, seitwärts gestreckt oder angehockt turnerisch rollen und dabei die Hände als Stütze einsetzen.

Auf erhöhte Unterflächen (Mattenberg) aufrollen und sich um die eigene Achse weiterdrehen.

Das Bewegungsproblem des Drehens und Rollens in den verschiedenen Ausführungsvarianten erkennen und beschreiben.

Aufbaukonstruktionen zum Drehen und Rollen erkennen und auf Sicherheit prüfen.
Ich kann …
- mich von unten nach oben auf eine Stange hochdrehen.
- mich aus dem Stütz in unterschiedliche Richtungen um eine Stange drehen.
- beim Drehen unterschiedliche Körperlagen einnehmen.
- mich zusammen mit anderen um eine Stange drehen.
- auf dem Boden in verschiedene Richtungen rollen und mich dabei drehen
- mich auf eine erhöhte Fläche aufrollen und von einer erhöhten Fläche abrollen.
- mich zusammen mit anderen um eine Stange oder auf dem Boden gleichzeitig drehen.
- mich auf einer schrägen Fläche mehrmals hintereinander rollend nach unten bewegen.

Ich weiß, …
- wie man sich am besten um eine Stange dreht oder auf einer Fläche rollt.
- wie man sich beim Drehen und Rollen helfen kann.
- warum es schwierig ist, den Körper zu drehen und zu rollen.
- auf was ich achten muss, um die Geräte sicher aufzubauen.

Aufbau von Turnstationen mit Querstangen und niedrigen und erhöhten (gestuften) sowie schrägen Bodenflächen. Anzahl und Auswahl sind situativ zu klären.

Beispiele: Recks mit unterschiedlicher Stangehöhe, auch Recks mit mehreren Stangen, Barren und Stufenbarren in unterschiedlicher Höhe, ebene Bodenflächen aus Matten, schräge oder erhöhte Mattenflächen.

Dazu passen die folgenden Aufgaben: 

  • von einer erhöhten Fläche (z. B. kleiner Kasten) oder durch Sprung in den Stütz gelangen und sich nach vorne abdrehen in den Stand
  • sich auf eine Stange hinaufdrehen, dabei verschiedene (erhöhte) Abdruckflächen für die Füße benutzen
  • sich um die Stange in verschiedenen Körperlagen drehen: aus dem Sitz um die Knie, auch ein Knie, aus dem Spreizsitz seit-, vor- und rückwärts, um die Hüfte vor- und rückwärts
  • Drehungen in verschiedenen Körperlagen mit einem Partner/einer Partnerin, synchron, gegengleich ausführen 
  • in unterschiedlichen Körperlagen auf einer ebenen oder schrägen Fläche rollen und sich um die eigene Körperachse drehen
  • auf eine erhöhte Fläche vorwärts aufrollen und sich um die eigene Körperachse weiterdrehen Drehkunststücke vorzeigen und besprechen. Das Bewegungsproblem des Drehens und Rollens an Beispielen anschaulich machen und reflektieren.
xxAuf ebenen oder schrägen Mattenflächen die turnerischen Formen des Rollens nach eigenem Vermögen ausführen: z. B. Rolle vorwärts, Rolle rückwärts, Flugrolle (auch über ein Hindernis), aus dem (flüchtigen) Stehen auf Händen (Handstand).

Turnerische Bewegungsformen an Barren und Reck nach eigenem Vermögen ausführen: z. B. Hüftaufschwung und -unterschwung, Hüftumschwung, Spreiz- und Knieauf- und -umschwung, Schwingen im Langhang, Schwung- oder Laufkippe.

Bewegungsfolgen aus turnerischen Roll- und Drehbewegungen auf dem Boden und am Barren / Reck, auch in Kombination der Geräte, eigenständig und/oder in der Gruppe entwickeln, kombinieren und vorführen.

Geräteaufbauten, Sicherung durch Matten und Hilfestellungen kennen und anwenden.

Das jeweilige Bewegungsproblem funktionaler Lösungen zum Rollen und Drehen kennen und hinsichtlich des Lernens und Übens reflektieren.

Das Rollen und Drehen als Teil der turnerischen Bewegungskultur zwischen Zirkus- bzw. Bewegungskünsten und dem sportiven Gerätturnen einordnen und hinsichtlich der eigenen Möglichkeiten und Interessen reflektieren.
Ich kann …
- turnerische Formen des Rollens und Drehens ausführen, kombinieren und alleine oder mit anderen als Gruppenübung vorzeigen. Dazu gehören Rollen vorwärts und rückwärts sowie eine Flugrolle und ein Handstand, aber auch Auf-, Um- und Unterschwünge an Barren und Reck oder Kipp- und Pendelschwünge am höheren Reck.

Ich weiß, ...
- wie die grundlegenden Bewegungsprobleme bei Roll- und Drehbewegungen funktional zu lösen sind.
- wie man sich helfen, sichern und unterstützen sowie die Geräte sicher aufbauen kann.
- wie sich die turnerische Bewegungskultur zum Rollen und Drehen zwischen Gerätturnen und Bewegungskünsten unterscheidet und wie sie sich historisch entwickelt hat.


Aufbau von Turngelegenheiten zum Rollen und Drehen, die ein weitgehend selbständiges Lernen und Üben von einzelnen Formen, Bewegungsfolgen und Gruppenübungen ermöglichen, z. B. an Recks mit niedrigen, mittleren und hohen Reckstangen bzw. an Recks mit Doppelstangen oder am Dreierreck.

Hier bieten sich die folgenden Aufgaben an: 

  • probiert auf die Stange hoch und wieder herunterzudrehen 
  • sucht euch die passende Höhe und versucht einen Unterschwung
  • versucht einmal durch schwungvolles Kippen in den Stütz zu gelangen
  • probiert Varianten aus, wie ihr am besten aus der niedrigen Position in den Stütz gelangen könnt 
  • probiert Drehungen um die Stange (als Hüft-, Knie- oder Spreizumschwung)
  • benutzt dazu auch den Stufenbarren und versucht alle Drehformen auch hier auszuführen. Beim Aufschwung auf den hohen Holm den Abdruck mit dem Fuß vom niedrigen Holm nutzen
  • probiert, welche Drehbewegungen am Reck mit zwei Stangen möglich sind und kombiniert werden können  möglich sind auch Formen am Dreierreck Turnhügel (Bänke auf beiden Seiten eines Kastens einhängen und mit Matten und Turnläufer belegt. Dabei mit verschiedenen Rollformen bergauf und bergab rollen.
  • Probiert unterschiedliche Kombinationen aus, auch mit dem Partner oder einer Partnerin. Kombination aus Drehstangen und Rollflächen (z. B. Stufenbarren zum Drehen und eine schräge Mattenfläche vom niedrigen Holm auf den Boden aus Bänken, Matten und Bodenläufer zum Rollen).
  • Eine Bewegungskombination aus Drehen und Rollen entwickeln, erproben und ausführen.
  • Auf dem Turnquadrat (große Bodenfläche aus Matten und Bodenläufer) alleine, mit dem Partner/der Partnerin oder in Gruppen verschiedene Rollformen üben, kombinieren und zu einer Bodenübung verbinden.
  • Die turnerischen Formen mit ihren spezifischen Anforderungen und Bewegungsproblemen erklären und funktionale Lösungen reflektieren.
  • Die Aufbauten unter der Perspektive Sicherheit und kooperative Formen des Helfens prüfen und reflektieren.
  • Das turnerische Bewegen beim Rollen und Drehen in die Bewegungskultur zwischen Bewegungskünsten und der Sportart Gerätturnen einordnen und historisch reflektieren.

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7. Grundthema B3: Springen und Überschlagen

Das Springen ist immer mit der Vorstellung des „Fliegens“ und „Frei-Seins in der Luft“ verbunden. Aber allein schon das kurze „Lösen vom Boden“ durch Abspringen oder das Herunter-Springen von einer erhöhten Fläche reicht oft schon aus, um das Gefühl des Schwebens zu vermitteln. Immer wieder geht es um den Versuch, die Schwerelosigkeit für einen Augenblick zu erleben. Verstärkt werden solche „Flugerfahrungen“ durch Absprunghilfen wie Sprungbrett, Minitrampolin oder Trampolin. Das Springen kann von hier nach da, von unten nach oben oder umgekehrt, über etwas hinweg, auf etwas hinauf oder von etwas herunter, mit oder ohne Unterstützung der Hände, ausgeführt werden. Während der Flugphase können verschiedene Bein- und Armbewegungen sowie Rotationen um alle Körperachsen ausgeführt werden. Sie müssen aber bereits beim Abspringen eingeleitet werden, denn das „In-der-Luft-Sein“ ist eine Folge des Springens.

Vielfach sind diese Sprungerfahrungen mit Körperpositionen des Kopfüber-Seins oder des „Überschlagens“ verbunden: nach dem Abspringen die Füße hochschwingen und den Kopf nach unten führen, mit und ohne Handstütz, von den Füßen auf die Hände und von den Händen zurück oder weiter vorwärts wieder auf die Füße oder ohne Handstütz zum saltoähnlichen Überschlag in der Luft. Die letzte Variante ist gleichbedeutend mit dem Drehen um eine freie Achse in der Luft.

Didaktisch bedeutsam ist an dieser Stelle, dass einzelne Bewegungsthemen in andere Themen übergehen oder sich gegenseitig ergänzen. Viele turnerische Bewegungen setzen z. B. das „Springen“ voraus. So ist auch das „Überschlagen“ vielfach mit dem „Springen“ verbunden. Hier können Turnende erfahren, was es heißt, sich im Raum neu zu orientieren. Auf Interesse stoßen oft Überschläge über den Handstütz. Denkbar ist auch, die Absicht „Überschlagen“ so weit zu fassen, dass Überschläge in ihrer Verbindung zum Schwingen im Hang (z. B. an Ringe oder Reck) thematisiert werden.

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8. Tabelle: Springen und Überschlagen (B3)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

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Grundthema 3: Springen und Überschlagen
Ziel: Das Fliegen* des Körpers durch Absprung und Abheben vom Boden spüren und sich in verschiedenen Körperlagen und -haltungen in der Luft sowie auf, von und über Geräte bewegen.

* Gemeint sind alle turnerischen Formen des Abhebens vom Boden, die einen Flug über den Boden, auf oder über Geräte mit und ohne Handstütz, mit und ohne Körperdrehung ermöglichen.
xVon verschieden kleinen Erhöhungen ein- und beidbeinig herunterspringen bzw. auf diese hinaufspringen.

Auf einem Mini-Trampolin (gerade aufgestellt) durch kräftiges Federn hochfliegen.

Auf kleinen und großen Rundtrampolinen durch kräftiges Federn und mit Partnerhilfe hochfliegen.

Kopfüber-Positionen mit Partnerhilfe einnehmen.
Ich kann …
- vom Boden abspringen und in die Luft fliegen.
- aus der Höhe herunterspringen und fliegen.
- auf einem Sprungtuch federn und hochfliegen und dabei in der Luft sein.
- mich auf den Kopfüber halten und mit den Beinen in der Luft zappeln.

Eine Bewegungslandschaft aus mehreren kleinen Kästen, Kastendeckeln, Mattenstapeln sowie geraden Mini-Trampolinen aufbauen und zum Springen in unterschiedlichen Variationen den folgenden Aufgaben anregen:

  • springt auf die Erhöhung und wieder herunter 
  • wechselt kreuz und quer durch die Bewegungslandschaft und sucht Sprunggelegenheiten
  • versucht mal mit einem Bein, mal mit beiden Beinen abzuspringen
  • federt mehrfach auf dem Mini-Trampolin nach oben und lasst euch dabei helfen

Aufbau mehrerer kleiner runder Trampoline, die eigenständig für Sprung- und Federübungen genutzt werden können. Aufgaben hierzu können sein:

  • hochspringen und in die Hände klatschen, die Arme an den Körper legen, den Körper anspannen, sich „schlapp“ machen.
  • mit eine/m/r Partner*in im Stand oder Sitz federn und hochfliegen (mit Handfassung).

Wenn die Gelegenheit gegeben ist – neben anderen selbständig nutzbaren Sprunganlässen – ein großes rundes Trampolin aufbauen (von der Lehrkraft betreut) und zum Hochfliegen durch Federn mit Aufgaben anregen, z. B.:

  • vorsichtiges Federn und zunehmend kräftiges Springen und den Körper im Flug spüren.
  • mit Körperspannung hochfliegen, dabei verschiedene Bein- und Armbewegungen ausführen.

Auf einer Mattenfläche in Kleingruppen oder alleine in eine Kopfüber-Position gelangen, z. B. über einen Partner/einer Partnerin in Bankstellung, durch Hilfe eines Partners/einer Partnerin mit Halten der Beine, rückwärts mit den Füßen die Wand „hochklettern“

xxAuf niedrige Kästen mit Handstütz aufhocken und herunterspringen.

Mit dem Mini-Trampolin auf eine erhöhte Fläche (Kasten/Mattenberg) mit Handstütz hochspringen und aufhocken.

Aus einer selbst gewählten Höhe (z. B. von einer Gitterleiter) mit unterschiedlichen Arm- und Beinbewegungen und in eine Weichmatte springen/fliegen und beim Aufkommen abfedern.

Sich mit Hilfe erhöhter Flächen auf die Hände stützen und abrollen.

Die Wirkung des eigenen Springens und Kopfüber-Seins an den verschiedenen Geräten beschreiben und Bewegungsideen nennen.
Ich kann …
- auf einen Kasten hochspringen, aufhocken und herunterspringen.
- von einem Mini-Trampolin auf etwas drauf springen.
- von hoch oben herunterspringen und durch die Luft fliegen.
- mich kopfüber mit dem Kopf und/oder den Händen abstützen.

Ich weiß, …
- wie ich hochspringen und mich kopfüber abstützen kann.

Sprunggelegenheiten mit unterschiedlich hohen Auf- und Absprungflächen (Kästen, Mattenberg) mit und ohne Absprunghilfe (z. B. Mini-Trampolin, Sprungbrett) für die weitgehend selbständige Nutzung aufbauen und zum Üben anregen:

  • mit Anlauf auf ein Gerät mit Handstütz aufspringen 
  • an verschiedenen Gerätehöhen das Aufhocken/Aufknien probieren
  • nach dem Aufsprung von dem Gerät gestreckt in eine Weichmatte springen 
  • von einer Gitterleiter/Sprossenwand aus selbstgewählter Höhe in eine Weichmatte springen und sich dabei verschiedene Arm- und Beinbewegungen ausführen und die Landung abfedern

Aufbau von Geräten mit erhöhten Positionen (2- oder 3-teiliger Kasten, aufgerollter Turnläufer, Matte über niedrige Reckstange gelegt), von denen kopfüber mit Handstütz nach vorne auf eine Matte abgerollt werden kann. Die Wirkung des Springens an verschiedenen Geräten erfahren und beschreiben (Was passiert, wenn ich ...?).

xxAus unterschiedlichen Absprungpositionen Flugsituationen gestalten.

Unterschiedliche Absprunghilfen (Sprungbrett, Mini-Trampolin) für turnerische Sprungformen (Hocke, Grätsche) anwenden.

„Kopfüber-Positionen“ in Flugsituationen realisieren.

Turnerische Überschläge (Nacken-/Kopfüberschlag, Handstützüberschlag) in der Grobform ausführen.

Den Absprung für die Auslösung von turnerischen Sprung- und Überschlagformen und -variationen einschätzen und nutzen.

Nach dem Absprung und der Flugphase weich landen.

Körpererfahrungen und funktionale Wirkungen des Springens beschreiben, erklären und reflektieren.
Ich kann …
- von oben nach unten und unten nach oben fliegen.
- meinen Absprung so steuern, dass ich verschiedene Turnübungen ausführen und anschließend weich landen kann.
- mit Unterstützung eine Grätsche oder Hocke über ein Sprunggerät turnen.
- verschiedene Kopfüber-Positionen an unterschiedlichen Turngeräten einnehmen.
- im Flug auch Kopfüber-Sein und wieder auf den Füßen landen.

Ich weiß, …
- wie wichtig der Absprung für den Flug und die Sprungform ist.
- wie es ist, meinen Körper im Flug zu erleben.

Aufbau unterschiedlicher Sprungstationen zum selbständigen und angeleiteten Springen auf und von Gerätekonstruktionen, z. B.

a) an einem Sprunghügel aus Weichmatten, auch als schräg abfallende Fläche, und einem davor aufgestellten Mini-Trampolin,

b) an einem Sprungturm aus hohen Kästen mit aufgelegter Matte und vorangestelltem Sprungbrett oder Mini-Trampolin, auch als gestufter Sprungturm mit unterschiedlichen Höhen,

c) an einem Abhang aus einer aus Matten und Bänken konstruierten Schrägen, die auf einer Reckstange aufliegt, von der Sprünge in eine Weichmatte ausgeführt werden können oder

d) an einer Absprunghöhe (Kasten oder Pferd) für den Sprung an ein Tau zum schwingenden Fliegen und Landen auf einer Matte.

An allen Stationen können Sprung- und Flugerfahrungen gesammelt und die Wirkung von Absprunghilfen erprobt und durch Aufgaben verbessert sowie das weiche Abfedern bei der Landung geübt werden:

  • nach Absprung und Aufhocken/Aufknien mit Handstütz kopfüber die Schräge herunterrollen
  • nach Absprung und Aufhocken/Aufknien mit Handstütz einen Strecksprung ausführen und anschließend herunterrollen -
  • beim Absprung mit dem Mini-Trampolin die Flugphase verlängern und eine Flugrolle turnen (dazu darf die Aufsprungfläche nicht zu hoch sein)

Aufbau von Sprungstationen aus unterschiedlich hoch gestellten Böcken, großen Kästen oder einer Mattenwalze, jeweils mit davor aufgestellten Sprungbrettern und dahinter gelegten Matten. An allen Stationen geht es um das Auf- und Überhocken sowie Auf- und Übergrätschen mit Handstütz der Geräte Dabei ist jeweils Hilfestellung erforderlich. Aufbau von Turnstationen für Kopfüber-Positionen, z. B. an den Ringen, Tauen oder einem Trapez (jeweils mit untergelegten Weichmatten) zum Kopfüber-Schwingen. Es geht um die Aufgabe: „Kopf unten, Füße oben“ in unterschiedlichen Variationen.

Von unterschiedlich hoch aufgestellten Kästen oder einem Reck (mit aufgelegter Matte) aus der Bauchlage nach vorne in den Handstütz schwingen und abrollen. Mehrere aufgerollte Turnläufer in der Halle verteilen (davor und dahinter Matten legen; auch die Höhe durch Unterlegen von Matten variieren):

Vor der Matte in den Handstütz hochschwingen und über den Rücken auf der Matte zum Stand abrollen (sich einmal überschlagen).

xxMit einer Absprunghilfe (Mini-Trampolin, Sprungbrett) möglichst hoch mit Körperspannung und ohne Handstütz fliegen und auf einer erhöhten Fläche landen.

Nach dem Absprung ohne Handstütz eine eingeleitete Drehung in der Luft weiterführen und im Stand oder Sitz landen (saltoähnliche Sprungformen).

Sprünge mit Handstütz ausführen, dabei über den Handstütz zum Stand weiterdrehen oder nach dem Aufstützen der Hände auf oder über das Gerät zurückdrehen.

Funktional angemessene Bewegungslösungen des Springens beschreiben, erklären und im Hinblick auf das eigene Sprungvermögen reflektieren.
Ich kann …
- die Absprunghilfe für hohe Sprünge nutzen und dabei mit Körperspannung den Sprung kontrollieren.
- mich nach Absprung in der Luft drehen und einen Salto springen.
- mit Partnerhilfe eine Hocke oder Grätsche über verschiedene Sprunggeräte springen.
- mit Partnerhilfe einen Überschlag über ein Gerät turnen.

Geräteaufbauten aus Kästen und/oder Mattenberg mit aufgestellten Mini-Trampolinen:

Aus dem Anlauf mit Absprung vom Mini-Trampolin Sprünge mit Körperspannung auf den Kasten/Mattenberg ausführen.

Aufbau wie zuvor: Absprung zum Handstütz auf dem Mattenberg und einen „Überschlag“ bis zur Rückenlage turnen.

Aufbau unterschiedlicher Sprungstationen aus Mattenberg (auf 3 großen Kästen wird Weichmatte aufgelegt), Sprungpolster (einer über ein niedriges Pferd gespannte Weichmatte), großen Kasten (quer) und unterschiedlich hoch gestellt Böcken.

An allen Stationen geht es um ein Aufhocken, Aufgrätschen und –wo möglich – ein Überspringen der Geräte mit einer Hocke oder Grätsche. Hierfür ist immer die Partnerhilfe (manchmal zwingend die Hilfe der Lehrperson) erforderlich.

Ohne Handstütz saltoähnliche Sprünge auf den Mattenberg oder über das Sprungpolster zum Sitz oder Stand turnen.

Von einer erhöhten Fläche (Bänke zwischen Sprossenwand und einem Kasten mit aufgelegten Matten oder 3 Kästen mit aufgelegten Matten) einen Überschlag vorwärts oder seitwärts (Rad) auf die dahinterliegende Weichmatte turnen (nur mit Hilfestellung). Die erhöhte Fläche kann auch leicht stufig aufgebaut werden, um die Hände zum Stütz auf der niedrigeren Stufe zu setzen.

Aufbau einer leichten Mattenschräge auf dem Boden: Mit Anlauf ein Rad oder einen Handstützüberschlag die Schräge herunterturnen.

Den Bewegungsablauf der einzelnen Sprünge beobachten, beschreiben und in der Gruppe reflektieren. Aus der Analyse der Sprungbewegungen Ideen für den eigenen Lernprozess gewinnen.

Die turnerischen Formen des Springens und Überschlagens aus biomechanischer Perspektive verstehen und zum eigenen Körpererleben in Beziehung setzen.

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9. Grundthema B4: Schwingen und Pendeln

Kindheitserfahrungen haben viel mit dem Schwingen und Schaukeln des eigenen Körpers zu tun, sich selbst in Schwung zu bringen oder sich mit einem Gerät schaukelnd zu bewegen. Das gleichmäßige rhythmische Hin- und Herschwingen kann ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen: es beruhigt, es rhythmisiert, es stimuliert, es orientiert usw. Pendeln können wir aus unterschiedlichen Ausgangslagen und an verschiedenen Geräten: Im Hang oder Stütz am Reck, an den Ringen oder am (Stufen-) Barren. Dahinter steht das grundlegende Thema, den Körper durch Schwingen und Schaukeln in einen schwebeähnlichen Zustand zu versetzen, den rhythmischen Wechsel von „Hin“ und „Her‘ zu verstärken oder von hier nach da zu pendeln.

Didaktisch kann unterschieden werden zwischen solchen Pendelbewegungen, die dadurch entstehen, dass der Körper selbst das Pendel ist (Reck, Ringe, Trapez) und solchen, bei denen der Körper auf oder mit einem pendelnden Gerät (Schaukel, Tau, Ringe) in Schwung kommt. In beiden Fällen kann der Anfangs- und auch Erhaltungsschwung durch aktive Körperbewegungen oder passiv durch Anschieben oder Anstoßen entstehen. Die Vielfalt der Pendelbewegungen ergibt sich aus den Polen „ohne Schaukelgerät“ und „mit Schaukelgerät“. Pendeln auf oder an einem Schaukelgerät ist leichter, weil der Körper ganz oder teilweise von dem Gerät gehalten wird. Das zentrale Thema des Pendelns ist das „In-Schwung-kommen“ und „Schwung-erhalten“. Während des Pendelns lassen sich verschiedene Beinbewegungen ausführen, die auch in Überschläge und Drehungen überführt werden können.

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10. Tabelle: Schwingen und Pendeln (B4)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

bepsILZStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
Grundthema 4: Schwingen und Pendeln Ziel: Den Körper durch eigene Kraft an Hang- und Stützgeräten zum Schwingen, Schaukeln und Pendeln* bringen und erfahren, wie Schwung gewonnen, erhalten und abgebremst werden kann. * Gemeint sind alle turnerischen Formen, die den Körper in einer Hang-, Sitz- oder Stützposition, mit und ohne Gerät (z .B. Schaukel) in Bewegung bringen.
x

Das Pendeln des Körpers spüren und aktiv beeinflussen.

 

Auf Schaukelgeräten sitzend, liegend oder stehend das Schaukeln des Körpers erleben.

 

Sich im Hang an unterschiedlichen Geräten mit Unterstützung von anderen in Schwung bringen.

Ich kann … - meinen Körper beim Schwingen erleben und selber Schwung geben. - auf Schaukelgeräten im Sitzen/Liegen/Stehen das Pendeln spüren und gut aushalten. - im Hang pendeln und mich mit meinem Körper in Schwung bringen.

Alleine oder synchron mit einem Partner/einer Partnerin Pendelbewegungen ausführen:

  • Arme, Beine und den Oberkörper nacheinander in Schwung bringen.
  • In 5er-Gruppen jeweils ein/e/n Schüler*in in Schwung bringen: Einer/eine liegt auf einer Matte, die anderen vier fassen je eine Hand bzw. ein Bein und heben die liegende Person an und bringen sie ins Schwingen.
  • Aufbau von Schaukelgeräten (z. B. Matte an den Tauen befestigt, großer Autoreifen in Ringe eingehängt, umgedrehter Kastendeckel mit einem Tau an der hohen Reckstange befestigt): Sich in die Schaukel legen, setzen oder auf der Schaukel stehen und sich mit Partnerunterstützung in Schwung bringen.
  • An Hanggeräten (Ringe, Taue, hohe Reckstange) mit Partnerhilfe in Schwung kommen und pendeln.
xx

Den eigenen Körper in Gruppen zum Pendeln bringen.

 

Auf einem Schaukelgerät selbständig in Schwung kommen, den Schwung erhalten und den Schwung abbremsen.

 

Selbständig an Hanggeräten (Ringe, Taue, Reck) in Schwung kommen.

Ich kann …

  • mit Hilfe der anderen pendeln und andere zum Pendeln bringen.
  • durch eigene Anstrengung die Schaukel zum Schwingen bringen und lange in Schwung bleiben.
  • an den Ringen und Tauen selbstständig in Schwung kommen.

In Gruppen gemeinschaftlich eine Person zum Pendeln bringen, z. B. jemand wie ein stehender Baumstamm von einer zur anderen Seite vorsichtig hin und her pendeln oder eine Person in Bauchlage an Hand/Arm und Fuß/Bein fassen und wie ein Flieger hin und her schwingen.

 

Ringe und Taue zu Schaukeln umbauen, z. B. Trapez in die Ringe einhängen, jeweils 2 Taue verknoten oder ein Brett in je zwei verknotete Taue einhängen. Hier kann das Schwungholen durch Schwerpunktverlagerung des Körpers geübt werden.

 

An Hanggeräten (Ringe, Taue, hohe Reckstange) mit Bodenkontakt der Füße selbständig in Schwung kommen. Dabei zunehmend höher schwingen.

xx

Aus dem Anlauf oder einer Erhöhung lange Pendelschwünge an Ringen und Tauen ausführen, dabei den Schwung verstärken und sicher den Schwung durch Auslaufen beenden.

 

Auf dem Trapez oder mit den Tauen durch eigenständiges Schwungverstärken lange Pendelschwünge erreichen.

 

Am Trapez, Reck oder an trapezähnlich konstruierten Geräten im Kniehang pendeln.

 

Zwischen Schwingen und Schaukeln unterscheiden und die verschiedenen Aktivitätsformen beschreiben.

Ich kann …

  • das Schwingen verstärken und sehr hoch pendeln.
  • von einer erhöhten Absprungfläche herunterschwingen und lange pendeln.
  • beim Schaukeln selbständig in Schwung kommen und den Schwung lange aufrechterhalten.
  • an den Schaukelgeräten im Kniehang schwingen

Ich weiß, …

  • wie ich den Körper bewegen muss, um in Schwung zu kommen und den Schwung zu erhalten.
  • den Unterschied zwischen Schwingen und Schaukeln.

Ringe und Taue bereitstellen, mit Matten den Boden auslegen und als Pendel- und Schwungstationen anbieten:

 

Aus dem Angehen/Anlaufen mit dem Tau lange Schwünge erreichen, von einer Erhöhung (Bänke, Kästen) losschwingen und den Schwung zunehmend verstärken.

 

Schaukeln auf einem Trapez (auch durch eingebaute Turnstäbe zwischen zwei Taue) oder auf zusammengeknoteten Tauen:

 

Schwung holen durch Schwerpunktverlagerung des Körpers, Schwung erhalten durch gleichmäßiges Schwungverstärken und Auspendeln.

 

Trapez und Reck in Schulterhöhe aufgebaut: Im Kniehang pendeln und mit Hilfe an den Händen/Armen vorsichtig aus dem Kniehang lösen und im Stand landen. Die Schwünge beim Schwingen im Hang und beim Schwingen auf der Schaukel beschreiben und die Unterschiede benennen.

 

Die unterschiedliche Körperaktivität beim Schwingen im Hang und beim Schaukeln beschreiben und erklären.

xx

Von einer erhöhten Fläche über ein Hindernis hinwegschwingen und auf der anderen Seite sicher landen.

 

Das Schwungverstärken experimentell durch verschiedene Übungssituationen sinnvoll einsetzen.

 

An einem Trapez von einer erhöhten Fläche in den Stütz springen, pendeln und nachvorne herunterschwingen (-drehen).

 

Sicher den Schwung an verschiedenen Geräten beenden.

 

Im Kniehang an verschiedenen Hanggeräten pendeln und turnerische Formen ausführen (z. B. Knieumschwung, Knieabschwung, Aufschwung zum Sitz).

 

An einem Stützgerät (Barren) den Körper in Schwung bringen und mehrfach zwischen den Holmen schwingen und aus dem Gerät über die Holme abschwingen.

 

Am hohen Reck im Langhang eigenständig in Schwung kommen und den Schwung für andere Bewegungsformen am Reck (z. B. Kippe) vorbereiten.

 

Das Schwingen im Hang und Stütz an den verschiedenen Geräten in seiner Funktionalität beschreiben und erklären.

 

Das Schwingen und Schaukeln als historische und aktuelle Formen der Zirkus- und Akrobatikkünste einordnen und erklären.

Ich kann …

  • an Hanggeräten von hier nach da, von einer Erhöhung über etwas hinweg und auf etwas hinaufschwingen.
  • und weiß, wie ich meinen Schwung verstärken, erhalten muss und ihn sicher beenden kann.
  • an einem Trapez oder auch einem Barren sicher im Stütz schwingen.
  • an einem beweglichen (Trapez) oder festen Gerät (Reck) im Kniehang schwingen und dabei verschiedene turnerische Formen ausführen.
  • am hohen Reck im Langhang schwingen und für andere turnerische Formen nutzen (z. B. Kippe).

Ich weiß, …

  • wie ich selbständig Schwung holen und diesen für turnerische Bewegungen nutzen kann.
  • welche Bedeutung das Schwingen und Schaukeln historisch hat und wie es heute in der Akrobatik seinen Platz hat.

Verschiedene Hang- und Stützgeräte aufbauen, die Gelegenheiten für turnerische Bewegungen schaffen. Alles muss immer gut mit Matten abgesichert sein. Reizvoll sind Formen des Trapezturnens im (Knie)Hang und im Stütz von erhöhten Flächen oder auf erhöhte Flächen hinauf.

 

Der Barren bietet Möglichkeiten für ein Aufgrätschen vorne und hinten sowie ein Kehren und Wenden aus dem Stützschwingen über den Holm hinweg zum Außenstand, aber auch durch hohes Schwingen die Vorbereitung zum Schwingen in den Handstand.

 

Die Übungssituation unter einer funktionalen Bewegungsperspektive analysieren: Wie komme ich in Schwung, wie kann ich den Schwung erhalten und wie kann ich ihn beenden.

 

Welche biomechanischen Prinzipien sind hier wirksam und wie verhalten sich diese im Körpererleben.

 

Formen des historischen Schaukelns ausprobieren und beschreiben können. Situationen konstruieren, die dem aktuellen akrobatischen Formen des Schwingens und Schaukelns ähnlich sind und sie im körperkulturellen Kontext der Gegenwart reflektieren.

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11. Kombithema B5: Turnen als Bewegungskunst

Das In diesem Lernangebot geht es um die Kombination einzelner Grundthemen und die Verbindung einzelner Turnübungen zu Bewegungsfolgen alleine oder in der Gruppe. Darüber hinaus enthält das Lernangebot Vorschläge zum Erlernen und Gestalten akrobatischer Bewegungskünste.

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12. Tabelle: Kombithema: Turnen als Bewegungskunst (B5)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

bepsILZStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
Kombithema: Turnen als Bewegungskunst gestalten Ziel: Das eigene turnerische Bewegungskönnen alleine oder in einer Gruppe zu Bewegungsfolgen gestalten sowie akrobatische Formen und Gerätekombinationen erproben*. * Gemeint ist der kreative Umgang mit dem erworbenen turnerischen Können nach eigenen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Interessen.
xAn einzelnen Geräten einzelne Bewegungsformen aus dem basalen und elementaren Zugang miteinander kombinieren und vorzeigen.

Ich kann …

  • Turnkunststücke an einem Gerät miteinander verbinden und vorzeigen.
  • Turnkunststücke mit eine/m/r Partner*in turnen.

Nach individuellen Interessen oder nach Wünschen einer Kleingruppe Geräte auswählen und aufbauen, an denen gelernte Bewegungsformen alleine oder mit Partner*innen zu Übungsfolgen verbunden werden.

 

Einzelne Bewegungskunststück mehrfach hintereinander turnen.

xxAn Gerätekombinationen einfache Bewegungsformen aus den verschiedenen Grundthemen des basalen und elementaren Zugangs mit eine/m/r Partner*in oder in der Kleingruppe gemeinsam ausführen und vorzeigen.

Ich kann …

  • Übungen mit eine/m/r Partner*in oder in einer Gruppe an einer Gerätekombination turnen.
  • mit anderen eine Vorführung unserer Turnkunststücke gestalten

Lernvorschlage zur Gestaltung von gemeinsamen Turnübungen an Gerätekombinationen:

  • verbindet drei (oder mehr) verschiedene Bewegungsformen an Gerätekombinationen aus einem oder mehreren Grundthemen miteinander (z. B. Verbinde das Balancieren auf einer Bank mit einem Rollen auf der Turnmatte und dem Schwingen an einem Tau)
  • kombiniert gemeinsam mit eine/m/r Partner*in oder einer Gruppe Übungsfolge mit einzelnen Kunststücken an Gerätekombinationen
xxTurnübungen aus verschiedenen Grundthemen an einzelnen Geräten oder Gerätekombinationen des primaren Zugangs üben und vorzeigen. In einer Gruppe an selbst gewählten Gerätekombinationen aus verschiedenen Grundthemen des primaren Zugangs eine turnerische Gruppenchoreographie gestalten. In einer Gruppe einfach akrobatische Kunststücke üben und vorführen.

Ich kann …

  • verschiedene Turnübungen an den Geräten miteinander verbinden und vorzeigen.
  • mit anderen zusammen eine turnerische Bewegungskombination gestalten.
  • mit anderen Kindern akrobatische Kunststücke vorführen.

Aufbau von Gerätekombinationen für selbsterstellte Turnübungen.

 

Übungen aus den verschiedenen Grundthemen in der Gruppe miteinander verbinden und zu einer turnerischen Choreographie gestalten.

 

Nach Vorlage ausgewählter Figuren und mit entsprechender Hilfe einzelne akrobatische Kunststücke üben und vorzeigen (z. B. Partnerpyramiden, Dreierpyramiden, Bank, Stuhl).

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Aus verschiedenen Grundthemen und Gerätekonstellationen nach eigenem Vermögen turnerische Fertigkeiten kombinieren und aufführen.

 

Eine turnerische Gruppenchoreographie aus den unterschiedlichen Grundthemen in einer Kombination von Geräten selbständig entwickeln, üben und aufführen. Mit eine/m/r Partner*in oder in einer Gruppe altersangepasste akrobatische Kunststücke üben und vorzeigen.

 

Turngeräte für Formen des Le Parkour aufstellen und mit turnerischen Bewegungen bewältigen. Turnen als Le Parkour jugendlicher Lebenswelt einschätzen/reflektieren

Ich kann …

  • einzelne Turnübungen an den Turngeräten oder an Gerätekombinationen miteinander verbinden und vorzeigen.
  • mit anderen in der Gruppe eine Turnchoreographie einüben und vorzeigen.
  • akrobatische Figuren mit dem/der Partner*in oder in Gruppen einüben und aufführen.
  • mit anderen eine Pyramide bauen und vorzeigen.
  • mit verschiedenen Sprüngen Hindernisse überlaufen.

Einzelgeräte oder Gerätekombinationen aufbauen, die geeignet sind, um Übungsverbindungen aus turnerischen Fertigkeiten nach den Vorstellungen einzelner Schüler*innen oder kleiner Gruppen zu ermöglichen.

 

Dazu gehören die turnerischen Fertigkeiten der vier Grundthemen aus dem sekundaren Zugang.

 

In Gruppen eine Turnchoreographie erstellen und aufführen.

 

Weitere Übungsgelegenheiten für akrobatische Kunststücke: wie oben für den primaren Zugang, erweitert durch: Vierer-, Fünfer, Sechserpyramiden, Flieger vw., rw., Gallionsfigur, Schulterstand, Übereinanderstehen (siehe: Linkangaben oben).

 

Turngeräte für Le Parkour aussuchen und für Sprünge so kombinieren, dass sie nach der Idee des Le Parkour bewältigt werden können (siehe angegebene Linkliste).

 

Die Idee des Le Parkour verstehen, erklären und reflektieren.

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