Bewegen im Wasser – Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen (Stufenmodell C1-5)

Einreichungsfassung vom 09.02.2023
Eingereicht von Ralf Laging & Reiner Hildebrandt-Stramann

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung Stufenmodell C: Bewegen im Wasser – Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen
  2. Literaturverzeichnis (C)
  3. Grundthema C1: Springen im und ins Wasser
  4. Tabelle: Springen im und ins Wasser (C1)
  5. Grundthema C2: Schweben im Wasser – Schwere und Auftrieb
  6. Tabelle: Schweben im Wasser – Schwere und Auftrieb (C2)
  7. Grundthema C3: Tauchen – im Wasser versinken
  8. Tabelle: Tauchen – im Wasser versinken (C3)
  9. Grundthema C4: Sich antreiben und wassersicher schwimmen
  10. Tabelle: Sich antreiben und wassersicher schwimmen (C4)
  11. Kombithema C5: Gestalterisches Schwimmen
  12. Tabelle: Gestalterisches Schwimmen (Kombithema C5)

1. Einleitung Stufenmodell C: Bewegen im Wasser – Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen

Um was geht es beim Schwimmen?

Im Schwimmunterricht der Schule geht es darum, Kinder und Jugendliche in ihrem Prozess des Schwimmen-Lernens und der vielfältigen Nutzung des Bewegungsraumes Wasser so zu unterstützen, dass sie mit dem Element Wasser vertraut werden. Kinder und Jugendliche sollen das „Sich-Bewegen im Wasser“ als lustbetonte Handlung erleben. Im Zentrum dieser Zielsetzung steht die Entwicklung des „Wasserbewegungsgefühls“. Es bezeichnet die Fähigkeit, „auf die Gegebenheiten des Wassers situativ angemessen zu reagieren, sie in der Bewegung sensibel wahrzunehmen und die Bewegung fein darauf einzupendeln“ (Lange & Volck, 1999, S. 21). Diese Zielsetzung gilt für alle Zugänge der bewegungsmäßigen Auseinandersetzung mit dem Element Wasser.

Eine derart komplexe Fähigkeit wie das „Wasserbewegungsgefühl“ lässt sich nur aus elementaren Bewegungserfahrungen entwickeln, die Kinder und Jugendliche im Umgang mit dem Wasser, seinen Ambivalenzen und Besonderheiten erwerben. Solche elementaren Bewegungserfahrungen sind z. B., dass

  • man vom Wasser getragen werden kann,
  • man im Wasser auch versinken kann,
  • das Wasser die Bewegungen bremst,
  • man an und unter der Wasseroberfläche gleiten und wie ein „Pfeil“ durchs Wasser schießen kann,
  • man sich vom Wasser abdrücken und sich durch das Wasser ziehen kann,
  • man sich im Wasser aufgrund der Veränderungen des Gleichgewichtsgefühls neu orientieren muss,
  • man auf unterschiedliche Arten in das Wasser hineinkommen kann und
  • das Gruppenschwimmen eine Form der sozialen Bewegungsbeziehung sein kann.

Alle Erfahrungen beziehen sich auf die besonderen Kräfte und Wirkungen des Elements Wasser: Erfahrungen des Auftriebs, des Wasserdrucks, des Widerstandes, der Schwerkraft, der Hydrodynamik. Gleichzeitig vermitteln diese Sachgegebenheiten Erfahrungen des Körpers: Das Wasser drückt gegen den Körper und bremst schnelle Bewegungen, beim Untertauchen empfindet man die Schwerelosigkeit seiner Bewegungen, beim Brandungsbaden spürt man die Wucht der Wellen. Diese physikalischen Gegebenheiten des Wassers einerseits und die damit verbundenen Körpererfahrungen andererseits sind wichtige Bedingungen zur Strukturierung von Lernprozessen bei allen Zugängen im Element Wasser

Zum Inhaltsverzeichnis zurück

Zugänge im Bewegungsfeld „Bewegen im Wasser“

Im Zentrum des Lernens steht eine Zentrierung der Aufmerksamkeit auf das, was das Eigentliche des Gegenstandsbereiches ausmacht: Menschen bewegen sich in dem Medium Wasser, das in besonderer Weise auf den Körper einwirkt. Dieses Besondere sowohl des Mediums Wasser als auch der menschlichen Bewegung im Wasser gilt es in Schwimmlehrgängen zu entdecken und zu erfahren und in einem Prozess der zunehmenden Intensivierung und Vertiefung des Bewegungsidalogs mit dem Wasser die komplexe Fähigkeit des Wasserbewegungsgefühls auszubilden. Der Prozess des Schwimmenlernens geschieht auf unterschiedliche Weise, die in den vier Zugängen zum Ausdruck kommen.

Zunächst geht es um Lernanlässe für Kinder mit sehr unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen zur erkundenden Begegnung mit dem Wasser, die ein breites Bewegungsspektrum ermöglichen. Aus diesen Situationen des freien Erkundens ergeben sich konkretere Bewegungsanlässe für die vier beschriebenen Grundthemen „Springen im und ins Wasser“, „Im Wasser schweben – Schwere und Auftrieb“, „Tauchen – im Wasser versinken“ und „Sich antreiben und wassersicher schwimmen“, die schließlich konkrete Problemfragen aufwerfen, an denen sich der Lernprozess orientiert.

Die schwimmerische Erschließung des Elements Wassers ist dagegen immer mit einer Kanalisierung auf die Bewegungsbedeutung des sportlichen Schwimmens verbunden. Es handelt sich letzlich um einen Prozess der Formung der Bewegung. Im Zentrum des Bewegungslernens steht allerdings nicht die Form selbst als fertige Lösung, sondern die Funktion, die mit der Bewegung erfüllt werden soll. Deshalb sind die Lernanlässe aus einer funktionalen Sicht zu gestalten. Die leitende Frage eines problemorientierten Vorgehens ist demnach die nach dem „Was“ und nicht nach dem „Wie“: Was muss der/die Schwimmende tun, um sich im Wasser schwimmerisch fortzubewegen?

Die sachbezogene Antwort lautet:

  • Sich mit Händen, Armen und Füßen vom Wasser abdrücken bzw. abstoßen.
  • Sich durch das Wasser ziehen.
  • Sich mit dem Körper durch Beinbewegungen durch das Wasser schieben.

Zum Inhaltsverzeichnis zurück

Lernanlässe sollten so gestaltet sein, dass sich alle Lernenden – unabhängig von ihren unterschiedlichen körperlichen Möglichkeiten – mit problemorientierten Bewegungsaufgaben auseinandersetzen können und am Bewegungseffekt feststellen, ob die Bewegungsausführung die Funktion erfüllt oder nicht.

Mit dem nun erworbenen Können haben die Lernenden die Möglichkeit, Handlungssituationen im Wasser aus eigenem Vermögen neu zu gestalten. Hier geht es um die „erfinderische Gestaltung des Gekonnten“ (Tamboer, 1979). Lerntheoretisch spielen auch hier Ich-Umfeld-Zentrierungen und Kontrasterfahrungen eine entscheidende Rolle. Lernanlässe für das erfinderische Gestalten bieten sich auf vielfältige Weise, z. B. bildet das „Brustschwimmen vorwärts rückwärts“ eine anspruchsvolle Differenzierungsaufgabe, um die vorhandenen Wahrnehmungs- und Bewegungsschemata umzustrukturieren. Lerntheoretisch geht es auf diesem Aufgabenniveau darum, bestehende Assimilationspläne zur Lösung des Problems zu verändern, d.h. zu differenzieren und durch reziproke Assimilation zu neuen, problemgerechteren Plänen zu koordinieren, z. B. beim Brustschwimmen die Arm- und Beinbewegung entgegen der „bekannten“ Bewegungsrichtung zu ändern oder eine Spürfähigkeit für „neue“ Abdruckflächen vom Wasser (Oberschenkel der Beine) zu entwickeln. Vom Lernenden wird ein völliges Umzentrieren der Abdruckverhältnisse verlangt, was durch ein vielfältiges Üben und Experimentieren mit den individuellen leiblichen Abdruckmöglichkeiten und dem Erspüren des Wassers gelingt.

Für die schwimmerische Auseinandersetzung mit dem Wasser eignen sich hierfür besonders Problemformulierungen in Form von Kontrastaufgaben. Gestalttheoretisch gesehen unterstützen Kontrastaufgaben in extremem Ausmaß die Ich-Umfeldzentrierung beim sportlichen Schwimmen, also das, worauf es ankommt: nämlich z. B. das Gefühl, Wasser mit den Händen ergreifen zu können, auch wenn es sofort seitlich an den Händen vorbeifließt, es unterstützt das Gefühl, dass dem Schwimmenden „Schwimmhäute“ zwischen den Fingern gewachsen sind, wenn sie sich effektiv, d. h. mit Vortriebsgewinn, vom Wasser abdrücken können. Aus diesem Grund sind viele Lernaufgaben als Kontrastaufgaben formuliert, nämlich wenn es z. B. beim Sich-Antreiben mit den Armen beim Brust- und auch beim Kraulschwimmen darum geht, mit unterschiedlichen Handstellungen und Handhaltungen zu experimentieren (z. B. Faust, gespreizte Finger, über die Hand gezogene und am Handgelenk verschlossene Gefrierbeutel), beim Brustschwimmen die Arme abwechselnd über und unter Wasser nach vorne zu bringen oder beim Kraulschwimmen die Arm- und Beinzyklen von Bahn zu Bahn zu variieren.

Ein problemorientiertes Schwimmenlernen bedarf bei allen vier Zugängen entwicklungsangemessene Formen der Reflexion über die Bewegungsaufgaben im Wasser. Diese ergeben sich in der Partnerarbeit, wenn man sich gegenseitig beobachtet oder wenn man sich z. B. gegenseitig an einem Tau durch das Wasser zieht und man dabei spürt, ob der/die Partnerin im Wasser durch seine Bewegungsausführungen das Ziehen erleichtert oder erschwert. Sie ergeben sich aber auch dann, wenn man mit den Schülerinnen gemeinsam die Funktion der Bewegung reflektiert und damit die Sinnhaftigkeit der Bewegung verdeutlicht, z. B. mit Fragen zur Funktionalität der Armbewegung beim Brust- und auch beim Kraulschwimmen (Welche Bewegung ist funktional, wenn die Arme abwechselnd über und unter Wasser nach vorne gebracht werden sollen? Warum wird beim Kraulschwimmen abwechselnd immer eine Hand über Wasser nach vorne und die andere unter Wasser nach hinten geführt?). Auf diese Weise lassen sich bei allen Zugängen Denken und Machen verbinden.

1. 1: Basaler Zugang: Körpererfahrung in Bewegung

Das übergeordnete Anliegen des basalen Zugangs ist es, den Kindern Freude und Spaß bei der bewegungsmäßigen Auseinandersetzung mit dem Element Wasser zu vermitteln – und dies gerade im Hinblick auf die unterschiedlichen körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Voraussetzungen der Kinder. Das gelingt, wenn sie

  • mit Lust in das Wasser gehen und springen,
  • eintauchen und neugierig auf die Welt unterhalb der Wasseroberfläche sind,
  • sich bereitwillig entspannt dem Wasser hingeben und vom Wasser tragen lassen und
  • sich lustvoll mit und ohne Hilfsmittel in alle Richtungen im Wasser bewegen.

Didaktisch gesehen kommt es darauf an, spielerische und variationsreiche Erfahrungssituationen zu inszenieren, in denen die Lernenden eine Vielzahl an elementaren Bewegungs- und Wassererfahrungen sammeln können.

Fazit:

Der basale Zugang ermöglicht den Kindern, die Eigenschaften des Wassers durch vielfältige spielerische Formen kennenzulernen. Sie gewinnen ein Gespür für die körperlichen Möglichkeiten des Bewegens im Wasser.

1.2: Elementarer Zugang: Bewegen- und Wahrnehmen

Beim elementaren Zugang kommt es darauf an, ein Gespür für den Zusammenhang zwischen gestreckter Körperlage im Wasser, den Ein- und Ausatmungszuständen und der Position des Körpers im Wasser (Schwebe-, Sink-, Auftriebsposition) zu entwickeln. Dieses Gespür muss immer auch mit dem Erlernen eines sicheren Umgangs im Wasser verbunden sein, was als Voraussetzung für das „Schwimmen können“ anzusehen ist. Das entscheidende Kriterium für die Schwimmfähigkeit am Ende dieser Lernstufe ist die Qualität der Wassersicherheit und nicht etwa allein das ausdauernde Schwimmen. Zur Wassersicherheit gehören das kontrollierte und angepasste Atmen, das Gefühl des Auftreibens (Schweben), das Einnehmen einer widerstandsarmen Wasserlage (Gleiten), das Hineinspringen ins Wasser und das Drehen um die verschiedenen Körperachsen.

Das „Schwimmen können“ ist mit dem Erlernen einer schwimmerischen Bewegung verknüpft, die im Übergang vom zweiten zum dritten Zugang in den Mittelpunkt rückt. Dazu sind die folgenden schwimmdidaktischen Überlegungen zu reflektieren. Zunächst einmal sind grundsätzlich alle Schwimmarten als Erstschwimmarten geeignet. Die Entscheidung liegt in der Regel zwischen dem Brust- und Kraulschwimmen. Das grundlegende Bewegungsproblem bei der schwimmerischen Erschließung der Bewegungssituation Wasser liegt darin, den Wirkungszusammenhang zwischen Auftrieb, Antrieb und Widerstand für das Vorwärtskommen zu nutzen.

A) Aus sachlogischer Sicht spricht für das Brustschwimmen, dass

  • die Antriebspausen der Armzug- und Beinschlagbewegung (Schwunggrätsche) eine länger andauernde, ökonomische und weniger Kraft fordernde Vortriebsorganisation ermöglichen. Dies begünstigt das Absolvieren längerer Strecken.
  • die Beinbewegung gegenüber den anderen Schwimmarten einen höheren Anteil an der gesamten Vortriebsleistung erbringt, da die vorhandene Beinmuskulatur effizienter eingesetzt werden kann.
  • eine gute räumliche Orientierung in Schwimmrichtung (im Vergleich zum Kraul- und Rückenkraulschwimmen) und eine einfachere Ein- und Ausatmung innerhalb des Bewegungsablaufes (im Vergleich zum Kraulschwimmen) ermöglicht, weil sich der Kopf zumindest zeitweise außerhalb des Wassers befindet.
  • es bewegungstechnisch grundlegend für das Rettungsschwimmen ist.

B) Aus sachlogischer Sicht spricht für das Kraulschwimmen, dass

  • es durch eine alternierende Grundstruktur der Bewegung bestimmt ist, die dem Mensch von Geburt an für jegliche Fortbewegung gegeben ist.
  • sich während des gesamten Bewegungsvollzugs nahezu alle Körperteile im Wasser befinden, d.h. gegenüber den anderen Schwimmarten eine weitaus höhere Auftriebswirkung des Wassers gegeben ist, die für Kinder dann spürbar wird, wenn sie einen entsprechenden Vortrieb erlangen.
  • es in Verbindung mit dem Einsatz von Flossen gelernt werden sollte, die einen großen Vortrieb und damit ein schnelles Fortbewegen bewirken. Der Einsatz von Flossen erhöht unter Umständen die Motivation und unterstützt bei eingeschränkten körperlichen Möglichkeiten das gefühlt des Vortriebs.

Hier wird für den zweiten und dritten Zugang das Kombinationsprinzip vorgeschlagen, weil auf der Grundlage der Wassererfahrungen des basalen und elementaren Zugangs die Gewandtheit und Koordination besonders gut entwickelbar sind, viele variable Übungen das Lernen von neuen Bewegungen erleichtern und in Verbindung mit erfahrungsoffenen Lernsituationen die Kreativität und die Motivation der Lernenden gefördert wird.

Fazit: Beim elementaren Zugang lernen Kinder den grundlegenden Zusammenhang von Körperlage, Auftrieb und Vortrieb im Wasser als Voraussetzung für die schwimmerische Erschließung des Wassers.

1.3: Primarer Zugang: Sportliches Handeln- und Urteilen

Der primare Zugang soll beim Erlernen schwimmerischer Bewegungen das Gespür für den Wirkungszusammenhang zwischen Auftrieb, Antrieb und Widerstand beim Vorwärtskommen verfeinern. Ein solches „Feingespür“ lässt sich am Beispiel des Kraulschwimmens gut nachvollziehen: Nach dem flach angesetzten Kopfsprung wird eine strömungsgünstige Lage für die – vor allem anfangs schnelle – Gleitstrecke gefunden (Gleiten). An deren Ende, kurz bevor das Nachlassen der Geschwindigkeit bemerkt wird, rollt der Körper wohl dosiert um die Längsachse (Körperlage/Körperspannung). Dabei wird die überaus komplexe Abstimmung des Muskeleinsatzes bzw. die umfassende Koordination aller antrieberzeugender und kompensatorischer Bewegungen aufgrund der Vielzahl möglicher Variationen jedes Mal neu erlebt. Durch die Notwendigkeit, Abdruck zu finden, um Antrieb zu bewirken, wird die Komplexität noch weiter vergrößert: Die Arme werden in eine treffende Position für den Abdruck gebracht (Vortrieb). Während des Gleitens wird die schnelle Strömung des Wassers differenziert wahrgenommen; der Aufbau von Körperspannung wird permanent reguliert, obwohl sich – von außen betrachtet – kaum etwas zu verändern scheint. Allein der rhythmische Wechsel des Armzuges vermag das pfeilschnelle Gleiten aufzubrechen. Die Zyklen aus rechtem und linkem Ziehen werden mit dem Rollen des Körpers auf die jeweilige Seite verbunden und durch das sensible Erspüren der Widerstände gesteuert (Rhythmus). Wenn diese Feinabstimmung gelingt, werden dynamische Momente integriert. Es wird versucht, den sicher erfühlten Widerstand mit einer beschleunigten Abdruckbewegung zu unterlegen (Dynamik). Erfolg wird unmittelbar durch spürbaren Geschwindigkeitsgewinn ausgedrückt, Misserfolg zeigt sich im Spritzen, Plumpsen und wirkungslosen Durchziehen. Diese Erfahrungen sollen allen Lernenden mit ihren je unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen und Wassererfahrungen ermöglicht werden. Auf der Grundlage dieser Skizze können mindestens fünf Funktionen des Fortbewegens im Wasser als Anhaltspunkte für die Sachorientierung erschlossen werden:

  • das Gleiten (sich liegend im Wasser fortbewegen)
  • der Vortrieb (das Wasser fassen, sich durch das Wasser ziehen, sich vom Wasser abdrücken und abstoßen)
  • die Körperlage/Körperspannung
  • der Rhythmus
  • die Dynamik/das Beschleunigen

Diese Funktionen des Sich im Wasser Fortbewegens werden durch die Entwicklung folgender koordinativer Fähigkeiten unterstützt:

  • Entwicklung der Kopplungsfähigkeit, d. h. die Schülerinnen lernen, Teilkörperbewegungen, z. B. Arm- und Beinbewegung, zweckgerichtet auf die Gesamtvortriebsleistung zu organisieren.
  • Entwicklung der kinästhetische Differenzierungsfähigkeit, d. h. die Schülerinnen erspüren, Nuancen in der zeitlichen, räumlichen und dynamischen Struktur der Bewegung im Wasser zu unterscheiden, Winkelkonstellationen in den Gelenken der Extremitäten für den bestmöglichen Abdruck vom Wasser variieren zu können.
  • Entwicklung der Gleichgewichtsfähigkeit, d. h. die Lernenden stabilisieren durch Beanspruchung des vestibulären Systems ihre strömungsgünstige Wasserlage.
  • Entwicklung der Orientierungsfähigkeit, d. h. Schüler*innen lernen, die Lage und Bewegung des Körpers im Wasser in Raum und Zeit insbesondere durch Kopfsteuerung zu bestimmen und zu verändern.
  • Entwicklung der Rhythmisierungsfähigkeit, d. h. die Lernenden erfassen den im Schwimmen charakteristischen dynamischen bzw. kontinuierlichen Wechsel von Arm- und Beinbewegungen in einem Ablauf-Zyklus und verwirklichen ihn bewusst im Handlungsvollzug.

Fazit: Der primare Zugang ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, den Wirkungszusammenhang zwischen Auftrieb, Antrieb und Widerstand für das schwimmerische Vorwärtskommen im Wasser zu nutzen und den erfühlten Widerstand mit einer beschleunigten Abdruckbewegung im Wasser zu beantworten.

1.4: Sekundarer Zugang: Sport- und bewegungskulturelle Partizipation im Handeln und Wissen

Der sekundare Zugang ist zweigeteilt: In einem ersten Teil geht es um ein ästhetisches Moment des Bewegungslernens, die Bewegungsgestaltung. Aufbauend auf dem im zweiten und dritten Zugang erworbenen Feingefühl für das schwimmerische Fortbewegen im Wasser sollen die koordinativen Fähigkeiten in neuen schwimmerischen Bewegungsinszenierungen wie die neuartige Verbindung von Gleich- und Wechselschlagschwimmbewegungen, das Erlernen einer neuen Schwimmform wie das Brustschwimmen „vorwärts rückwärts“, die Entwicklung einer Choreografie im Gruppenschwimmen oder auch in kooperativen und komparativen Gruppenwettkämpfen angewendet und ausgebaut werden, wobei vor allem dann, wenn es um die komparative Funktion des Schwimmens geht, die Gleichheit in den Chancen durch differenzierte Wettkampfsituationen gegeben sein muss.

Darüber hinaus geht es in einem zweiten Teil darum, sport- und bewegungskulturelle Partizipationskompetenz im Handeln und Wissen zu erlangen. Dies kann z. B. in einem fächerübergreifenden Projekt gelingen, in dem sich die Schüler*innen Wissen über die sozial-historische Entwicklung der Bade- und Schwimmkultur aneignen und dazu eigene praktische Ideen im Wasser entwickeln und aufführen.

Fazit: Der sekundare Zugang gibt Jugendlichen die Lerngelegenheit, das schwimmerische Fortbewegen in neuen Bewegungsinszenierungen im Wasser zu gestalten und bewegungskulturell zu reflektieren.

Exkurs: Die Umzentrierung der Wahrnehmung beim Schwimmenlernen

Die Frage der Umzentrierung der Wahrnehmung ist beim Schwimmenlernen von elementarer Bedeutung. Das zeigt sich oft bei Kindern, die sich brustschwimmend fortbewegen und dabei eine starke Schräglage des Körpers im Wasser einnehmen. Eine Hauptursache liegt darin, dass diese Kinder noch kein Vertrauen in die Tragfähigkeit des Wassers gewonnen haben und deshalb sowohl den Kopf verkrampft in den Nacken nehmen und angestrengt über Wasser halten als auch mit den Füßen nach sicherem Bodenkontakt suchen. Die Bewegungshandlungen mit ihren Bedeutungen stehen ihrerseits unter dem Einfluss übergeordneter psychischer Bezugssysteme der Motivation und der Emotion. So ist es den Schwimmanfängern oft nicht möglich, sich der Tragfähigkeit des Wassers zu überlassen, weil sie Angst haben, in diesem Element unterzugehen. Das übergeordnete Bezugssystem „im Wasser untergehen und keine Luft bekommen“ steckt den Rahmen für mögliche Wahrnehmungen ab. In solchen Fällen ist es notwendig, zunächst das übergeordnete Bezugssystem zu verändern, um dem Lernenden den Weg zu relevanten Wahrnehmungen zu öffnen. Dabei ist zu bedenken, dass die Auftriebseigenschaften des Wassers nur im Bewegungsvollzug wahrgenommen werden können. Sowohl diesen Kindern als auch jenen, bei denen nicht auf ein solches Bezugssystem zurückgegangen werden muss, sollten Lernanlässe angeboten werden, in denen sie die Tragfähigkeit des Wassers körperlich mit Hilfe von Auftriebsmaterialien in Erfahrung bringen können, auf die man sich setzen, stellen, legen kann, ohne unterzugehen. Erst eine grundlegende Umstrukturierung vorhandener – z. B. dysfunktionaler – Wahrnehmungsschemata führt zur Verwirklichung der Zielsetzung der schwimmerischen Erschließung des Wassers.

Besonders nach der erlernten Erschließung des Wassers bieten sich zahlreiche Lernanlässe zur Umstrukturierung der Wahrnehmungsschemata durch erfinderisches Gestalten im Wasser an. So können Lernprozesse beispielsweise durch spiegelsymmetrisches Vormachen bei gleichzeitigem Nachmachen unterstützt werden. Bei dieser Art des Modelllernens wird aus gestalttheoretischer Sicht der Nachmachende durch den Vormachenden in die Gestalt der Bewegung „hineingezogen“. Dieses „Hineinziehen“ gelingt dann, wenn der Lernende seine Wahrnehmung zunehmend von einer „Ich-Zentrierung“ auf eine „Umfeld-Zentrierung“ umstrukturiert. Verbindet man das Problem der Umstrukturierung mit gruppenbezogenen Aufgaben, wie z. B. Bilder- und Gruppenschwimmen, dann rückt zusätzlich die soziale Bedeutung von Bewegung in den Mittelpunkt der erfinderischen Gestaltung. Zum Bilder- und Gruppenschwimmen gehören sog. Körperverbindungen, die ein bewusstes Eingehen von leiblichen Bewegungsbeziehungen erfordern. Lerntheoretisch geht es um Zeit- und Raummerkmale beim Bewegungslernen, wenn der/die Schwimmende sich auf die Geschwindigkeit seiner Partner bzw. Partnerinnen im Raum einlassen muss.

Grundthemen im Bewegungsfeld „Bewegen im Wasser“

Wir haben die zuvor genannten Bewegungserfahrungen in die folgenden vier Grundthemen zusammengefasst:

  • Springen im und ins Wasser
  • Schweben im Wasser – Schwere und Auftrieb
  • Tauchen – im Wasser versinken
  • Sich antreiben und wassersicher schwimmen

Die elementaren Bewegungserfahrungen in den Grundthemen sind über Bewegung zugänglich und hängen mit den Eigenschaften des Wassers zusammen. Dabei ist immer zu bedenken, dass die erfahrenen Eigenschaften des Wassers auf die Qualität der Bewegungen im Wasser zurückwirken. Erst in dieser wechselseitigen, dialogischen Beziehung zwischen Mensch und Wasser kann sich das ausbilden, was zuvor mit „Wasserbewegungsgefühl“ als grundlegende Zielsetzung für einen Schwimmunterricht in der Schule ausgewiesen wurde. Das folgende Lernangebot zum „Bewegen im Wasser“ ist nach diesen Grundthemen strukturiert, in die jeweils fachbezogen eingeführt wird.

Download
Stufenmodelle Sport (C1-C5) als


Zum Inhaltsverzeichnis zurück


2. Literaturverzeichnis C

  • Fokken, I., Staub, I. & Vogt, T. (2021). Tauchen, Schweben, Gleiten – und wann lernen die Kinder endlich schwimmen? Grundschule, (2), 22-25.
  • Hildebrandt-Stramann, R. (2001). Sich im Wasser antreiben. sportpädagogik, 25 (4), 9-11.
  • Hildebrandt-Stramann, R. (2002). Tauchen erleben und erfahren. sportpädagogik, 26 (5), 23-27.
  • Hildebrandt-Stramann, R. (2009). Bewegen im Wasser – Schwimmen in der Schule. In R. Laging (Hrsg.), Inhalte und Themen des Bewegungs- und Sportunterrichts (S. 278-304). Schneider.
  • Hildebrandt-Stramann, R. (2010). Tauchen aufgabenorientiert erfahren. In M. Giese (Hrsg.). Sport- und Bewegungsunterricht mit Blinden und Sehbehinderten. Band 2: Praktische Handreichungen für den Unterricht (S. 47-58). Meyer & Meyer.
  • Hildebrandt-Stramann, R. (2017). Bewegungsfeld “Bewegen im Wasser”. Sportunterricht, 66 (2), S. 1-6.
  • Lange, J. & Volck, G. (1999). Schwimmen und Schwimmunterricht in der Schule. Sportpädagogik, 23 (5), 16-26.
  • Rheker, U. (2003). Spiele zum Tauchen für alle Schüler. sportpädagogik 27 (4), 32-36.
  • Tamboer, J. (1979). Sich Bewegen – ein Dialog zwischen Mensch und Welt. sportpädagogik, 3 (2), 14-19.
  • Ungerechts, B., Volck, G. & Freitag, W. (2002). Lehrplan Schwimmsport. Band 1: Technik. Hofmann.
  • Volck, G., Freitag, W., Hohmann, A. & Ungerechts, B. (2012). Lehrplan Schwimmsport. Band 2: Vermittlung und Training im Schwimmen. Hofmann.

3. Grundthema C1: Springen im und ins Wasser

Das Springen ins Wasser ist eine Form des Ins-Wasser-Hineinkommens. Weitere Formen sind das Ins-Wasser-Hineingehen, z. B. über Stufen, des Ins-Wasser-Hineinsteigens über eine Leiter, das Ins-Wasser-Hineinschwingen über ein an einem Sprungturm befestigtes Tau oder das Ins-Wasser-Hineinrutschen über eine Rutsche oder einer aus einer festen Badematte gestalteten schiefen Ebene. Das Springen ins Wasser übt dabei auf Kinder und Jugendliche eine große Faszination aus. Aus der Möglichkeit des vielfältigen und erfinderischen Eintauchens können nach und nach kontrollierte Sprünge mit sicherem Eintauchen ins Wasser entstehen. Die Experimentierfreude entsteht meist dadurch, dass nach dem Kontaktverlust mit dem Boden bzw. Sprungbrett oder Startblock für einen Moment das Gefühl des Fliegens aufkommt und anschließend das kontrollierte und sichere Eintauchen ins Wasser gesucht wird. Dabei können zwei unterschiedlichen Bewegungsbedeutungen das Handeln leiten: Zum einen kann es darum gehen, widerstandsarm einzutauchen (schräg, spritzerlos und mit maximaler Körperspannung, wie beim Startsprung), so dass der Bewegungsimpuls aus dem Abdruck direkt in die Vortriebsbewegung beim Gleiten mit anschließender maximaler Schwimmgeschwindigkeit übertragen wird. Zum anderen kann es darum gehen, mit maximalem Widerstand einzutauchen, um möglichst viel Wasser zu verdrängen. Die Sprünge erfolgen in der Regel in einem 90-Grad-Winkel zur Wasseroberfläche, wobei mit dem Körper eine maximal große Widerstandsfläche gebildet wird. Die Folge sind ein dumpfes Eintauchgeräusch und mehr oder weniger große Wasserfontänen. Bei Kindern und vor allem bei Jugendlichen sind entsprechende „Paketsprünge“ ein Ausdruck von Mut und Präsentationsbedürfnis, weil auch diese Sprünge gekonnt sein müssen, um schmerzfrei einzutauchen.

Das Springen im Wasser dient der Wassergeschicklichkeit. Das Gespür von geschicktem Bewegen im Wasser können Lernende z. B. bei sog. Delfinsprüngen durch einen Gymnastikreifen oder bei Salti vorwärts und rückwärts über einen Stab, eine Nudel etc. ausbilden. Sie müssen nach dem kräftigen Abspringen vom Beckenboden geschmeidig, d. h. widerstandsarm, mit über den Kopf gestreckten Armen kopfwärts eintauchen und anschließend mit den Armen die beabsichtigte Bewegungsrichtung einleiten – entweder vorwärts nach oben (Delfinsprünge) oder nach rückwärts gerichtet mit anschließender Drehung um die Körperquerachse (Salto).

Zum Inhaltsverzeichnis zurück

4. Tabelle: Springen im und ins Wasser (C1)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

b

epsILZStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
Grundthema 1: Springen im und ins Wasser Ziel: Auf vielfältige Weise ins Wasser hineinspringen und durch Sprünge im Wasser ein- und auftauchen können* * Gemeint sind alle denkbaren aktiven und passiven Formen, die das Ein- und Auftauchen ins und im Wasser ermöglichen
x

Mit Unterstützung/Hilfe von anderen Personen ins Wasser gelangen. Über Treppen-/Leiterstufen selbständig ins Wasser gehen. Über eine schiefe Ebene im Sitzen/auf dem Bauch liegend/auf dem Rücken liegend ins Wasser rutschen. Vom Beckenrand ins Wasser springen.

Ich kann …

  • von anderen Personen ins Wasser getragen werden. 
  • über Treppen und Leitern selbständig ins Wasser gelangen. 
  • auf einer schiefen Ebene sitzend/auf dem Bauch bzw. Rücken liegend ins Wasser rutschen.
  • alleine vom Rand ins Wasser springen

Von einer Person auf den Armen ins Wasser getragen werden.

Auf einem von zwei Personen getragenen großen Handtuch/Laken liegend ins Wasser getragen werden.

Über einen Treppenzugang/eine Leiter ins Wasser gehen.

Über eine schiefe Ebene (z. B. bestehend aus einer an einem Startblock befestigten großen, festen Badematte) ins Wasser rutschen.

Aktiv vom Rand des Beckens ein- oder beidbeinig ins Wasser springen.

xxVerschiedene Sprünge im Wasser ausführen. Auf verschiedene Bewegungsarten ins Wasser gelangen: - vom Beckenrand ins Wasser springen oder rollen. - sich aus verschiedenen Körperhaltungen vom Beckenrand ins Wasser fallen lassen. Verschiedene Sprünge ins Wasser ausführen.

Ich kann im Wasser …

  • springen wie ein Delphin.
  • über einen Stab vorwärts und rückwärts springen.
  • auf unterschiedliche Weise ins Wasser hineinkommen und über etwas hineinspringen, ins Wasser hineinrollen, hineinkippen und aus dem Hocksitz hineinfallen (Abfaller). Ich kann fußwärts …
  • vom Beckenrand/Startblock ins Wasser springen.
  • gezielt durch einen Reifen/Schlauch/über eine Schnur ins Wasser springen.

Im hüfttiefen Wasser:

  • springen wie ein Delphin
  • über etwas vorwärts/rückwärts springen Ins Wasser hineinkommen (Wassertiefe mind. 1,40m): 
  • über eine Matte seitlich ins Wasser rollen
  • aus dem Hocksitz nach vorn ins Wasser kippen und zuerst mit den Händen das Wasser berühren
  • aus der tiefen Rumpfbeuge sich vorwärts/rückwärts ins Wasser fallen lassen
  • gestreckte Fußsprünge vom Beckenrand/Startblock -  wie oben, dabei durch einen auf dem Wasser liegenden Gymnastikreifen springen
  • vom Beckenrand ins Wasser springen und dabei im Sprung einen Gegenstand fangen -
  • Zielspringen über eine Schnur/durch einen Reifen/Schlauch
xxErleben und erfahren, dass man mit unterschiedlichen Sprüngen ins Wasser hineinkommen kann. Einsichten in den Zusammen- hang von Körperfläche/Eintauchwinkel und Vortrieb bzw. Eintauchtiefe gewinnen. Die Verbindung von Abdrücken, widerstandsarmen Eintauchen und Gleitgeschwindigkeit bzw. Länge des Gleitwegs im Wasser erspüren. Den Zusammenhang von Körperfläche/Eintauchwinkel und Vortrieb bzw. Eintauchtiefe reflektieren. Erleben und erfahren, dass ein möglichst gestrecktes Eintauchen (Hände, Arme, Kopf und Rumpf tauchen in dasselbe „Loch“ ein) zu einem verbesserten Vortrieb beim Übergang zur Schwimmart führt.

Ich kann …

  • von der Treppe/vom Beckenrand einen Kopfsprung ins Wasser ausführen.
  • auf einer Schwimmmatte kopfwärts/fußwärts gestreckt ins Wasser rutschen und spritzerlos ins Wasser gleiten.
  • mit gestrecktem Körper fuß- und kopfwärts in den Gymnastikreifen springen, ohne ihn zu berühren.
  • mit dem Po zuerst im Wasser landen, viele Spritzer erzeugen und dabei nicht tief ins Wasser eintauchen.
  • mich mit unterschiedlicher Fußstellung kräftig vom Beckenrand/Startblock abdrücken, gestreckt ins Wasser eintauchen und weit unter Wasser gleiten.
  • gut den Übergang von der Gleitphase zur Schwimmart erspüren und zum Brust-/Kraulschwimmen übergehen.

Über Kontrasterfahrungen in das Tiefwasser (1,80m) springen, z. B.:

  • Von der Treppe mit gestreckten Armen kopfwärts/mit angezogenen Beinen ins Wasser springen.
  • Mit einer festen Schwimmmatte eine Rutsche (schiefe Ebene) bauen, sie an den Beckenrand legen/am Startblock befestigen und auf dem Bauch oder Rücken liegend ins Wasser gleiten.
  • Im Fußsprung mit gestrecktem Körper vom Beckenrand/Startblock durch einen Gymnastikreifen ins Wasser springen und bis auf den Beckenboden gleiten.
  • Vom Beckenrand springen und mit dem Po im Wasser landen. Vom Beckenrand/Startblock kopfwärts durch einen von eine/m/r Partner*in gehaltenen Gymnastikreifen springen, dabei kräftig mit unterschiedlichen Fußstellungen abspringen (parallel; Schrittstellung).
  • Nach dem Eintauchen unter Wasser weit gleiten.
  • Wie zuvor, den Zeitpunkt erspüren, wann der Vortrieb nachlässt und man in die gewählte Schwimmart übergehen muss.
xxMit Körperspannung und sportlich funktionaler Sprungweise fuß- und kopfwärts aus unterschiedlichen Absprungsituationen (Startblock/1m-Brett/3m-Brett) widerstandsarm ins Wasser eintauchen. Mit dem Körper aus unterschiedlichen Absprungsituationen (Startblock/1m-Brett/3m Brett) ins Wasser springen und viele Spritzer erzeugen (Paket- und Hocksprünge). Den Zusammenhang zwischen Eintauchwinkel/Eintauchfläche und Körperhaltung und Effekt für den anschließenden Vortrieb reflektieren. Den Bewegungsraum Wasser als Sprunglandschaft entwerfen und in Ansätzen realisieren.

Ich kann …

  • mit den Füßen/dem Kopf durch einen Gymnastikreifen ins Wasser springen.
  • vom 3m Brett mit den Füßen/dem Kopf zuerst ins Wasser springen.
  • vom 1m-Brett/3m-Brett in Hock-/Paketsprüngen ins Wasser springen.
  • den Zusammenhang zwischen Eintauchwinkel/Eintauchfläche und Körperhaltung erklären.
  • mit Hilfe von Geräten und Materialien eine Sprunglandschaft entwickeln.

Ich weiß, …

  • welche Sprünge welche Effekte erzeugen.

Widerstandsarmes Eintauchen ins Wasser, z. B.:

  • Fußwärts/kopfwärts vom Startblock/1m Brett durch einen auf dem Wasser liegenden Gymnastikreifen (wie durch ein Loch schlüpfen) springen.
  • Mit viel Körperspannung (am Körper angelegte Arme; über den Kopf gestreckte Arme) fußwärts ins Wasser springen.
  • Ins Wasser springen und viele Wasserspritzer erzeugen.
  • Im stetigen Wechsel mit einem gestreckten Startsprung/mit Kopfsprung und angezogenen Beinen vom Beckenrand/Startblock ins Wasser springen.
  • Nach dem Eintauchen gestreckt gleiten/die Arme zur Seite strecken/die Beine anhocken und/oder grätschen.

Als visuelle Eintauchhilfen für widerstandsarmes Eintauchen können auf dem Wasser liegende Seile dienen, hinter denen eingetaucht werden soll oder in der Luft gehaltene Gymnastikreifen, durch die hindurchgesprungen werden soll.

Ideen für eine Sprunglandschaft im Schwimmbad mit Stationen entwickeln, z. B.:

  1. Sprung vom Beckenrand durch einen Reifen.
  2. Sprung vom 1m-Brett. Variation: Sprung durch einen Reifen.
  3. Sprung vom 3m-Brett.
  4. Sprung vom Beckenrand mit der Aufgabe, einen zugeworfenen Ball zu fangen. 
  5. Paarsprünge vom Beckenrand/1m-Brett.
  6. Paketsprünge.
  7. Wettbewerb: Wer erzeugt die höchsten Spritzer beim Eintauchen?

Zum Inhaltsverzeichnis zurück


5. Grundthema C2: Schweben im Wasser – Schwere und Auftrieb

Dieses Thema beinhaltet als Kern das Sammeln von Auftriebserfahrungen. In den Erfahrungssituationen sollen die Lernenden die Tragfähigkeit des Wassers anschaulich und spürbar in Erfahrung bringen können. Dies gelingt in der Regel in Verbindung mit Erfahrungen des Ein- und Ausatmens und mit der Grundfigur aller schwimmerischen Bewegungen im Wasser, der gestreckten Körperlage. Das Versinken im Wasser ist abhängig von der Fähigkeit, sich schwerer als Wasser zu machen. Das bedeutet zweierlei: Zum einen kann man sich durch Gewichte schwerer machen und so das Absinken erleichtern (siehe Grundthema „Tauchen“). Zum anderen kann man durch kräftiges Ausatmen die Körperdichte und das eigene spezifische Gewicht vergrößern und damit der Auftriebskraft des Wassers entgegenwirken. Das „Spielen“ mit den Ausatmungszuständen erlaubt es dem Lernenden, Erfahrungen des Schwebens im Wasser zu sammeln. Beim Schweben im Wasser befindet sich der Körper zwischen dem Beckenboden und der Wasseroberfläche, d. h. die Auftriebskraft des Wassers und die Gewichtskraft des Körpers befinden sich im Gleichgewicht. Beim Auftreiben ist die Auftriebskraft größer als die Gewichtskraft, d. h. der Körper kann nicht versinken bzw. er treibt an die Wasseroberfläche. Eine Testaufgabe zur Erfassung dieser „Basisqualifikation Sinken/ Schweben/ Auftreiben“ (Volck, Freitag, Hohmann, Ungerechts, 2012, 47) ist die „Qualle“. Dabei holt der Lernende tief Luft, springt vom Beckenboden ab, hockt die Beine an und umfasst dabei die Unterschenkel, sinkt ab und lässt sich langsam wieder bei gleicher Körperhaltung auftreiben.

Beim Schwimmen kommt es u. a. darauf an, eine gestreckte Körperlage im Wasser einzunehmen. Gleichwohl beginnen die Beine zu versinken, so dass der Körper in eine Schräglage kommt. Diese Schräglage erklärt sich dadurch, dass auf den Körper zwei Kräfte mit unterschiedlichen Angriffspunkten einwirken: Die Auftriebskraft (statischer Auftrieb) greift am Volumenmittelpunkt an, die nach unten gerichtete Gewichts- oder auch Schwerkraft am Körpermassemittelpunkt. Beide Punkte befinden sich an verschiedenen Orten: der Volumenmittelpunkt liegt etwa in Brustraumhöhe, der Körpermassemittelpunkt in Hüfthöhe. Aufgrund des Abstands beider Punkte und der entgegengesetzten Wirkrichtungen der Kräfte dreht sich der Körper soweit, bis die Kräfte auf einer Wirkungslinie liegen. Das hat zur Folge, dass die Beine nach unten absinken (auch weil sie eine höhere Dichte als der Oberkörper haben) und der Körper durch eine Drehung um die Breitenachse in eine Schräglage kommt. Diese Schräglage kann man vermindern, indem

  • Lernende die Arme über den Kopf ausstrecken. Dadurch nähern sich der im Beckenbereich lokalisierte Körpermassenmittelpunkt und der im Brustbereich liegende Volumenmittelpunkt an. Der Abstand wird geringer und somit auch das Drehmoment.
  • Lernende einen Auftriebskörper zwischen die Oberschenkel klemmen. Dadurch wird der Körpermassenmittelpunkt in Richtung Volumenmittelpunkt verschoben und eine horizontale Schwimmlage ermöglicht.
  • Schwimmende sich durch Bein- und Armbewegung Vortrieb verschaffen.

Zudem hat eine minimale Schräglage des Körpers bei einer Vorwärtsbewegung einen größeren Frontalwiderstand zur Folge. Im Unterricht kommt es darauf an, dass die Lernenden ein Gespür durch Gleiten (z. B. auf der Grundlage von Gegensatzerfahrungen) für den Zusammenhang von Körperlage, Vortrieb und Widerstand bekommen.

Zum Inhaltsverzeichnis zurück


6. Tabelle: Schweben im Wasser – Schwere und Auftrieb (C2)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

bepsILZStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
Grundthema 2: Schweben im Wasser – Schwere und Auftrieb Ziel: Eine strömungsgünstige Körperlage* im Wasser einnehmen und sich funktional angemessen über und unter Wasser fortbewegen können. * Gemeint ist das Strecken des Körpers im Wasser soweit die körperlichen Voraussetzungen und die Vertrautheit mit dem Wasser dies zulassen.
x

Durch Ziehen und Schieben im Wasser erste Auftriebserfahrungen sammeln bzw. die Tragfähigkeit des Wassers in Erfahrung bringen. Auf Auftriebskörpern (Schwimmmatte; Schwimmbrett) sitzen, liegen und durch das Wasser gezogen, geschoben werden. Unter Aufsicht kurz im Wasser versinken können und mit Hilfe der Aufsichtsperson schnell wieder an die Wasseroberfläche gehoben werden. Selbständig untertauchen.

Ich kann …

  • auf dem Wasser liegend mich durch das Wasser ziehen lassen.
  • mich auf dem Wasser liegend durch das Wasser schieben lassen. 
  • mich auf einer Schwimmmatte sitzend, liegend durch das Wasser schieben/ziehen lassen.
  • mich durch „Hundepaddeln“ im Wasser fortbewegen.
  • mit dem ganzen Körper versinken und mit Hilfe einer Aufsichtsperson an die Wasseroberfläche gelangen.

Andere an den Händen haltend durch das Wasser ziehen.

Andere an den Füßen haltend durch das Wasser schieben.

Selbständig (ohne Handsicherung durch eine andere Person, aber mit Schwimmflügeln) an der Wasseroberfläche treiben und durch alternierende Arm- und Beinbewegungen zu einem Vortrieb gelangen.

Andere auf einer Schwimmmatte sitzend, liegend durch das Wasser schieben/ziehen. Die aktive Auftriebshilfe durch eine/n/r Partner*in kurzfristig lösen, den/die andere/n vollständig im Wasser versinken lassen und sofort wieder aktiv Auftriebshilfe leisten.

Hüpfen im flachen Wasser mit Untertauchen.

xxDen Zusammenhang zwischen Ein- und Ausatmung und Tauch-, Schwebe- und Auftriebsvorgang erproben. In der Hockschwebe und Streckschwebe im Wasser schweben. Aus der Hockschwebe und Streckschwebe auf den Beckenboden absinken. Erste Einsichten in den Zusammenhang von Ein- und Ausatmung und Schwebe- bzw. Auftriebsvorgang.

Ich kann …

  • mich auf Auftriebskörper legen und das Sinken verhindern.
  • unterhalb der Wasseroberfläche im Wasser schweben, wenn ich als „Qualle“ die Luft anhalte. 
  • auf den Beckenboden absinken, wenn ich in der Position der „Qualle“ kontinuierlich ausatme.
  • das Versinken verhindern/verlangsamen, wenn ich einatme und gestreckt auf dem Wasser liege.

Mit der Tragfähigkeit von Auftriebskörpern (Schwimmmatte; Schwimmbretter; Schwimmnudeln) experimentieren.

Erprobung des Zusammenhangs von Auftrieb, Atmung und Körperlage in der Hockschwebe (Qualle) und Streckschwebe.

In der Hockschwebe (Qualle) auf den Beckenboden absinken und wieder auftreiben.

In der Hock- und Streckschwebe mit verschiedenen Stadien der Ein- und Ausatmung experimentieren.

xxDie Qualität der Bewegungen im Wasser mit den vertrauten Bewegungen außerhalb des Wassers vergleichen. Experimente mit statischem Auftrieb und gestreckter Körperlage durchführen und reflektieren. Erleben und erfahren, dass die gestreckte Körperhaltung im Wasser die strömungsgünstigste Wasserlage des Körpers bei der Fortbewegung im Wasser darstellt. Mit der Kopfbewegung die Bewegungsrichtung beim Gleiten steuern können. Beim Gleiten die Wahrnehmung auf die am Körper vorbeifließende Wasserströmung richten. Bewegungen um die Körperquer-, -längs- und -tiefenachse im Wasser ausführen und dabei mit geöffneten Augen ausatmen. Experimente zum Erspüren des Zusammenhangs von Körperlage, Auftrieb und Widerstand durchführen und reflektieren.

Ich kann …

  • mich mit den Füßen vom Beckenboden oder Beckenrand abstoßen und weit durch das Wasser gleiten.
  • beim Gleiten die Bewegungsrichtung durch die Kopfbewegung nach unten oder oben steuern.
  • aus der Schwimmlage eine Rolle vorwärts/rückwärts, eine Drehung vom Bauch auf den Rücken und wieder zurück ausführen.
  • bei den Rollen vor- und rückwärts die Augen öffnen und ausatmen. Ich spüre, …
  • dass ich im Wasser langsamer als an Land laufe, weil mich das Wasser bremst.
  • wie das Wasser an meinem Körper vorbeifließt, wenn ich wie ein Pfeil ins Wasser schieße.

Ich weiß, …

  • dass ich das Gleiten abbremse, wenn ich die Arme zur Seite strecke oder die Beine anhocke.
  • dass das Ziehen und Schieben im Wasser für meine/n Partner*in leichter wird, wenn ich mich strecke, es wird dagegen anstrengender, wenn ich die Arme ausbreite oder die Beine anhocke.

Laufen, Hüpfen und andere Fortbewegungsarten im hüft- bis brusttiefen Wasser ausführen und mit Fortbewegungen an Land vergleichen.

Mit gestreckter Körperlage (über den Kopf gestreckte Arme; am Körper angelegte Arme etc.) auf das Wasser legen und beobachten, was mit den Beinen passiert.

Die Bremswirkung des Wassers erspüren und zur Überwindung der Bremswirkung des Wassers durch Veränderungen der gestreckten Körperlage verschiedene Kontrasterfahrungen ermöglichen:

Mit nach vorne gestreckten Armen abstoßen (vom Beckenrand, Treppe) und möglichst weit gleiten. Das Gleiten durch Veränderung der Körperlage im Wasser abbremsen: Arme seitlich ausstrecken; Beine grätschen, anhocken. Beim Gleiten das Kinn auf die Brust drücken/den Kopf in den Nacken nehmen und auf eine Veränderung der Bewegungsrichtung achten.

Eine Rolle vorwärts/rückwärts im Wasser turnen.

Beim Gleiten von der Bauch- in die Rückenlage und umgekehrt drehen.

Von eine/m/r am Beckenrand stehenden Partner*in an einem Tau schnell durch das Wasser gezogen werden.

Wie kannst du deine/m/r Partner*in das Ziehen erleichtern/erschweren? (vgl. Hildebrandt-Stramann, 2001).

xxMit den Armen und Beinen Antrieb in unterschiedliche Richtungen erzeugen. Den Zusammenhang von Abdruck (Widerstand, Abdruckrichtung) und Vortrieb (Richtung, Bewegungseffekt) reflektieren.

Ich kann …

  • auf einem Schwimmbrett sitzen, knien, liegen, dabei mit den Händen, Armen und Beinen Antrieb in unterschiedliche Richtungen erzeugen.
  • mich auf dem Wasser liegend mit den Händen, Armen und Beinen antreiben und im Wasser fortbewegen.

Ich weiß, …

  • mit welchen Hand- und Fußstellungen und mit welchen Hand- und Fußflächen der größere Vortriebseffekt erzeugt wird.

Antreiben mit Armen und Beinen: 

  • auf einem Schwimmbrett sitzend, kniend, liegend sich mit den Händen/Armen/Beinen vom Wasser abstoßen und in unterschiedliche Richtungen vorwärtsbewegen
  • mit den Armen Kreise beschreiben und die Beine abwechselnd auf und ab bewegen Antreiben mit den Armen (dabei mit unterschiedlichen Handstellungen wie Faust, gespreizte Finger etc. experimentieren): 
  •   gleichzeitig/abwechselnd nach hinten bewegen und unter Wasser zurückführen
  • wie zuvor, aber die Arme gradlinig, zick-zack-förmig oder kurvig bewegen
  • wie zuvor, aber die Bewegungen schnell/langsam ausführen
  • wie zuvor, aber passende Plastiktüten (z. B. Frühstückstüten) über die Hände ziehen, mit einem Klebeband befestigen und sich mit diesen „Handflossen“ in einer Wechselzugbewegung vom Wasser abstoßen, sich durch das Wasser ziehen

Antreiben mit den Beinen in Bauch- und Rückenlage:

  • Wechselschlagbewegungen ausführen
  • gleichzeitiges Auf- und Abbewegen der Beine
  • Wechselschlagbewegungen mit Flossen 
  • nur mit den Unterschenkeln Antrieb erzeugen

7. Grundthema C3: Tauchen – im Wasser versinken

Das entscheidende Problem bei diesem Thema ist die Frage, was der Tauchende tun muss, um die Auftriebskraft des Wassers zu überwinden, damit er überhaupt unter Wasser kommt. Hierzu gibt es grundsätzlich zwei Lösungen: Der Tauchende macht sich schwerer als Wasser, indem er mit Hilfe von Gewichten (Tauchringe; Tauchsteine) die Gravitationskraft/Schwerkraft, die ihn unter Wasser zieht, unterstützt. Oder er überwindet die Auftriebskraft, indem er mit Hilfe eigener Antriebsimpulse durch Bein- und Armbewegung abtaucht. Beim Tauchen selbst unterscheidet man zwischen Tief- und Streckentauchen. Beim Tieftauchen kann es z. B. darum gehen, verschiedene Gegenstände aus unterschiedlichen Wassertiefen heraufzuholen. Beim Streckentauchen kommt es darauf an, die Tauchstrecke sukzessive zu verlängern. Das kann in Verbindung mit Gleitübungen, auch mit sich anschließenden Taucharm- bzw. Schwimmzügen, durch Tunneltauchen etc. geschehen. Ein weiteres wichtiges Problem beim Thema Tauchen ist die Frage der Atmung. Hier geht es darum, mit unterschiedlichen Luftvolumina zu experimentieren (siehe zur Vorbereitung das Thema „Im Wasser Schweben – Schwere und Auftrieb“), um ein Gespür für die Vitalkapazität der Lunge zu bekommen, aber auch um sich kognitiv mit entsprechenden physikalisch-biologischen Faktoren wie Hyperventilation, Atemreflex, Totraumvolumen, Pendelatmung etc.) auseinanderzusetzen.


8. Tabelle: Tauchen – im Wasser versinken (C3)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

bepsILZStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
Grundthema 3: Tauchen – im Wasser versinken Ziel: Im Wasser versinken*, unter Wasser ausatmen und die Augen öffnen, sich unter Wasser vielfältig fortbewegen, ausdauernd tauchen, das Tauchen erklären und den Unterwasseraufenthalt interessant gestalten können. * Versinken ist vielfach mit Ängsten verbunden, so dass dies nur mit Vertrauen in die eigene Unterwassersicherheit möglich ist.
xDas bewusste Ausatmen bzw. Auspusten von Luft im und ins Wasser erfahren und die „Reaktionen“ des Wassers erleben. Das Gesicht auf das Wasser/ins Wasser legen und dabei den Kopf hin und her bewegen. Den Kopf unter Wasser tauchen. Mit dem ganzen Körper (unter Aufsicht und mit Unterstützung) kurz unter Wasser eintauchen.

Ich kann …

  • „Löcher“ ins Wasser pusten.
  • das Gesicht auf das Wasser/ins Wasser legen.
  • einen Luftballon durch Pusten über der Wasseroberfläche halten.
  • das Gesicht ins Wasser legen und dabei im Wasser ausatmen.
  • den Kopf unter Wasser tauchen.
  • von einer Treppe, dem Beckenrand ins Wasser springen und dabei ins Wasser eintauchen.

„Löcher“ ins Wasser pusten und dabei Geräusche erzeugen.

Luftballons durch Pusten über der Wasseroberfläche halten.

Das Gesicht mit den Händen waschen.

Das Gesicht ins Wasser legen und mit unterschiedlicher Intensität im Wasser ausatmen.

Wie zuvor, dabei den Kopf seitlich hin und her bewegen. In verschiedenen Wasserbehältnissen (Wanne; Schüssel; Schwimmbecken) das Gesicht ins Wasser tauchen/den Kopf unter Wasser tauchen.

Von der Treppe/vom Beckenrand ins Wasser springen und kurz mit dem ganzen Körper eintauchen (Wichtig: nur mit einer Aufsichtsperson).

Die Kinder tragen keine Auftriebshilfen.

xxDen Kopf unter Wasser tauchen, dabei ausatmen und die Augen öffnen. Alleine oder paarweise abtauchen und Gegenstände vom Beckenboden aufheben sowie Gegenstände unter Wasser übergeben (max. Wassertiefe ca. 80 cm) können.

Ich kann …

  • den Kopf unter Wasser tauchen und dabei die Augen öffnen.
  • unter Wasser ausatmen und Wasserblasen (blubbern) erzeugen.
  • einen Gegenstand vom Beckenboden (60 cm Tiefe) aufheben.
  • eine/m/r Partner*in unter Wasser Gegenstände übergeben. 
  • eine/m/r Partner*in unter Wasser mit den Händen Zahlen zeigen.
  • die Anzahl der Finger zählen, die mein/e Partner*in anzeigt.

In verschiedenen Wasserbehältnissen (Wanne; Schüssel; Schwimmbecken) den Kopf unter Wasser tauchen (auch mit Taucherbrille) und die Luft ins Wasser auspusten („blubbern“).

Paarweise abwechselndes rhythmisches Unter- bzw. Auftauchen und dabei aus- und einatmen (bumping).

Paarweise unter Wasser Gegenstände (Tauchringe; Bälle etc.) übergeben.

Partnerweise abtauchen und verschiedene Aufgaben lösen (z. B. sich gegenseitig mit den Händen Zahlen zeigen; Finger zählen). (Viele weitere Tauchaufgaben und Tauchspiele für alle Schüler vgl. Rheker, 2003, S. 32-36).

xxAbtauchen aus der Schwimmlage und aus dem „Wassertreten“. Tauchen und den Zusammenhang von Auftrieb und Gewichtskraft/Gravitation sowie spezifisches Gewicht experimentell erproben und reflektieren. Mit Maurerkübeln ein Unterwasserdepot anlegen. Wichtig: Nach jedem Tauchgang das Depot neu mit Sauerstoff versorgen. Sich mit Hilfe eines „Schnorchels“ mit Luft versorgen und den Unterwasseraufenthalt verlängern. Streckentauchen: Unter Wasser mit Tauchzug schwimmen und damit die Tauchstrecke sukzessive verlängern.

Ich kann …

  • aus der Schwimmlage abtauchen bis auf den Beckengrund.
  • aus dem „Wassertreten“ abtauchen und durch Abdrücken vom Boden gestreckt aus dem Wasser schießen.
  • Wenn ich mich mit einem Gewicht (Tauchring; Tauchstein) auf das Wasser lege, kann ich leicht versinken. 
  • mit Tauchringen in den Händen abtauchen und auf dem Beckenboden kriechen, gehen.
  • von einem Luftdepot zum nächsten unter Wasser schwimmen und dadurch länger unter Wasser bleiben.
  • mich in einem hüfttiefen Wasser auf den Beckenboden setzen/knien und durch einen max. 30 cm langen, schnorcheldicken Gartenschlauch „Luft trinken“ und dadurch längere Zeit unter Wasser bleiben.
  • unter Wasser Brustschwimmen und dabei meine Tauchstrecke verlängern.

Aus der Schwimmlage steil nach unten abtauchen.

Aus dem „Wassertreten“ senkrecht abtauchen, dabei ausatmen und durch kräftiges Abdrücken vom Boden gestreckt auftauchen.

Im hüft- bis brusttiefen Wasser mit verschiedenen Gewichten (Tauchring, Tauchstein) auf den Beckenboden absinken.

Sich mit Gewichten (Tauchring; Tauchrucksack) schwerer machen und unter Wasser laufen, auf allen Vieren krabbeln (nur unter Aufsicht des Lehrers/der Lehrerin)

Sich mit Maurerkübeln „Luftdepots“ bauen und damit eine längere Zeit unter Wasser bleiben (vgl. Hildebrandt-Stramann, 2002, 23-27).

Sich auf den Beckenboden setzen/knien und durch einen 30 cm langen, schnorcheldicken Gartenschlauch mit Sauerstoff versorgen und dadurch den Unterwasseraufenthalt verlängern (nur unter Aufsicht des Lehrers/ der Lehrerin).

Unter Wasser Brustschwimmen und dabei gleichzeitig die Hände zu den Oberschenkeln bewegen.

Nach langem Gleiten beide Hände gleichzeitig mit Unterstützung der Beinbewegung (Froschschwimmen) nach vorne bringen und wieder gleiten.

xxTauchstationen bauen und dort tauchen. Einen Tauchparcours mit einer Gruppe gestalten und reflektieren. Den Tauchparcours erproben, indem mit Flossen geschwommen wird. Über die Tauchexperimente auf der Grundlage physikalisch-biologischer Themen wie „Atemtechnik"/„Hyperventilation“, „Druckausgleich“, „Totraumvolumen“, „Pendelatmung“ (Physiologie des Tauchens) Kenntnisse erwerben und reflektieren.

Ich kann …

  • eine bestimmte Strecke mit einem Tauchzug schwimmen.
  • durch einen Gymnastikreifen etc. tauchen. 
  • mit einer Gruppe einen Tauchparcours gestalten.

Ich kann erklären, …

  • dass verstärktes Ventilieren vor dem Tauchen zu keiner O2-Anreicherung, sondern zu einer Senkung der CO2-Spannung in der Lunge führt und deshalb der normale Atemnotreflex nicht ausgelöst wird.
  • wie ein Druckausgleich ausgelöst wird.
  • was ein Totraumvolumen und damit in Verbindung eine Pendelatmung ist.

Eine bestimmte Strecke unter Wasser im Tauchzug schwimmen.

Durch einen Gymnastikreifen, um Tauchstäbe etc. herum tauchen.

Ideen für einen Tauchparcours entwickeln und erproben (z. B. unter Wasser schwebende Tauchreifen/Gymnastikstäbe; Luftdepots aus umgestülpten Maurerkübeln; Tauchtunnel aus hintereinander stehenden Gymnastikreifen etc.).

Den Tauchparcours mit Flossen durchtauchen.

Sich mit den physikalisch/biologischen Grundlagen folgender Tauchthemen befassen:

  • richtiges Atmen
  • Wasserdruck im Ohr
  • Tauchen mit Schnorchel und Maske

Zum Inhaltsverzeichnis zurück


9. Grundthema C4: Sich antreiben und wassersicher schwimmen

Im Kern befasst sich dieses Grundthema mit den Grundsätzen der Vortriebs- und Widerstandskraft des Sich-Bewegens im Wasser. Das Verhältnis dieser beiden Kräfte zueinander unterliegt einfachen physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Wenn man sich im Wasser fortbewegen will, muss die Vortriebskraft größer sein als die Widerstandskraft des Wassers. Sind beide Kräfte gleich groß, gibt es keinen Vortrieb. Ist die Widerstandkraft größer als die Vortriebskraft, wird man ab- bzw. weggetrieben (z. B. in einem Strömungskanal). Hinzu kommt, dass mit der Zunahme der Beschleunigung einerseits eine höhere Wasserwiderstandskraft und andererseits ein höherer dynamischer Auftrieb zu verzeichnen ist. Vor allem der dynamische Auftrieb sorgt dafür, dass bei entsprechender Gleitgeschwindigkeit die Beine in einer horizontalen Lage gehalten werden können.

Didaktisch gesehen geht es darum, eine Spürfähigkeit für das Verhältnis dieser drei Kräfte zu entwickeln. Wir sprechen erst dann von einem wassersicheren Schwimmen, wenn Lernende die Fähigkeit besitzen, sich mit den Extremitäten vom Wasser so abzudrücken bzw. abzustoßen, dass sie in eine Gleitlage und damit zu einem sichtbaren Vortrieb gelangen. Eine derartige Schwimmgestalt zeichnet sich durch eine gestreckte Körperlage im Wasser aus, bei der das Gesicht im Wasser liegt, die Arme über den Kopf gestreckt sind, die Beine knapp unter der Wasseroberfläche liegen und der Wasserwiderstand (Frontalwiderstand) gering ist.

10. Tabelle: Sich antreiben und wassersicher schwimmen (C4)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

b

epsILZStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
Grundthema 4: Sich antreiben und wassersicher schwimmen Ziel: Sich mit den Beinen und Armen antreiben*, sich mit den Schwimmarten Brust- und Kraul-schwimmen fortbewegen und die Fortbewegungsarten gestalten können. * Die Aufgaben sollen sich an den individuellen körperlichen Möglichkeiten orientieren, um den Vortrieb gegen den Wasserwiderstand zu verbessern.
xWassereffekte durch Bein- und Armbewegung erzeugen. Erste Fortbewegungseffekte durch Arm- und Beinbewegung erzeugen. Sich mit alternierenden Arm- und Beinbewegungen antreiben, was auch als „Hundekraulen“ bezeichnet wird.

Ich kann …

  • mit den Füßen im Wasser strampeln und dabei Wasserwellen erzeugen.
  • mit den Armen und Händen auf das Wasser schlagen und dabei mit Wasser spritzen.
  • an den Armen gehalten oder auf dem Beckenrand sitzend mit den Füßen strampelnd Wellen erzeugen.
  • mich auf einem Schwimmbrett liegend/sitzend/kniend mit Armen und Beinen in unterschiedliche Richtungen antreiben.

Mit den Beinen/Händen Wasserspritzer erzeugen.

 

Mit den Füßen Wasserwellen erzeugen und dabei von eine/m/r Partner*in an den Händen gehalten werden.

 

Sich am Beckenrand mit den Händen festhalten oder auf dem Beckenrand sitzen und mit den Füßen Wellen schlagen.

 

Mit den Händen/Armen Wasserwellen erzeugen und dabei von eine/m/r Partner*in an den Füßen gehalten werden.

 

Auf einem Schwimmbrett sitzend/liegend/kniend mit Armen und Beinen Vortrieb in unterschiedliche Richtungen erzeugen (vorwärts, seitwärts, rückwärts). Tierfigurenschwimmen, z. B. „Hundekraulen“.

xxBrustschwimmen und dabei über folgende Bewegungskompetenzen verfügen: Sich mit den Füßen vom Wasser abstoßen und sich dabei liegend im Wasser vorwärts antreiben. Am Ende der kreisförmigen Streckbewegung der Beine den Kopf ins Wasser legen, gleiten und dabei ins Wasser ausatmen. Sich mit den Händen und Armen vom Wasser abdrücken, dabei den Kopf aus dem Wasser heben und sich antreiben. Die Arme unter Wasser nach vorne strecken, um danach in der Gleitlage zu schwimmen. Arme und Beine nacheinander bewegen und anschließend lange gleiten. Einatmen, wenn die Arme nach vorne geführt werden und dabei den Mund bis zur Wasseroberfläche anheben. Arm- und Beinbewegung mit der Atmung koppeln. Während der Gleitphase unter Wasser ausatmen. Über den Zusammenhang von Körperlage, Antrieb und Vortrieb beim Brustschwimmen reflektieren. Zunehmend ausdauernd und wassersicher schwimmen.

Ich kann … 

  • meine Beine wie ein Frosch bewegen
  • mich mit den Füßen vom Wasser abstoßen, danach gestreckt auf dem Wasser liegen und vorwärtskommen.
  • mit Arm- und Beinbewegung gleiten und ins Wasser ausatmen.
  • mich eine bestimmte Strecke nur mit den Beinen antreiben.
  • mich mit den Händen vom Wasser abdrücken und dabei meinen Kopf aus dem Wasser heben und einatmen.
  • nach Arm- und Beinzug lange gleiten und unter Wasser ausatmen.
  • von einer zur anderen Seite des Schwimmbeckens schwimmen.
  • eine halbe/ganze Schwimmbahn schwimmen (200m, 300m, 400m …).

Ich weiß, …

  • wenn ich beim Armzug den Kopf zu weit aus dem Wasser hebe, komme ich in eine Schräglage, die den Vortrieb abbremst.

Sich paarweise gestreckt auf dem Wasser gegenüberliegend mit den Handflächen berühren und versuchen, sich durch das Antreiben mit den Beinen wegzuschieben.

 

Variationen:

  • mit Fußflossen (ein/e Partner*in mit, der/die andere ohne Flossen), dabei treibt sich ein/e Partner*in mit der Gleichschlagbewegung, der andere mit der Wechselschlagbewegung an.
  • Die Beine mit weit geöffneten Knien (wie ein Frosch) grätschen, dabei das Wasser mit den Füßen nach hinten wegstoßen, danach (in gestreckter Körperlage) gleiten und dabei ausatmen.
  • Mit möglichst wenigen Beinbewegungen eine bestimmte Strecke (ca. 10-20m) schwimmen.
  • Bei unterschiedlichen Handstellungen und -haltungen (z. B. Faust; gespreizte Finger) mit den Händen das Wasser fassen und es seitwärts abwärts wegdrücken.
  • Die Arme abwechselnd über und unter Wasser nach vorne bringen.
  • Welche Bewegung ist funktional? Die Arme und Beine nacheinander (schnell/langsam) bewegen und ins Gleiten kommen.
  • Sich mit den Händen vom Wasser abdrücken und dabei zum Einatmen den Kopf nur bis zum Mund aus dem Wasser heben.
  • Brustschwimmen mit langer Gleitphase. Während der Gleitphase befindet sich der Kopf unter Wasser. Dabei wird in das Wasser ausgeatmet.
  • Brustschwimmen mit Kontrasterfahrung. Dabei den Kopf und den Oberkörper mal weit aus dem Wasser heben, mal nur bis zum Mund aus dem Wasser heben.
  • Verschiedene Streckenlängen schwimmen.
xxKraulschwimmen über folgende Bewegungskompetenzen verfügen: Sich mit schneller/langsamer Wechselschlagbeinbewegung im Wasser antreiben. In der Wechselschlagbeinbewegung mit und ohne Fußflossen schwimmen. Ein Gespür für den Abdruck vom Wasser entwickeln und dies im Hinblick auf den Vortrieb einschätzen. Sich wechselseitig mit den Armen antreiben. Über die Bewegungsfunktionen und Effekte durch Kontrasterfahrung reflektieren. Zum Einatmen den Kopf auf eine Seite drehen und dabei mit dem Körper um die Längsachse rollen. Begründen, warum beim Kraulschwimmen abwechselnd immer eine Hand über Wasser nach vorne und die andere unter Wasser nach hinten geführt wird. Mit verschiedenen Arm- und Beinzyklen bzw. mit verschiedenen Armzugfolgen Kraulschwimmen. Sich während des Kraulschwimmens um die Körperlängsachse drehen (vom Bauch auf den Rücken und zurück).

Ich kann …

  • mich mit und ohne Fußflossen im Wasser antreiben (dabei Arme auf ein Schwimmbrett legen) und schnell vorwärtskommen.
  • durch Variation der Beinschlaghöhe unterschiedlich schnell vorwärtskommen.
  • im Wasser leicht vorwärtskommen, wenn ich mit den Händen und Armen das Wasser nach hinten wegschaufele und dabei mit den Beinen auf und ab strampele. Wenn ich eine Faust mache, komme ich nicht voran. 
  • mit einem Plastikbeutel über den Händen besser vorwärtskommen, weil ich eine größere Fläche habe, mit der ich mich vom Wasser abdrücken kann.
  • gleichzeitig einen Arm unter Wasser nach hinten und den anderen Arm über Wasser nach vorne bewegen.
  • beim Kraulschwimmen durch Kopfdrehung zur Seite einatmen, wenn ich einen Arm aus dem Wasser hebe. 
  • mit verschiedenen Arm- und Beinzyklen und verschiedenen Armzugfolgen schwimmen.
  • mich beim Kraulschwimmen von der Bauch- in die Rückenlage und wieder in die Bauchlage drehen.

Der/die Partner*in zieht den/die Liegende/n in Bauchlage durch das Wasser. Dieser führt wechselseitig schnelle/langsame Beinbewegungen aus.

 

Von der Beckenwand abstoßen und mit wechselseitigen Beinbewegungen und angehaltenem Atem eine Strecke zurücklegen.

 

Schwimmen mit/ohne Flossen;

  • mit weiter/geringer Bewegungsamplitude. Sich in Bauch- und Rückenlage auf dem Wasser (mit und ohne Auftriebshilfen an den Beinen) wechselseitig mit den Händen und Armen antreiben und dabei …
  • möglichst viel/wenig Wasser ergreifen, 
  • mit unterschiedlichen Handstellungen und Handhaltungen experimentieren (z. B. Faust, gespreizte Finger, über die Hand gezogene und am Handgelenk verschlossene Gefrierbeutel), 
  • mit unterschiedlicher Dynamik und Geschwindigkeit experimentieren, -  gleichzeitig einen Arm über Wasser nach vorne, den anderen unter Wasser nach hinten bewegen,
  • einarmig schwimmen und testen, zu welcher Seite und zu welchem Zeitpunkt der Armbewegung eingeatmet wird und
  • auf die Kopfdrehung achten. Herausfinden, warum beim Kraulschwimmen abwechselnd immer eine Hand über Wasser nach vorne und die andere unter Wasser nach hinten geführt wird?
  • Die Arm- und Beinzyklen von Bahn zu Bahn variieren: z. B. 
  • 1 Armzyklus verbinden mit 6, 4 oder 2 Kraulbeinbewegungen
  • 1 Armzyklus verbinden mit 4 Beinbewegungen links 
  • 1 Armzyklus verbinden mit 3 Beinbewegungen rechts dann 3 Beinbewegungen links
  • 1 Armzyklus verbinden mit 2, dann 4, dann 6 Kraulbeinbewegungen rechts Alle Bewegungsfolgen auch unter Verwendung von Flossen.
  • Verschiedene Armzugfolgen beim Kraulschwimmen einhalten (z. B. zweimal links, zweimal rechts).
  • Während des Kraulschwimmens sich um die Körperlängsachse drehen und zwischen Rücken- und Bauchlage wechseln.
xxUnterschiedliche Antriebsbewegungen des Brust- und Kraulschwimmens miteinander koordinieren. Brustschwimmen „vorwärts-rückwärts“ schwimmen. Sich bei der Arm- und Beinbewegung richtungsmäßig neu orientieren. Die Spürfähigkeit für „neue“ Abdruckflächen vom Wasser (Oberschenkel der Beine) verfeinern.

Ich kann …

  • mich gleichzeitig mit der Armbewegung des Brust-Schwimmens und der Beinbewegung des Kraulschwimmens (und umgekehrt) antreiben.
  • mich in der Rückenlage gleichzeitig mit einer synchronen Bewegung der Arme und Beine antreiben (altdeutsches Schwimmen).
  • mich mit Armen und Händen vom Wasser entgegengesetzt zur Schwimmrichtung abdrücken.
  • mich mit den Beinen (mit den Oberschenkeln) entgegen der Schwimmrichtung vom Wasser abdrücken.

Sich beim Schwimmen mit den Händen in einer Gleichschlagbewegung und mit den Füßen in einer Wechselschlagbewegung antreiben und umgekehrt.

 

Das „altdeutsche Schwimmen“ üben: Antreiben in Rückenlage mit gleichzeitig synchroner Arm- und Beinbewegung.

 

Brustschwimmen „vorwärts-rückwärts“ schwimmen und nach neuen Arm- und Beinbewegungen mit neuen körperlichen Abdruckflächen und -richtungen suchen.

Zum Inhaltsverzeichnis zurück


11. Kombithema C5: Gestalterisches Schwimmen

Im Die über die Grundthemen erworbenen Kompetenzen bieten nun vielfältige Möglichkeiten, den Bewegungsraum Wasser als Gestaltungsraum zu verstehen und alleine oder in Gruppen Choreographien zu entwickeln und vorzuführen oder ganz einfach mit Auftrieb und Vortrieb Wasserexperimente zu erfinden und durchzuführen. In den folgenden Lernvorschlägen sind einige Beispiele genannt.

12. Tabelle: Gestalterisches Schwimmen (Kombithema C5)

Abkürzungen Tabellen: b = basal | e = elementar | p = primär | s = sekundär

Farben: geeignet = zutreffend | = eher zutreffend

bepsILZStufe in ErwachsenenspracheStufe in KinderspracheLernbausteine
Kombithema: Gestalterisches Schwimmen Ziele: Das Sich-Bewegen im Wasser alleine und in der Gruppe gestalten*, z. B. mit Auftrieb und Gleichgewicht experimentieren und „Schwimmbilder“ entwickeln sowie die „Spaßbadkultur“ als Ergebnis einer sozial-historischen Entwicklung einschätzen lernen. * Dabei sind die jeweiligen körperlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen und in die Gestaltung einzubeziehen.
xDie physikalischen Eigenschaften des Wassers erspüren (z. B., dass ein Turm aus Schwimmbrettern im Wasser mehr wackelt als am Beckenrand). Spüren, dass das Wasser die Bewegungen bremst und man sich deshalb langsamer bewegen kann. Gegenstände unter Wasser drücken und spüren, dass das Wasser einen Gegendruck erzeugt. Erfahren und erleben, dass das Wasser fließt und deshalb nicht formbar ist.

Ich kann …

  • das Gehen und Laufen im Wasser abwechseln und im Wasser liegend gezogen werden.
  • mit Gießkannen, Eimern etc. Wasser in Wasserbehältnisse füllen bzw. von einem in das andere Gefäß umfüllen.
  • im Wasser einen Turm aus Schwimmmaterialien bauen.
  • aus Schwimmmatten/Bade-inseln einen Steg bauen. Ich spüre, dass …
  • ein hochkant gestelltes Schwimmbrett sich schwerer hin und her bewegen lässt als ein flach gelegtes.
  • ein flach gestelltes Schwimmbrett sich schwerer unter Wasser drücken lässt als ein hochkant gestelltes.
  • ein kleiner Ball sich leichter unter Wasser drücken lässt als ein großer.
  • das Gehen auf Schwimmmatten wackelig ist.

Mit Gießkannen, Eimern etc. Wasser in unterschiedliche große Wasserbehältnisse füllen/in Wasserbehältnisse umfüllen.

 

Im hüft- bis brusttiefem Wasser in alle Richtungen gehen/laufen. Abwechselnd im Wasser gehen/laufen und liegend von eine/m/r Partner*in gezogen werden.

 

Mit Schwimmmaterialien (z. B. Schwimmbretter; Badematte) am Beckenrand/ im Wasser einen Turm bauen.

 

Schwimmbretter hochkant und flach hin und her bewegen.

 

Ein Schwimmbrett/einen Ball unter Wasser drücken und unter Wasser loslassen.

 

Aus Schwimmmatten/ Badeinseln einen Steg bauen, auf dem man z. B. von einer Beckenseite zur anderen gehen kann.

xxIn verschiedenen Bewegungshandlungen das Gleichgewicht im Wasser erproben. Die Reaktionen des Körpers und des Wassers reflektieren. Selbständig „Kleine Spiele“ im Wasser entwickeln.

Ich kann …

  • mich auf verschiedene Art und Weise im Wasser bewegen, ohne aus dem Gleichgewicht zu kommen, 
  • auf Zehenspitzen gehen, hüpfen.
  • mit den Beinen schwingen.
  • mit der Gruppe im Kreis laufend eine Wasserströmung erzeugen.
  • „Kleine Spiele“ (Fangspiele) im Wasser spielen.

Im hüfttiefen Wasser auf den Zehenspitzen gehen,

 

in tiefer Hockstellung gehen,

 

die gestreckten Beine abwechselnd vor- und zurückschwingen,

 

auf einem Bein stehen,

 

einbeiniges Hüpfen mit verschränkten Armen und dabei den/die Partner*in durch leichtes Anschubsen aus dem Gleichgewicht bringen,

 

in der Gruppe hintereinander im Kreis laufen und eine Strömung erzeugen.

 

Kleine Spiele im Wasser: z. B. Tag und Nacht, verschiedene Fangspiele genetisch entwickeln, auch mit Materialien (z. B. Schwimmbretter) experimentieren.

xxIn verschiedenen Körperlagen auf dem Wasser liegen ohne abzusinken. Mit eine/m/r Partner*in oder der Gruppe in Körperverbindungen schwimmen. Die leiblichen Bewegungsbeziehungen auf der Grundlage zeitlich-dynamischer (einheitliche Schwimmgeschwindigkeit) und räumlicher (gleiche Schwimmabstände) Merkmale gestalten. Eine Schwimmchoreografie bestehend aus mehreren „Schwimmbildern“ (Handlungsfolgen) entwerfen. Die Handlungsfolgen und die schwimmerischen Übergänge von einem zum anderen Bild planen und umsetzen.

Ich kann …

  • mich mit verschiedenen Körperlagen im Wasser bewegen (gestreckt, gehockt, Bauch-, Rücken- oder Seitenlagelag) und dabei verschiedene Armhaltungen einnehmen.
  • ohne Bodenkontakt senkrecht im Wasser stehen, dabei ragt der Oberkörper weit aus dem Wasser heraus und die Hände paddeln. - mit eine/m/r Partner*in in verschiedenen Körperverbindungen schwimmen. 
  • mit anderen im Kreis, in einer Linie, in einer Reihe schwimmen.
  • mit anderen die „Bilder im Wasser“ zu einer Schwimmchoreografie planen und gemeinsam realisieren.

Verschiedene Körperlagen im Wasser erfinden und erproben, wie lange man in einer bestimmten Lage unverändert (ohne abzusinken) auf dem Wasser liegen kann.

 

Mit eine/m/r Partner*in verschiedene Körperverbindungen erproben:

  • Arm-Arm-Verbindungen
  • Hand-Fuß-Verbindungen
  • Fuß-Achselverbindungen
  • Hand-Hüftverbindungen

Mit anderen Schüler*innen „Bilder im Wasser“ gestalten (Kreis-, Linien-, Reihen- und Sternbilder mit und/oder ohne Körperverbindungen). Die Verbindung der einzelnen Bilder zu einer Schwimmchoreografie planen und im Wasser umsetzen.

xxKleinere „Forschungsaufgaben“ zu dem Thema „Merkmale der Sportbad- und Spaßbadkultur“ durchführen können, dabei themenbezogene Fotocollagen oder Befragungen erstellen. Die aktuelle Badekultur als Ausdruck der Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen erkennen und reflektieren. Die Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen an eine Badekultur im historischen und interkulturellen Kontext erkennen und reflektieren. Den Wandel der Schwimmstile (z. B. „altdeutsches Schwimmen“) als Ausdruck veränderter Bewegungsbedürfnisse des Menschen erkennen und im Wasser „nachvollziehen“.

Ich kann …

  • entsprechende „Forschungsaufgaben“ durchführen, deren Ergebnisse analysieren und interpretieren.
  • die wichtigsten Merkmale einer Spaßbadkultur und einer Sportbadkultur benennen.
  • im Schwimmstil „altdeutsches Schwimmen“ schwimmen. Ich kenne …
  • die soziale und körperhygienische Bedeutung des Badewesens in der griechischen Antike.

Ich weiß, … 

  • dass mit der Einrichtung von Flussbädern das Schwimmen der „körperlichen Ertüchtigung“ diente.
  • dass mit der Einrichtung von Badeanstalten in Gebäuden und später mit dem Bau von Sportschwimmbädern der sportliche Wettkampfgedanke an Bedeutung zugenommen hat.
  • dass beim Wandel der Sport- zu Spaßbädern das Erlebnis- und Erholungsmotiv im Vordergrund steht.

Im Rahmen einer Exkursion in ein Spaßbad die Architektur (Fotocollagen), die Wasserinszenierung (Fotocollage), die Benutzerinteressen (Selbstbefragung; Besucherbefragung), die Aktivitätsräume analysieren.


Sich mit der Literatur über Sportbad- und Spaßbadkultur befassen.


Sich mit der Literatur zur geschichtlichen Entwicklung des Badewesens befassen und mit folgenden Themen auseinandersetzen:

  • Bedeutung des „altdeutschen Schwimmens“ (Rückenlage; Gleichschlagbewegung der Arme und Beine),
  • Ursprung des Badewesens im antiken Griechenland,
  • Entstehung der öffentlichen Badeanstalten als Flussbäder und in Gebäuden.
  • Beschäftigung mit der Bedeutung des Badens: Körperhygiene und soziale Funktion (antike Griechenland), körperliche Ertüchtigung, Gesundheitserhaltung, sportlicher Wettkampf, Erlebnis, Lust, Amüsement, Genuss (moderne Gesellschaften),
  • Zusammenhang von Baden, Schwimmen und Geschlecht,
  • Baden im interkulturellen Vergleich.

Zum Inhaltsverzeichnis zurück